TEST: Hitman – Episode 5 – Agent 47´s wirklich gefährlichster Auftrag?

Mit Spannung wurde in diesen Tagen die fünfte und zunächst vorletzte Episode zu „HITMAN“ erwartet, die insbesondere im Hinblick auf die Story endlich handfeste Antworten liefern soll. Zugleich versprach Entwickler IO Interactive, dass es eine der anspruchsvollsten Missionen ist, welche die Season I zu bieten hat. Dies scheint jedoch mehr eine Betrachtungsweise zu sein oder nur dann der Fall, wenn man sich das Leben selbst gerne schwer macht.

Die ICA ist unterwandert

Obwohl es über die vergangenen Episoden lediglich nur kleinere Schnipsel gab, die sich zunehmend zu einem Gesamtbild formten, konnte man schon leicht erahnen was dahintersteht. Und genau so kam es nun auch! Die ICA ist unterwandert, ein Maulwurf in den eigenen Reihen, dessen Auftraggeber in höchst elitären Kreisen verkehrt. Und dieser scheint Agent 47 gar nicht mal so fremd.

Die Mantelstory von „HITMAN“ nimmt nun so ziemlich den Verlauf, den zumindest ich persönlich so erwartet habe. Doch trotz dieser kleinen Vorhersehbarkeit tut es der Spannung darum keinen Abbruch, eher im Gegenteil ist es irgendwie befriedigend Recht behalten zu haben, auch wenn das letzte und finale Puzzlestück darum noch fehlt. Umso größer ist die Vorfreude auf das Finale, das in wenigen Wochen folgt. Der Ansatz, den man diesmal für die Erzählung verfolgt, gefällt am Ende aber nach wie vor – man verrät nie zu viel, aber auch nicht so wenig, dass es langweilig wird.

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Vier viel zu leichte Ziele

Es sollte die bislang gefährlichste Mission für Agent 47 werden, was man nach den vorherigen vier Episoden leider nicht so ganz unterstreichen kann. Schauplatz ist diesmal eine „verlassene“ Farm mitten in Colorado – USA, die als geheimes Trainingslager für das Militär genutzt wird und wo sich idealerweise gleich vier von Agent 47´s Zielen treffen, darunter der Sprengstoffspezialist Sean Rose, der Hacker Ezra Berg, die militante Maya Parvati und die ehemalige Interpol-Analystin Penelope Graves. Klingt zunächst schwer, entpuppt sich jedoch, und leider muss man sagen, als viel zu leicht. Verglichen mit den anderen Episoden kann man sich diesmal voll und ganz auf die ‚Gelegenheiten‘ verlassen, die einen direkt zum Ziel bringen und das Ausschalten bequem zulassen. Die restlichen Herausforderungen sind da fast nur noch Formsache. Erleichternd hinzu kommt diesmal aber auch das doch recht simple Level-Design, das um Grunde auf nur einer Ebene basiert. Die kurzen Abstecher in die erste Etage und in den Keller des Farmhauses sind da kaum erwähnenswert. Wahren Assassinen bleibt zumindest aber die Herausforderung alles im Anzug zu erledigen, was insbesondere das Risiko entdeckt zu werden ungemein steigert. Dazu muss man sich allerdings auch selbst motivieren, wenn es das Spiel selbst schon nicht wirklich tut.

Eine Farm, die gar nicht so verlassen ist

Optisch kann die fünfte Episode zwar auch überzeugen, beeindruckt jedoch weit weniger als der Schauplatz Paris, Sapienza oder Bangkok. Nun gut, was soll eine solche Farm auch an wirklichen Highlights zu bieten haben – ein Haus, eine Scheune und eine Art Gewächshaus, alles eng aneinandergereiht und gut zu überblicken. Überall tummeln sich Militärs und Security herum, die man mit dem passenden Outfit leicht umgeht. Hier ist es aber auch wieder das simple und ebenerdige Level-Design, das der Spannung und dem Anspruch einen Strich durch die Rechnung macht. Im Grunde hat man es sich völlig anders vorgestellt, was keinesfalls eine Kritik an der technischen Umsetzung sein soll, sondern viel mehr an der Kreativität. Vielleicht wurde dazu aber auch einfach nur der falsche Schauplatz gewählt, der aber wiederum Story-bedingt eine Rolle spielt.

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Kreativ zeigt man sich dafür wieder bei der Art der Kills, die einen geradezu herausfordern alles Mögliche mit den Zielen anzustellen und nicht nur unbedingt das, was euch die Herausforderungen vorgeben. An dieser Stelle merkt man wieder sehr deutlich, welch ungeahnte Freiheiten Agent 47 zur Verfügung stehen, die wir bereits von Anfang an loben und einen stundenlang mit dem Spiel beschäftigen lassen.

Soundtechnisch bleibt auch in Episode 5 alles auf dem gewohnt hohen Niveau, mit tollen Synchronsprechern und einer spannenden und passenden Hintergrundmusik, die das Geschehen auf dem Bildschirm stets perfekt untermalt.

TEST: Hitman – Episode 5 – Agent 47´s wirklich gefährlichster Auftrag?
„Der Warm-Up zum Finale der ersten Season zu HITMAN fällt in der Summe sicherlich ein wenig unspektakulär aus, als es IO Interactive angekündigt hat. Die Mantelstory wird um ein ganzes Stück vorangebracht und lässt nun neugierig auf das Ende blicken. Die Herausforderungen sind diesmal jedoch, trotz doppelt so vieler Ziele, viel zu einfach und das Level-Design kann nicht mit den vorherigen Episoden mithalten. Geht IO etwa schon die Luft aus? Sicherlich hat das eine viel mit dem anderen zu tun, sodass einem nur die Option bleibt, sich das Leben und die Mission auf eigene Faust schwer zu machen. Bleibt zu hoffen, dass man mit Episode 6 wieder zum sonst gewohnt hohen Level zurückkehrt und die Season I mit einem wahren Knall enden lässt. Das Potenzial dazu ist zumindest noch vorhanden.“
8.5
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