TEST: Batman Arkham Origins – Der dunkle Ritter und das schwere Erbe

Der „Dark Knight“ ist wieder da! Und das, bevor er zu dem Ritter wurde, als den man ihn kennt, denn „Batman: Arkham Origins“ erzählt nicht die Geschichte von „Arkham Asylum“ oder „Arkham City“ weiter, sondern bildet ein Prequel zu diesen Teilen. Doch unterscheidet sich der Titel von seinen Vorgängern, oder ist es nur ein verzweifelter Versuch, wieder einen erfolgreichen Titel zu veröffentlichen?

Es ist Heiligabend, das Fest der Liebe. Obwohl es in diesem Jahr in Gotham wohl daran fehlt, denn der Schurke „Black Mask“ hat ein Kopfgeld von gewaltigen 50 Millionen Dollar auf Batmans Kopf ausgesetzt. Aus diesem Grund kommen unzählige Killer und andere zwielichtige Gestalten nach Gotham. Doch als ob das nicht schon reichen würde, muss der dunkle Rächer sich auch gegen die korrupte Polizei verteidigen und sich mit einem (noch) unbekannten Kerl namens „Der Joker“ rumschlagen. Was hat es mit dem neuen Feind auf sich, kann Batman die Nacht überleben und warum hat Black Mask überhaupt ein Kopfgeld ausgesetzt? Also rein in den Anzug und auf in den Kampf.

Gameplay und Atmosphäre

Nach wenigen Minuten weiß man noch nicht so genau, was man jetzt von dem Spiel halten soll, denn es gibt keine wirklichen Veränderungen in der grundsätzlichen Spielmechanik, die den Spieler überraschen könnte. Kämpfen, Nachforschungen anstellen und Fälle lösen gehören eben genauso dazu, wie durch Gotham zu gleiten und Rätsel zu bewältigen. Der Umfang ist dabei wesentlich größer, als in Arkham City, was vor allem an der deutlich größeren Spielwelt liegt.

Ganz Gotham steht euch diesmal zur Verfügung, wodurch einige Ecken bereits bekannt sind, andere jedoch neu erkundet werden können. Die Stadt hätte wirklich einiges zu bieten, wenn man nicht denselben Fehler wie bei Arkham City gemacht hätte: Die Stadt ist absolut tot! Es gibt keine Passanten auf den Straßen, Autos, die umherfahren oder sonst eine Begegnung, außer mit Schlägern und wilden Polizisten. Zwar versucht man ganz zu Beginn einen legitimen Grund mittels einer Unwetterwarnung zu liefern, dies fühlt sich jedoch sehr weit hergeholt und unpassend an.

Das alles ändert jedoch nichts daran, dass man sich in der Rolle der Fledermaus großartig fühlt. Neben dem grandiosen Kampfsystem, dass dank dem sogenannten „Freeflow “ leicht von der Hand geht, glänzen diesmal auch die Detektivarbeiten, denen man nachgehen muss. So werden diesmal ganze Vorfälle digital nachgespielt, können vor- und zurückgespult werden, um mögliche neue Anhaltspunkte zu erkennen oder verlorene Gegenstände ausfindig zu machen, die zur Falllösung beitragen.

Auch sammeln müssen wir wieder, denn Enigma hat überall Datenpakete mit schmutzigen Informationen über jeden Bürger von Gotham angelegt; einschließlich denen von Bruce Wayne. Zudem hat er die Funktürme für das neue Schnellreisesystem, das ein bisschen an das aus „Assassin’s Creed“ erinnert, gestört. Also muss sich Batman auch mit diesem Problem befassen. Als ob das noch nicht reichen würde, muss unserer Ritter der Dunkelheit sich noch mit anderen Kleinkriminellen herumschlagen, die Personen gefangen halten oder Gebäude in die Luft jagen wollen. Bei so einem engen Terminplan bleibt kein Platz für ein anständiges Weihnachtsessen in der frisch eingerichteten Bathöhle.

Dieser wird im aktuellen Teil eine ganz besondere Aufgabe zuteil, denn hier können neben der Lagerung der Anzüge auch die bereits bekannten Herausforderungen in der hauseigenen Trainingseinheit bewältigt werden, die in den Vorgängern nur über das Hauptmenu aufgerufen werden konnten. Diese werden damit direkter ins Spiel integriert und bilden nicht mehr nur einen extra Modus.

Leicht befremdlich ist es für die Spieler der alten Teile, dass Batman bereits jetzt fast die gesamte Ausrüstung besitzt, die man vorher, also so gesehen hinterher, zusammensuchen musste. Man könnte sich hier fragen, warum Batman diese Objekte dann nicht automatisch auch in der Zukunft besitzt, aber das ginge vermutlich zu tief in die Materie.

Atmosphärisch kann man sich schnell in die Rolle des dunklen Ritters hineinfühlen, wenn man durch die verlassenen und dunklen Straßen gleitet oder einen Gegner heimlich von einem Geländer aus überwältigt. Auch Batmans Equipment und die so entstehenden Möglichkeiten, sowohl Rätsel, als auch Kämpfe zu lösen, sorgen für einen guten Mix aus Spannung und logischem Denken. Unterstützt wird dies auch durch den schnellen Bezug zu den Figuren, denn die Rollen von Bane und dem Butler Alfred wurden von denselben Personen synchronisiert, wie auch in der „Dark Knight-Triologie“.

