TEST: Marvel’s Iron Man VR – Ein VR-Must-Have

Bereits mit Marvel’s Spider Man hat Sony Entertainment eine erfolgreiche Kooperation mit dem Sensations-Franchise auf den Markt gebracht. Auf der letzten Gamescom präsentierte man nun die neuste Zusammenarbeit mit Marvel’s Iron Man VR, ein Titel für Sony’s Virtual Reality Brille, in welchem man in die Rolle des ikonischen Tony Stark schlüpft, sich seinen metallischen Anzug überzieht und gegen einen mächtigen Feind antreten muss. Aber kann der Titel die Erwartungen erfüllen? Schließlich hat man im Vorfeld diese schon so hoch gehängt, dass eine Bruchlandung fast ausgeschlossen erschien. Nun denn, wir sind gespannt!

Ich bin Iron Man vs Tücken der VR-Technik

In Marvel’s Iron Man VR erleben wir zunächst die Anfänge des Avengers, der sein Leben vom Waffenproduzenten mit Gewissensbissen zum Helden in Metallhosen umkrempelt, gemeinsam mit seiner Partnerin und Assistentin Pepper Potts. Wir erleben seine ersten Flugversuche um sein Haus in Malibu, sowie die Verabschiedung der exzentrischen und auf seine Weise produktive KI Gunsmith und damit das Ende einer Ära und den Beginn einer neuen Legende.

Jahre später wird Tony dann allerdings von seiner ungeliebten Vergangenheit eingeholt. Während er und Pepper mit seinem Jet unterwegs sind, wird dieser plötzlich von der geheimnisvollen Widersacherin Ghost ferngesteuert, während eine seiner alten Drohnen das Flugzeug angreift, die somit Richtung Boden stürzt. Zwar kann Tony den Jet retten, Pepper wird dabei aber verletzt und verbringt die restliche Zeit im Krankenhaus. Natürlich kann er diesen Angriff nicht auf sich sitzen lassen und versucht nun dahinter zu kommen, was Ghost von ihm will und warum sie Jagd auf ihn macht. Unsere Reise bringt uns dazu an verschiedene Locations, wie ein altes Raketensilo, die Metropole Tokyo oder eine S.H.I.E.L.D Helicarrier.

VR-typisch erleben wir das Abenteuer aus der Ego-Perspektive im inneren des Iron-Man Anzuges, bekommen dabei ein kleines HUD angeboten und haben die volle Kontrolle. Je nach Haltung der beiden zum Spielen vorgeschriebenen Move-Controller können wir entweder unsere Flugrichtung steuern, oder auf einen Feind zielen. Halten wir dabei die Handfläche nach vorne, feuern wir mit unseren Repulsoren, knicken wir die Handfläche nach unten, dann aktivieren wir unsere Zweitwaffe, wie etwa Raketen oder Granaten. Hin und wieder müssen wir auch Objekte greifen, Hebel ziehen oder mit dem Raketenschlag auf Feinde einprügeln. Die Bewegungen sind dabei völlig intuitiv und gehen sehr schnell in Fleisch und Controller über, einzig an die Tastenbelegung muss man sich hier und da etwas gewöhnen, wie etwa um eine Faust zu ballen. Aber auch das hat man man einigen Flugminuten schnell verinnerlicht.

Auf uns warten neben den verschiedenen Missionsgebieten auch Zeitrennen und einige andere Herausforderungen, mit denen wir Erfahrungspunkte sammeln und damit unseren Anzug in der Werkstatt in Malibu nach unseren Vorstellungen anpassen können. Verbesserte Geschwindigkeit, die passenden Zweitwaffen oder eine andere Lackierung, all das ist möglich und hier und da auch notwendig.

Leider stellt uns die VR-Technik das ein oder andere Bein, wodurch das Spielerlebnis ein wenig getrübt wird. Gerade technisch haben wir immer mal wieder mit Rucklern oder matschigen Texturen zu tun, und auch die Flugsteuerung macht uns manchmal ein wenig zu schaffen, wodurch wir unser Ziel nicht immer unbedingt auf Anhieb erreichen. Und auch an Abwechslung fehlt es dem Titel. Es gibt zum Beispiel nur sechs Gegnertypen, denen wir zwar mit unseren Waffen zusetzen können, es fehlt aber an spektakulären Kämpfen gegen Superschurken, die nur so vor Action und Effekten strotzen, ebenso könnte das Missionsdesign etwas mehr pepp vertragen.

