TEST: Mortal Kombat auf PlayStation Vita

Mit Mortal Kombat kehrte im vergangenen Jahr das Kult-Beat `em Up für Konsolen zurück und erwies sich als äußert erfolgreich. Nun rückt der PlayStation Vita-Ableger nach, der im Grunde ein direkter Port der PlayStation 3-Version ist.

PS Vita Besitzer dürfen sich jedoch auf die ultimative Version des Spiels freuen, da hier nicht nur sämtliche DLCs enthalten sind, sondern auch exklusive Features und Inhalte. Ob sich der Kauf der PS Vita Version lohnt, das verraten wir euch jetzt.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Mortal Kombat für PS Vita um einen direkten PS3 Port, weshalb wir uns hauptsächlich auf die neuen Inhalte konzentriert haben und auf die technische Umsetzung. Wer einen Blick auf den originalen Test werfen möchte, findet diesen zur Ergänzung hier.

Die PS Vita Version enthält genau wie die PS3-Version den klassischen Arcade- und Kampf-Modus, den Story-Modus, den Turm der Herausforderungen, das Training, sowie den Versus- und Tag Team-Modus. Auch die Krypta und die Nekropolis sind wieder dabei. Neu hinzugekommen sind ein zweiter Herausforderungs-Turm, zwei zusätzliche Bonus-Spiele, sowie exklusive Outfits. Komplett wegefallen ist natürlich der 3D-Support und leider auch der spaßige ‚King of the Hill‘ Onlinemodus. Was wir ebenfalls vermissen ist das AR-Feature, welches zuvor in einem Trailer zu sehen war und euer Wohnzimmer in eine Kampfarena verwandelte.

Der Story-Modus ist der Gleiche wie in der PS3-Version und führt euch durch das zehnte Mortal Kombat Turnier, in dem ihr um das Schicksal des Erdenreiches kämpft. Positiv hervorzuheben ist diesmal jedoch, dass die Zwischensequenzen aufgrund des kleineren Bildschirms nicht mehr so verpixelt aussehen. Das war definitiv ein Kritikpunkt damals, der dem ohnehin etwas unnötigen Story-Modus weiter schadete.

Der Bonus-Turm der Herausforderungen bietet gegenüber der PS3-Version 150 zusätzliche Herausforderungen, die aus verschiedenen Aufgaben bestehen. Einfache Fights, die mit Handicaps versehen wurden, Bonusspiele, Reaktionsspiele, oder alles gemischt. So zum Beispiel müsst ihr einen gewöhnlichen Kampf austragen und gleichzeitig mit dem Touchscreen Objekte wie Raketen zerstören, die auf euch gerichtet sind. Die Herausforderungen werden idealerweise auch dazu genutzt, um die speziellen PS Vita Features zu trainieren, wie das Ausführen von Fatalities mithilfe des Touch-Screen oder um allgemein Moves zu üben. Die Türme der Herausforderung bieten so nicht nur reichlich Abwechslung, sondern auch für eine längere Zeit ausreichend Unterhaltung.

Bei den beiden neuen Bonusspielen handelt es sich um ‚Teste deine Balance’ und ‚Teste dein Schlitzen‘. Bei ‚Teste deine Balance‘ müsst ihr über 15 Ebenen auf einem schmalen Objekt über eine bestimmte Zeitspanne die Balance halten, in dem ihr die Bewegungssensoren der PS Vita nutzt. Gelingt euch das nicht, fallt ihr unweigerlich in eine tödliche Grube. Bei ‚Teste dein Schlitzen‘ fliegen irgendwelche Gegenstände wie abgetrennte Köpfe, Schädel oder Organe wild durchs Bild, die durch das Streifen über den Touch-Screen zerschnitten werden müssen. Gleichzeitig fliegen aber auch Bomben durchs Bild, die durch Schütteln zum Explodieren gebracht werden können. Je höher ihr hier in der Stufe steigt, desto schwieriger wird das Ganze natürlich auch. Die insgesamt sechs Bonusspiele sind auch weiterhin eine willkommene Abwechslung zwischen den Fights.