Der wesentlichste Faktor der Atmosphäre besteht jedoch darin, dass man viel über die Figuren erfährt, wie sie zu denen wurden, die sie sind, oder wie Batman mit ihnen in Kontakt gekommen ist; sowohl durch die Charakterprofile, die im Laufe der Zeit angelegt werden, als auch durch die aktuellen Geschehnisse. Doch hier wollen wir mal nicht zu viel verraten.

Obwohl Gameplay und Atmosphäre wieder zu begeistern wissen, gibt es doch einen Kritikpunkt: Man ist in der Story immer nur Batman! Warum hat man nicht, wie in „Arkham City“ mit Catwoman, einen zweiten spielbaren Charakter eingeführt, mit dem man alternativ ein wenig die Stadt sicher machen könnte? Robin vielleicht. So hätte man zumindest noch mehr Abwechslung bieten können.

Doch trotz dieses Kritikpunktes ist die Atmosphäre wieder unfassbar fesselnd und macht Lust, immer weiter zu machen. Das Gameplay begeistert durch seine vielseitigen Möglichkeiten und seinen großen Umfang, wobei sich leider kaum Neuheiten finden lassen.

Grafik und Sound

Rocksteady hat immer einen genialen Job gemacht, was den untermalenden Sound anging, aber vor allem, was man grafisch geboten hat. Damit hat man die Messlatte für Warner Bros. Eigenkreation sehr hoch gelegt und leider gelingt ihnen nicht der Sprung darüber. Grafisch schwächelt das Spiel immer wieder an verschiedenen Darstellungen von Umgebungen oder Figuren, sowie an dem ständigen Schneetreiben. Fußspuren oder andere Details in dieser Richtung wurden vernachlässigt, um sich auf Details des Batman-Universums zu konzentrieren. Davon finden sich zahlreiche Anspielungen an fast jeder Ecke. Die meisten Kampfhandlungen laufen weitestgehend flüssig, doch leider wird der Spielfluss von Ruckeln oder Ladeproblemen gestört, die immer wieder für Hänger und Probleme sorgen. Ein Patch hierfür ist bereits in Arbeit. Dennoch ist dies ein deutlicher Schritt zurück, den es heutzutage so eigentlich nicht mehr geben dürfte! Schmerzhaft für jeden, der sich auf eine solide Fortsetzung gefreut hatte.

Durch verschiedene Ansichten, wie etwa durch die Kamera eines Hubschraubers, wird hier und da immer wieder versucht, ein wenig Abwechslung in die Grafik zu bringen, das gelingt jedoch eher weniger. Wettmachen kann das ein wenig der gute Sound, mit dem „Arkham Origins“ verwöhnt wurde. Der ständige Polizeifunk und die belauschten Gespräche von Gangmitgliedern, die uns überall in der Stadt begleiten, versorgen uns immer mit aktuellen Informationen. Sie wurden gut und ansprechend in Szene gesetzt. Auch die Synchronisation aller Figuren ist durchweg positiv gelungen und lässt keine Wünsche offen. Unterstrichen wird dies größtenteils von einem soliden Soundtrack, der Batman würdig ist.

Multiplayer & App

Batman findet seinen Weg jetzt auch in den Online-Mulitplayer. In diesem treten zwei Gangs mit Schusswaffen gegeneinander an, nehmen Kontrollpunkte ein und versuchen, das gegnerische Team komplett auszuschalten. Außerdem muss man sich mit dem Team Batman und Robin auseinandersetzen, die gegen beide Teams ankämpfen. Klappt auch soweit ganz gut, bereitet eine Menge Freude, auch wenn das noch alles sehr ungewohnt ist.

Zudem gibt es eine zum Spiel passende App, in der man seine Gegner verprügeln muss, um die Stadt vom Verbrechen zu säubern. In der App lassen sich auch Bonusobjekte für den Multiplayer freischalten.

Entwickler: Warner Bros. Montreal
Publisher: Warner Bros. Interactive
Release: erhältlich
Offizielle Homepage: www.batmanarkhamorigins.com

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TEST: Batman Arkham Origins – Der dunkle Ritter und das schwere Erbe
„Batman gleitet wieder einmal gekonnt über unseren Bildschirm. Dabei ist er noch so genial ungeschliffen, wie man ihn selten gesehen hat. Man lernt viel über den noch unbekannten Rächer, egal ob als Spieler oder Schurke. Auch über die Gangster erfährt man viel, begleitet einige sogar bei ihrer Entwicklung zu den schlimmsten Feinden der Fledermaus und kann schnell Verbindungen zu den chronologischen Nachfolgern herstellen. Die große, offene Spielwelt bietet uns dabei viel Abwechslung, auch wenn hier noch viel Potential zur Verfügung gewesen wäre. Man kann nur erahnen, was aus dem Spiel geworden wäre, wenn Rocksteady weiterhin die Entwicklung geleitet hätte. Die Mannschaft von WB Games hat zwar ganz ordentlich abgeliefert, kann an den Leistungen ihrer Vorgänger jedoch nur kratzen. Dennoch ist "Batman:Arkham Origins" ein geniales Spiel, das vor allem Fans des Batman-Universums massenhaft Freude bereiten wird, aber auch Neueinsteigern eine gute Grundlage für die restlichen Teile bietet.“
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