TEST: Datura – Zwischen Genialität und technischen Hürden

Nach einer kleinen Ewigkeit meldet sich in dieser Woche der Entwickler Plastic zurück, der mit Linger in Shadows und .detuned bisher zwei sehr eigenwillige Projekte im PlayStation Network veröffentlicht hat, die man eher weniger als Spiel beschreiben würde. Diesmal heißt es nun Datura und nähert sich einem Spiel zu sein schon etwas mehr an. Doch worum geht es bei Datura eigentlich?

Wirklich als Spiel möchte man Datura wieder nicht bezeichnen, eher schon als eine Erfahrung, die aus Kombination von Gameplay und den Erlebnissen darin geschaffen wird. Zu Beginn wacht ihr in einem Krankenwagen auf, löst euch von Schläuchen und Apparaten und geratet (schon wieder) in einen Unfall. Ihr findet euch in einer Art Waldlichtung wieder, ahnungslos wieso und was nun zu tun ist. Und genau hier setzt Datura an. Es gilt zu erforschen und auszuprobieren, selbst herauszufinden was zu tun ist. Freunde von wilden Action-Shootern sei aber gleich geraten, dass Datura wohl nicht das Richtige für sie sein wird.

Im Grunde baut das Spiel darauf auf, verschiedene Rätsel zu finden und zu lösen. Sei es ein Tor zu öffnen, versteckte Gegenstände zu finden, zu kombinieren oder herauszufinden, was hinter einen heilige Statue steckt. All diese Dinge bringen einen irgendwie weiter, immer in dem Bestreben herauszufinden, was eure Aufgabe ist. Das mag einem am Anfang ein wenig langweilig vorkommen, zieht einen mit der Zeit aber immer mehr in das Spiel hinein. Die Stimmung ist im Allgemeinen sehr gedämmt, begleitet von dramatischen Musikeinspielungen und einem Gefühl des verloren Seins.

Datura setzt auf den PlayStation Move Controller, der erneut zeigt, wie präzise die Technologie ist. Auf dem Bildschirm ist immer eine Hand zu sehen, die einem mehr oder weniger eigenwillig vorzukommen scheint. Hier spielt natürlich die richtige Kalibrierung des Move Controllers eine Rolle und das nötige Feingefühl bei der Verwendung. Aber dennoch bedarf es viel Übung am Anfang des Spiels, um sich hier optimal hineinzufinden. Hat man diese Hürde aber erst einmal gemeistert, macht es wieder Spaß und man kann sich voll und ganz auf das Spiel konzentrieren. Die Steuerung setzt auf eine intuitive Bedienung. Sofort kam uns wieder Heavy Rain in den Sinn, das gleiche Ansätze bei der Move-Steuerung verfolgte, aber mehr oder weniger alles vorgegeben hat.

Bei Datura werden einem mehr Freiheiten gegeben und die Hand macht genau das, was ihr mir dem Move Controller vorgebt. So muss man zum Beispiel nach einer Türklinke greifen, diese erst nach unten drücken und durch das Heranziehen des Move Controller in Richtung eures Körpers die Türe dann öffnen. Ein anderes Beispiel ist, dass ihr eine Kartoffel aufheben und diese mit Wurfbewegungen auf ein Schwein schleudern müsst, das faul in der Gegend herum liegt. Nun, ganz perfekt funktioniert das nicht immer. Auch wenn Sony auf die Macht des Move Controllers schwört, sieht man hier und da doch Verbesserungsmöglichkeiten. Besonders die Aussage von Plastic, dass man ein natürliches Gefühl damit erreichen wollte, konnten wir nicht ganz nachvollziehen. Dafür ist man einfach zu oft damit beschäftigt, den Controller exakt anzusetzen und auszurichten. Wem das Gefuchtel mit dem Move Controller zu viel ist, der kann alternativ auch den DualShock Controller zur Hand nehmen.

Datura setzt ebenfalls auf 3D-Support, wobei man sich hier wieder etwas uneinig sein kann, wie gut das Ganze umgesetzt ist. Teilweise hat man das Gefühl, von störenden Doppelbildern umgeben zu sein. Auf der anderen Seite wirkt es aufgrund des dunklen Setting wieder sehr gut und könnte mit Silent Hill verglichen werden. Es gab auch Momente, wo uns ein entgegenkommender Ast zu einer Ausweichbewegung veranlasste. Grafisch macht das Spiel einen guten Eindruck, auch wenn es im Gesamten sehr eintönig wirkt. Wie aufregend kann so eine Waldlichtung auch schon sein? Gut, hin und wieder verschlägt es einen an andere Orte wie eine Straße bei Nacht, die man entlang fährt oder ein altes Zimmer, was sich letztendlich aber immer als kurze Flashbacks herausstellt, aus denen man herausgerissen wird. Etwas kurz hingegen fällt wie wieder die Gesamtspielzeit aus, was man allerdings nicht anders gewohnt ist von Plastic.

TEST: Datura – Zwischen Genialität und technischen Hürden
„Datura, ist wie bereits erwähnt, sicherlich nichts für Fans, die auf Action-Shooter stehen und am liebsten die Welt um sich herum untergehen sehen. Es ist auch kein echtes Spiel, sondern mehr eine Erfahrung, auf die man sich einlässt und für die man in gewisser Weise auch offen sein muss. In der Hinsicht ist es mal wieder genial, was Plastic hier abgeliefert hat und Freunde des Außergewöhnlichen werden mit Datura definitiv unterhalten sein; auch über längere Zeit. Man sollte Datura auf jeden Fall mit dem PlayStation Move Controller spielen, um die beabsichtigte Erfahrung machen zu können. Gleichzeitig muss man in diesem Punkt aber auch sagen, dass die PlayStation Move Technologie weiter ausgebaut werden muss. Sich darauf zu verlassen, man könne sich ja auf einige Makel einstellen, sollte bei einem „Spiel“ wie Datura kein Aspekt während der Entwicklung sein, auch wenn die Umsetzung bei Datura bereits sehr gut gelungen ist. Eine Empfehlung ist Datura auf jeden Fall.“
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