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TEST: Easy Delivery Co. – Silent Hill trifft auf Animal Crossing

Easy Delivery Co. im Test: Erlebe den Mix aus PS1-Nostalgie, Lo-Fi-Beats und unheimlicher Atmosphäre. Ein entschleunigter Liefer-Simulator mit Tiefgang.

Lukas Author 2026
By
Lukas Neumann
Als "Padawan" von Niklas begleitet Lukas Neumann das PlayStation-Ökosystem bei PlayFront. Er hinterfragt kritisch Grafik-Exzesse und AAA-Budgets, um eine ehrliche Perspektive auf aktuelle Gameplay-Konzepte und die...
Easy Delivery Co
8.3
Review Overview

Easy Delivery Co. kombiniert entschleunigtes Paketliefern mit einer subtilen, unheimlichen Atmosphäre. Der Mix aus PS1-Nostalgie, Lo-Fi-Beats und einer mysteriösen Hintergrundgeschichte macht diesen Indie-Titel zu einer der ungewöhnlichsten Erfahrungen, die ich seit langem gespielt habe. Warum, verrät unser Mini-Review.

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Stell dir vor, du kurvst durch eine verschlafene, schneebedeckte Bergstadt am Steuer eines winzigen japanischen Lieferwagens. Deine einzigen Begleiter: du selbst, dein Truck und eine Playlist voller entspannter Beats. Das Ziel ist simpel: Pakete ausliefern, Geld verdienen und einfach die „Vibes“ genießen. Doch was oberflächlich wie ein reiner Entspannungs-Simulator wirkt, entpuppt sich schnell als eine tiefgründige Erfahrung, die geschickt Satire auf die moderne Arbeitswelt mit einer Prise psychologischem Horror mischt.

Die Entwickler setzen dabei auf ein Low-Poly-Design, das sofort Erinnerungen an die Ära der ersten PlayStation weckt, inklusive gedämpfter Farben und einer melancholischen Grundstimmung, die perfekt zum Setting passt.

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Ein Gameplay-Loop zwischen Entspannung und Management

Die Spielmechanik ist bewusst intuitiv gehalten, verlangt aber dennoch eine gewisse Planung ab. Während man über lineare, schneebedeckte Straßen navigiert, muss man nicht nur darauf achten, dass die Pakete ihr Ziel erreichen, sondern auch die eigenen Ressourcen im Blick behalten.

Die spielerische Tiefe ergibt sich vor allem aus dem Ressourcen-Management. Man jongliert ständig mit dem Treibstoffvorrat, dem eigenen Koffeinpegel durch Kaffee oder Energy-Drinks und der allgemeinen Energie, was dem eigentlich entspannten Trip eine angenehme taktische Note verleiht. Dabei bleibt die Fahrphysik stets griffig, da der Fokus klar auf der Erkundung und nicht auf einer knallharten Simulation liegt. Ein echtes Plus für die Entspannung ist zudem die hohe Frustresistenz. Sollten Pakete bei einer wilden Fahrt doch mal vom Wagen purzeln, lassen sie sich einfach wieder einsammeln und sind im Spiel sofort „repariert“, was den Spielfluss nie unnötig unterbricht.

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Interessanterweise macht genau diese Nachsichtigkeit einige Items, wie das Klebeband zum Sichern der Ladung, fast schon überflüssig. Das zeigt jedoch deutlich: Das Spiel will nicht durch harte Bestrafungen fordern, sondern durch seine Welt und die darin verborgenen Geheimnisse fesseln.

Die Stille, die Fragen aufwirft

Was „Easy Delivery Co.“ von typischen „Job-Simulatoren“ abhebt, ist die Atmosphäre. Das Spiel erzeugt ein Gefühl der Isolation, das durch den exzellenten Soundtrack unterstützt wird. Eine Mischung aus Drum and Bass und Chill-Beats untermalt die Fahrt, während das Knirschen der Reifen im Schnee und das ferne Heulen des Windes für eine dichte Immersion sorgen.

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Doch hinter der Fassade der „Cozy Games“ brodelt etwas. Die Stadt wird von einer gesichtslosen Corporation kontrolliert, und die Bewohner verhalten sich zunehmend seltsam. Die Story wird nicht durch lange Cutscenes, sondern durch subtile Hinweise in der Welt erzählt. Wer bereit ist, etwa 3 bis 5 Stunden in die Hauptstory zu investieren, wird mit einer Wendung belohnt, die zeigt, dass in dieser Bergstadt definitiv nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Es ist faszinierend, wie das Spiel den Spagat zwischen „entspannend“ und „creepy“ schafft.

Was man vor der Lieferung wissen sollte

Trotz meiner Begeisterung für das Artdesign und die Stimmung ist das Spiel kein Titel für jedermann. Das Tempo ist absichtlich langsam gewählt. Wer eine Simulation mit spielerischer Tiefe wie bei einem „Euro Truck Simulator“ oder die Action eines Kurierdienstes in einem Open-World-Spiel erwartet, wird hier nicht fündig.

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Ein Punkt, der einige abschrecken könnte, ist das Fehlen einer automatischen Navigation. Man sieht sich nicht als GPS-Punkt auf der Karte, sondern muss die Umgebung wirklich studieren und die Karte „lesen“. Für mich hat das die Immersion massiv gesteigert, erfordert aber eine gewisse Umgewöhnung. Auch die spielerische Relevanz mancher Items wie Feuerholz oder Tee ist zwar gegeben, bleibt aber oft optional.

Easy Delivery Co
Review Overview
8.3
Criteria 8.3
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