TEST: Eagle Flight – Wie ein Adler im Wind

Wie es sein muss aus einem Ei zu schlüpfen und das stolze Leben eines Adlers zu führen – dieses einzigartige Erlebnis bietet euch Ubisoft mit ihrem ersten VR-Titel „Eagle Flight“, den auch wir uns nicht nehmen lassen wollten. „Eagle Flight“ zeigt dabei einmal mehr, dass schon jetzt, in den Anfängen von VR, äußert hochwertige Erfahrungen geboten werden.

Eine post-apokalyptische Welt in der Light Version

Schauplatz von „Eagle Flight“ ist Paris, jedoch nicht so wie wir es kennen, sondern in einer Zeit, wo die Menschen schon lange nicht mehr da sind und die Natur und das Tierreich ihr einstiges Territorium zurückerobert haben. Anders, als man es aus Spielen wie „The Last of Us“ her kennt, zeigt sich diese Zeit jedoch alles andere als bereits verfallen. Gebäude, Attraktionen und Denkmale sind alle noch sehr gut erhalten, lediglich die frei umherlaufenden Tiere, die von Pflanzen überwuchernden Gebäude oder ein umgekipptes Riesenrad sind hier bezeichnend für dieses Setting – quasi eine Light Version davon.

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Das Licht der Welt erblickend

„Eagle Flight“ erzählt die Geschichte eines Adlers von Beginn seines Lebens, dem Moment, wo man gerade erst aus dem Ei schlüpft und zum stolzen Jäger der Lüfte wird. Das Erste was wir dabei sehen sind unsere Eltern und ein Geschwisterchen, das neben uns geschlüpft ist. Dass dieses Leben nicht unbedingt leicht wird und es im Tierreich viele Gefahren gibt, das lernen wir über die nächsten 24 Level und einzelnen Kapitel. Auch „Eagle Flight“ ist aus Sicht der reinen Story ein doch recht kompaktes Spiel und in wenigen Stunden erzählt – es sind aber sehr angenehme Stunden, die man gerne ein weiteres Mal erleben möchte. Im Hintergrund flüstert uns eine geradezu beruhigende Stimme zu, wie sich die Erde in den letzten Jahren entwickelt hat und wie man als Adler in dieser Welt überlebt. Eine wirklich charmante und schön erzählte Geschichte, die einen tollen Kontrast zu dem sonst düsteren Bild einer post-apokalyptischen Welt zeichnet.

Schritt für Schritt ins Leben

Glücklicherweise und getreu der Realität, lernen wir das Leben in kleinen Schritten kennen. Vom ersten Flügelschlag, über waghalsige Flugmanöver durch enge Gassen und den Untergrund von Paris, über das Fischen und Verteidigen unseres Reviers. Während der Flug von ganz alleine passiert, können wir die Richtung mittels Neigens unseres Kopfes bestimmen und mit R2 & L2 Abbremsen oder Sturzflüge absolvieren. Das Immersionsgefühl ist hier vor allem bei hohen Geschwindigkeiten äußerst beeindruckend, führt bei der Kopfneigung allerdings auch zu bedingten Motion Sickness-Effekten, sodass kleinere Pausen durchaus ratsam sind.

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Die einzelnen Missionen in sich sind zwar immer sehr ähnlich, allerdings gut untereinander gemischt, sodass tatsächlich ein kleiner Lerneffekt eintritt, ohne von zu vielen Aufgaben überrannt zu werden. Die einfachen Missionen beschreiben zum Beispiel das Hindurchfliegen von Ringen, die uns bei hoher Präzision zusätzlichen Auftrieb verleihen. Dies wiederum kommt uns in den Zeitmissionen zugute oder dem knappen Überflug über das Wasser. In anderen Missionen gilt es unseren Partner vor weiteren Räubern der Lüfte zu beschützen, in dem wir einen typischen Adlerschrei ausstoßen, dabei Verwirbelungen ausweichen und gleichzeitig die noch so gefährlichsten Manöver fliegen. Obendrauf sind aber auch ganz lebensnotwendige Aufgaben zu erfüllen, etwa ein Nest in höheren und sicheren Lagen bauen, wofür wir in ganz Paris Federn einsammeln müssen.

Habt ihr euch letztendlich zum König der Lüfte entwickelt, ist es vor allem der hohe Wiederspielwert, den „Eagle Flight“ bietet. So könnt ihr in weltweiten Ranglisten um die schnellsten Flugmanöver konkurrieren, die restlichen Federn aufspüren, die in den teils sehr verwinkelten Gassen zu finden sind, auf eigene Faust den Untergrund von Paris erkunden oder einfach die Aussicht von oben genießen. Highlights wie der Eifelturm, Notre-Dame oder das Louvre sind da natürlich inbegriffen. Man wird erstaunt sein, wie komplex sich die Spielwelt gestaltet, wie viel optionale Wege es gibt und vor allem auch zu erkunden sind. Nicht selten erwischt man sich dabei, wie man einfach gemütlich seine Runden über der Stadt kreist und den atemberaubenden Ausblick genießt. Wer hingegen in einen echten Konkurrenzkampf treten möchte, darf sich im einzig vorhandenen 3vs3 Multiplayer-Modus austoben, bei dem ihr auf Beutejagd geht und gleichzeitig aufpassen müsst, dass euch die Gegenspieler diese nicht wieder abjagen. Der Multiplayer ist in der Tat sehr klein gehalten, aber für den Anfang von VR völlig OK.

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Wunderschöner Soundtrack

Ein Hauptaugenmerk von „Eagle Flight“ ist zudem der Soundtrack (hier anhören), denn gerade solch Erkundungstouren können ohne die stimmige Hintergrundkulisse recht langweilig werden. Hier schöpft Ubisoft ebenfalls aus den vollen und unterstreicht das Spiel mit orchestralen Klängen, wie man sie aus Filmen wie „Avatar“ her kennt, was ungemein beruhigend auf einen wirkt. Ziel damit war es, dass man auch durch die Musik im Spiel getragen wird und kein ständiges Auf und Ab erlebt, was hier auch fantastisch gelungen ist.

TEST: Eagle Flight – Wie ein Adler im Wind
„Eagle Flight gehört definitiv zu den Top-Titeln für PlayStation VR und hat abermals eine interessante Thematik zu bieten. Es geht auch hier um die Erfahrung und nicht um stundenlange Stories, die uns bestenfalls das Adrenalin durch den Körper jagen. Dennoch schafft es Eagle Flight diese Elemente mit aufzugreifen und auf eine sehr charmante Art herüberzubringen. Spielerisch wird man langsam an das Leben eines Adlers herangeführt und wird Mission für Mission weiter perfektioniert, um anschließend die waghalsigsten Flüge zu absolvieren oder ausgiebige Erkundungstouren zu erleben. Dabei verspricht der Titel auch eine technische Umsetzung und Genauigkeit auf hohem Niveau. Abgerundet durch den recht hohen Wiederspielwelt, den fantastischen Soundtrack und der geradezu niedlichen Vision eines post-apokalyptischen Settings, sollten VR-Fans nicht zögern, selbst einmal mit Eagle Flight abzuheben.“
8.6
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