TEST: Life is Strange Episode 4 – Das Geheimnis des Dark Room

Mit was für einem schockierendem Cliffhanger ließ Entwickler DontNod Entertainment die Fans ihres  Episoden-Adventures „Life is Strange“ vor rund acht Wochen zurück und machte die Wartezeit auf die heute erschienene Episode ‚Dark Room‘ zu einer wahren Tortur für diese.

Bislang übertraf eine Episode jeweils die vorherige und die Geschichte rund um das Verschwinden der Studentin Rachel Amber in  der verschlafenen Kleinstadt Arcadia Bay hat  inzwischen volle Fahrt aufgenommen. Unsere Protagonistin Max wurde sich zunehmend ihrer besonderen Fähigkeit bewusst, ein Blick in die Zukunft und dessen Ereignisse werfen zu können, die Zeit rückwärts laufen zu lassen, Freunde damit vor dem Tod zu bewahren, aber auch die Konsequenzen ihres Handelns zu erfahren – und das teils auf sehr dramatische Art und Weise, wie uns schmerzlich vor Augen gehalten wurde. DontNod verspricht mit ‚Dark Room‘ nun die bisher ambitionierteste und „heftigste“ Episode von „Life is Strange“, sodass wir unglaublich gespannt waren und zum inzwischen vierten Mal nach Arcadia Bay zurückkehren.

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Der Butterfly Effect …

Max hat inzwischen eine Art zweite Fähigkeit an sich entdeckt, die den Butterfly Effect quasi perfekt macht und damit die gesamte Geschichte umschreibt, die zu dem dramatischen Ende von ‚Chaos Theory‘ führten und die das Bild der bis dato schon recht depressiven Story weiter ausmalt. Dies gipfelt bereits in der ersten Spielstunde von ‚Dark Room‘ in eine Situation, die man eigentlich niemandem wünscht und euch vor eine Entscheidung stellt, die einen zunächst erstarren lassen wird.

Aber hey, warum nicht seine neu entdeckten Kräfte nutzen, um die Geschichte nochmals umzuschreiben und zu versuchen wieder alles ins rechte Lot zu bringen? Eine Wahl hat man ohnehin nicht. Man kann in diesem Fall zwar alle Optionen abwägen und sich entscheiden wie man möchte, die Story wird allerdings mit allen Mitteln wieder auf den ursprünglichen Kurs gebracht und eure Entscheidung dadurch etwas übergangen. Die Konsequenz daraus wird die sein, dass ihr letztendlich mit einer tragischen Entscheidung und dem Wissen dazu leben müsst. Persönlich finde ich, dass man schon hier eine kleine Chance verpasst hat, dem Spieler seine Entscheidung tatsächlich aufzubürden und die Story in unterschiedliche Richtungen zu lenken, was im Gesamtkonzept sicherlich noch interessanter gewesen wäre.

Life Is Strange™_20150728122544Hat man dieses erste Gefühlchaos von ‚Dark Room‘ einmal überstanden, machen wir uns wieder direkt auf die Suche nach der vermissten Rachel Amber, die diesmal stärker denn je vorangetrieben wird. Eure Aufgabe besteht im Wesentlichen darin, weitere Puzzleteile zu ihrem Verschwinden zusammenzutragen, diese richtig zu kombinieren und so den mysteriösen Dark Room zu finden. Heftiger denn je geratet ihr so in weitere Auseinandersetzungen, sei es mit Nathan Prescott, der irgendwie der Schlüssel zu allem zu sein scheint oder mit dem Drogendealer Frank und seiner gemeinsamen Vergangenheit mit Rachel.

Auffällig in ‚Dark Room‘ sind die zunehmend komplexer werdenden Konversationen, mit denen ihr die Geschichte und Ereignisse steuern könnt. Dank des Rewind-Features habt ihr weiterhin die Möglichkeit eure Optionen abzuwägen, Gespräche in eine andere Richtung zu lenken oder gar dessen Ausgang zu beeinflussen. So kann zum Beispiel die Konfrontation mit Frank durch Max´s Empathie darüber entscheiden, ob ihr mit Gewalt zu eurem Ziel kommt oder gar fast freundschaftlich, wobei man hier wieder offen lässt, welche Konsequenzen dies später für euch haben wird.

Mit ‚Dark Room‘ setzt DontNod das seit Monaten gelobte Entscheidungs- und Konsequenzen-System fort, bei man sich niemals sicher sein kann, was nun wirklich das Richtige in dieser oder jener Situation ist oder was es noch für Auswirkungen nach sich zieht. Man möchte das Spiel regelrecht dafür verfluchen, ist gleichzeitig aber völlig fasziniert davon, wie nahe einem das persönlich gehen kann, sodass man sich auch lange im Nachhinein noch den Kopf darüber zerbricht, was wäre wenn ich mich anders entschieden hätte? Man muss sich wohl damit abfinden, dass es nicht die eine richtige Antwort im Spiel geben wird [wie so oft auch im richtigen Leben] und genau in diesem Punkt sticht „Life is Strange“ gegenüber seinen Genrevertretern deutlich hervor und gilt zukünftig  wohl als der Maßstab, wenn es um verzweigte Handlungsstränge  geht.

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Wie die vorherigen Episoden endet auch ‚Dark Room‘ wieder mit einem Cliffhanger, den man so wohl nicht hat kommen sehen. Nicht ganz so schockierend wie der in ‚Chaos Theory‘, aber nicht weniger neugierig sind wir nun auf das Staffelfinale. Erste Theorien wird man sich bereits mit der aktuellen Episode zusammenreimen, wobei DontNod sicherlich auch hier wieder zu überraschen weiß.

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Spielerisch, aus Sicht der Atmosphäre, der Grafik und des Sounds hält DontNod genau das Level der vorherigen Episoden, sodass man sich erneut auf das gewohnt wohlige und authentische Setting einstellen darf, umgeben von dem angenehmen Soundtrack und den sympathischen Charakteren, die euch in der Blackwell Academy begegnen. Zudem besucht man wieder einige neue Orte, darunter den Strand, eine Club Party inmitten der Schwimmhalle oder eine abgelegene Scheune.

Entwickler: DontNod Entertainment
Publisher: Square Enix
Release: 28. Juli 2015
Offizielle Homepage: www.lifeisstrange.com

TEST: Life is Strange Episode 4 – Das Geheimnis des Dark Room
„DontNod hat sicherlich nicht zu viel versprochen, dass euch mit ‚Dark Room‘ die bisher heftigste Episode von ‚Life is Strange‘ bevorsteht. Das Tempo geht zwar etwas zurück, aber das Puzzle fügt sich rapide zusammen und lässt schon jetzt wilde Theorien aufkommen, wie das Spiel womöglich enden wird. Das Entscheidungs-System wird weiterhin konsequent durchgesetzt und lässt euch die Auswirkungen hautnahe und in einer Art und Weise miterleben, wie man es nur selten in einem Spiel geboten bekommt, nicht zuletzt auch durch die authentische Thematik und Atmosphäre, die euch in 'Life is Strange' umgibt. Die Spannung auf das Finale ist somit weiterhin ungebrochen, sodass uns nun wieder ein paar schwere Wochen der Ungeduld bevorstehen.“
9.3
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