Alles in allem bietet Marvel’s Iron Man VR ein gelungenes Gameplay bei einer sehr interessanten Story. Wir bekommen ein gutes Superhelden-Feeling vermittelt und können uns sehr schnell in seine Rolle einfügen. Wir bekommen einige Möglichkeiten geboten, um den Anzug anzupassen und uns auch neben der Story die Zeit zu vertreiben. Leider hat der Titel mit dem ein oder anderen technischen Problem zu kämpfen und auch an Abwechslung fehlt es hier und da. Mit rund sechs Stunden Story und den verschiedenen Nebenmissionen bekommen wir aber genug geboten, um den Titel lange genug zu genießen. Für ein VR-Spiel zudem durchaus angemessen.

Auf du und du mit Fury

Das schöne an VR-Titeln ist ja, dass wir das Gefühl bekommen, selbst Teil der Handlung zu sein. So ist es auch bei Marvel’s Iron Man VR. Der Titel geht dabei sehr logisch und strukturiert vor und bindet uns selbst in den kleinsten Situationen mit in die Handlung ein. So greifen wir mal nach einer Akte, ziehen einen Hebel oder drücken einen Knopf. Darüber hinaus schauen uns die Figuren in allen Zwischensequenzen immer ins Gesicht, wenn sie mit uns reden. Auch die Steuerung gibt uns ein schönes Gefühl und lässt uns glauben, dass wir Iron Man sind. Dieses hohe Mittendrin-Gefühl ist dabei zwar ein Highlight in Sachen Spielerlebnis, führt aber bei einigen Spielern zu starker Motion-Sickness, selbst bei denen, die sonst kaum Probleme damit haben. Zum Glück gibt es hier einige Optionen, die dagegen helfen sollen – das muss man für sich persönlich optimieren.

Nicht nur die Darstellung vom Iron Man.Anzug ist gut gelungen. Auch die anderen Figurenmodelle sehen sehr anständig aus, und auch die einzelnen Level haben einen gewissen Charme, der ihren Charakter gut widerspiegelt, egal ob Wasserspritzer, wenn wir knapp über der Oberfläche in Malibu umherfliegen, oder die grellen Lichter in den Häuserschluchten von Tokyo. Der einzige Kritikpunkt ist hier, dass die Level ein wenig mehr mit Leben hätten gefüllt sein können, da man außer uns und den gegnerischen Drohnen kaum mal jemandem begegnet. Hinzu kommt, dass die Kämpfe immer mal wieder etwas unübersichtlich werden und man den Überblick verlieren kann. Abgerundet wird das Ganze mit einem gelungenen Sound, der die Effekte gut einfängt, sowie einer ansprechenden, deutschen Synchronisation.

TEST: Marvel’s Iron Man VR – Ein VR-Must-Have
"Wie erwähnt, waren die Versprechungen und Ambitionen für diesen VR-Titel besonders hoch und können allgemein auch erfüllt werden. Insgesamt lässt sich der Titel als sehr atmosphärisch bezeichnen. Wir tauchen vollständig in die Rolle des Avengers ein, fühlen uns in dieser Rolle schnell wohl und gehen darin voll auf. Es sind die kleinen Momente, an denen man dieses Gefühl vor Augen geführt bekommt: ICH bin Iron Man. Als Beispiel: Wenn wir aus dem Jet stürzen, um diesen vor dem tödlichen Absturz zu bewahren, müssen wir unseren Anzug in Einzelteilen während des Fluges anziehen. Dabei müssen wir unsere Arme und Beine bereithalten, um die einzelnen Ausrüstungsteile aufzusammeln. Wenn uns die Teile treffen gehen wir aus Reflex mit dem Arm nach hinten, als wären wir wirklich getroffen worden. Gleiches gilt auch für den Laserbeam aus der Brust des Anzuges, die wir automatisch rausdrücken, auch wenn das überhaupt nicht nötig wäre. Auch das Gameplay sowie die Steuerung unterstützen dieses realistische Gefühl. Hinzu kommt eine ganz ansprechende Grafik, die im Rahmen eines guten VR-Games daherkommt, sowie eine gute Darstellung der Figuren, der gegnerischen Maschinen, der Level und auch des Anzuges. Negativ zu bewerten sind die fehlende Abwechslung im Missionsaufbau, der etwas hektischen und unübersichtlichen Kämpfe, sowie der leichten Probleme bei der Flugsteuerung. Nichtsdestotrotz ist Marvel’s Iron Man VR einer der intuitivsten und überzeugendsten VR-Titel, der grandios aufzeigt, warum VR eine Welt für sich ist, die man unbedingt erlebt haben muss."
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