TEST: HITMAN Episode 2 ‘Sapienza’ – Hier möchte man Urlaub machen

Willkommen zurück Agent 47! Ihre Mission in Paris hat bleibenden Eindruck bei der ICA hinterlassen. Damit Sie nicht aus der Übung kommen, haben wir einen weiteren Auftrag für Sie. Ziel ist die italienische Küstenstadt Sapienza, dessen malerisches Portrait ein tödliches Geheimnis birgt.

Die Ether Biotech Corporation entwickelt dort zusammen mit dem brillanten Bio-Ingenieur Silvio Caruso und seiner Assistenten Francesca De Santis einen Gen-Virus, der gezielt gegen jeden Menschen eingesetzt werden kann. Um zu verhindern, dass die Entwicklung dieser tödlichen Waffe abgeschlossen wird, bat uns Biotech das Projekt zu stoppen, ohne jedoch selbst damit in die Schlagzeilen zu geraten. Ihr Auftrag: Begeben Sie sich nach Italien, eliminieren Sie Silvio Caruso und Francesca De Santis und zerstören Sie den Virus! Scheitern ist dabei keine Option!

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Hier möchte man Urlaub machen

Nach dem eleganten Debüt von Agent 47 im vergangenen März steht unserem Lieblings-Killer nun eine noch größere Aufgabe bevor. In Sapienza, dem zweiten Schauplatz des Episoden-Formats, tauschen wir unseren schmucken Smoking gegen ein sommerlich lockeres Outfit und mischen uns unter die gut bürgerliche Mitte. Im Gegensatz zum kühl wirkenden Paris weckt Sapienza wahre Urlaubsgefühle. Eine komplette Kleinstadt, mit verzweigten Gassen, traditionellen Geschäften, einer alten Kirche, sowie einem traumhaften Panoramablick über das Meer, auf dessen Felsen die Villa Caruso steht, wartet auf uns. Laut IO Interactive ist Sapienza das bisher größte Level in der gesamten HITMAN-Serie, was einem auch schon auf den ersten Metern vor Augen geführt wird.

Als Top Agent nehmen wir den neuen Schauplatz erst einmal unter die Lupe, um alle potenziellen Möglichkeiten für unseren Auftrag auszuloten. Wir schlendern über den Marktplatz und am Pier entlang, erkunden Weinkeller oder private Wohnungen. Begeistert erforscht man dabei in Felsen geschlagene Höhlen und Tunnel oder geheime Eingänge zur Villa, die schon jetzt die Vorfreude auf die zahlreichen Möglichkeiten unserer Mission wecken. Sapienza zeigt sich insbesondere mit dem unterirdischen Laborkomplex äußerst kontrastreich und fängt gleichzeitig den typischen Flair Italiens perfekt ein.

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Die eigentliche Story von „HITMAN“ wird auch diesmal nur mit einer einzigen Filmsequenz ergänzt und verrät noch immer nicht so recht, was nun eigentlich dahinter steht und was das Ganze mit Agent 47 zu tun hat. Man gewährt eine kleine Vorschau auf den Schauplatz Japan, ein Hinterhalt der tödlich endet, aber dennoch nicht zu viel verrät. Es wird langjährige Hitman Fans zwar weiterhin etwas frustrieren, dass man auf das Gesamtpaket warten muss, diese stückweise Erzählung hält es aber auch auf Dauer spannend, während man sich nebenher in seinen Fähigkeiten trainieren kann. Persönlich mag ich das Episoden-Format, das einen dazu zwingt, sich bis zur großen Auflösung mit dem Schauplatz auseinandersetzen zu müssen.

Ansätze wohin man schaut

Der gesamte Komplex von Sapienza, einschließlich dem Dorf, der Villa und dem geheimen Labor erstreckt sich über sieben Ebenen und offenbart somit noch mehr Ansätze als Paris. Natürlich benötigt es wieder mehrere Durchläufe, um das volle Potenzial der Spielwelt offenzulegen, was gleichzeitig aber auch wieder viele Spielstunden verspricht. Insgesamt lassen sich eure Ziele diesmal auf 28 unterschiedlichen Wegen ausschalten, plus über 50 Erkundungen und Meisterleistungen.

Kreativität steht dabei wieder ganz vorne, wobei die persönlichen Highlights diesmal der explodierende Golfball, die Eliminierung mit einer antiken Kanone, das Zerstückeln in einem Gartenhäcksler oder der Giftgasanschlag sind. Ganz klassisch lassen sich eure Ziele aber auch wieder vergiften, über die Klippe stoßen oder nach Hitman-Art und ganz elegant mit einer Klavierseite erdrosseln. Schon der Episodenstart im März zeigte dabei auf, dass teils sehr viel Vorarbeit notwendig ist, um seinem Ziel nur nahe zu kommen. Diverse Verkleidungen müssen eingesetzt werden, ihr müsst die Laufrouten eurer Ziele kennen, die Umgebung stets im Auge behalten, um keine Gelegenheiten zu verpassen, sowie wissen, welche Handlungen welche Aktionen auslösen und mehr. Vieles ergibt sich dabei sehr spontan, einige Dinge werden ganz zufällig gelöst oder ihr könnt schon noch bevorstehende Herausforderungen planen. Die Möglichkeiten sind auch diesmal geradezu unendlich und lassen den Hitman wahrlich in euch wachsen. In Gänze lassen sich die Ziele diesmal etwas schwerer ausschalten, was nicht zuletzt dem komplexen Aufbau der Spielwelt zu verdanken ist. Anders als in Paris müssen nun auch immer mindestens drei Aufgaben erfüllt werden, um eine Mission vollständig abschließen zu können.

So schön wie zuvor

Optisch glänzt auch die zweite Episode mit unglaublichen vielen Details und einer authentischen Nachbildung dieser fiktiven Stadt. An jeder Ecke wird man daran erinnert, wo man sich gerade befindet, die typischen Arien schallen durch die Radios, venezianische Maskenkünstler unterhalten auf den Plätzen und das Meer rauscht im Hintergrund. Atmosphärisch hält auch Episode 2 das zuvor dargebotene Level, das man über die kommenden Wochen nur allzu gerne und immer wieder genießen möchte.

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Leider hat das gesamte Spiel mit dem aktuellen Update mit einigen Performance-Problemen und Bugs zu kämpfen. Die Framerate bricht dabei gerne mal bis auf den Kellerboden ein, was man vielleicht noch irgendwie verschmerzen kann. Viel fataler ist momentan jedoch der Umstand, dass keinerlei Attentats-Herausforderungen mehr gespeichert werden und ich schon befürchte, dass sämtliche Arbeit bis hierhin umsonst war. Eine Reaktion seitens IO gibt es darauf noch nicht, obwohl dieses Problem teils schon seit März besteht. Somit bleibt weiterhin nur auf Nachbesserung zu hoffen.

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Entwickler: IO Interactive
Publisher: Square Enix
Release: 11. März 2016
Offizielle Homepage: www.hitman.com

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Summary
„HITMAN macht auch in Episode 2 so ziemlich alles richtig und hält spielerisch genau das Level, welches das Intro Pack bereits vorgelegt hat. Durch die Komplexität der malerischen Kulisse wird die Vielfalt sogar noch eine kleine Stufe höher gehoben, die Freiheiten sind auch diesmal geradezu unendlich vorhanden und bieten Platz für verschiedenste Spielweisen – defensiv, offensiv oder elegant. Optisch hat man mit Sapienza das perfekte italienische Flair eingefangen, auch wenn man sich hier und da mit einigen Problemen auseinandersetzen muss. Die stückweise Erzählung der Story ist natürlich weiterhin Geschmackssache, mir persönlich gefällt es und lässt neugierig auf die Zukunft blicken.“

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