Weiterhin unglücklich umgesetzt ist, dass jeder Spielmodus strikt voneinander getrennt ist. Im Arcade-Kampf müsst ihr zehn Fights hintereinander antreten und am Ende Shao Khan besiegen. Hier hätte man durchaus die Bonusspiele oder Herausforderungen zwischendurch mit einbringen können, um das Ganze aufzulockern. Etwas, das wir bereits damals angemerkt haben.

Wer sich online austoben möchte, bekommt dazu auch auf der PS Vita die Chance. Via WiFi oder Ad-Hoc könnt ihr eure Freunde oder Spieler aus der ganzen Welt herausfordern. Zur Auswahl stehen jeweils klassische 1vs1 oder Tag Team Fights. Es gibt Ranglistenkämpfe, private Matches, Spieler-Statistiken und Bestenlisten. Anders als auf der PS3-Version, geht das nur mit maximal zwei statt vier Spielern.

Das Gameplay von Mortal Kombat orientiert sich weiterhin am klassischen Style der Serie und wagt auch auf der PS Vita keine großen Experimente. Als kleine Innovation, den Touchscreen mit ins Gameplay zu integrieren, ist eine nette Idee und wurde insofern gut gelöst. So sollen zum Beispiel Fatalities durch das wischen mit dem Finger über den Bildschirm ausgeführt werden. Das funktioniert meist nur solange wirklich gut, bis man für einen Fatality keinen Button zusätzlich benötigt. Jeder Rechtshänder wird auch mit einem rechten Finger über den Bildschirm wischen. Beim Umgreifen auf die Buttons, ist die Pause aber oft zu lang, um den Fatality dann auch erfolgreich umzusetzen. Bei den X-Ray Moves setzt man alternativ ebenfalls auf den Touch-Screen. Hat sich eure Powerleiste komplett gefüllt, reicht ein Antippen auf das X am Ende der Leiste. Ansonsten erwartet euch das gewohnt gute Gameplay-Konzept von Mortal Kombat. Einige werden vielleicht Schwierigkeiten mit den kleinen Tasten haben, immer gleich die richtige zu treffen. Hier macht sich ein Controller sicherlich deutlich besser.

Grafisch kann sich Mortal Kombat ebenfalls auf der PlayStation Vita sehen lassen. Zwar reicht es nicht ganz an den großen PS3 Bruder heran, aber dieser Aspekt ist auf einem Handheld nicht immer ganz so wichtig. Positiv zu erwähnen wäre, dass man die 60fps auch auf der PS Vita beibehalten hat und so alles flüssig vor einem abläuft. Auf dem Display wirkt das ziemlich beeindruckend. Dafür hat man bei der Anzahl der Polygone bei den Charakteren und den Stages etwas gespart und genau das macht sich auch bemerkbar. Die Kanten sind nicht immer so sauber wie auf der PS3, was uns zum ersten Mal besonders bei Sindel und ihren Haaren aufgefallen ist, die doch schon recht kantig aussehen, wenn sie diese erst einmal schwingt, um ihren Gegner damit zu Boden zu stampfen. Im Gesamten sieht Mortal Kombat auf PS Vita aber gut aus, bietet abwechslungsreiche und farbenfrohe Stages, sowie die gewohnt guten Animationen der Kämpfer.

Die Ladezeiten des Spiels sind verschwindend gering, so dass man das Spiel schnell starten und sofort mit den Fights beginnen kann. Hat man doch einmal verloren, kann der Fight sofort von neuem beginnen, ohne das die gesamte Stage neu geladen werden muss. Hier hat Netherrealm einen wirklichen guten Job gemacht, der den Spielspaß auch unterwegs keinesfalls ausbremst.

Offizielle Homepage: themortalkombat.com

TEST: Mortal Kombat auf PlayStation Vita
„Mortal Kombat gehört auch auf der PS Vita zu einem der besten Beat èm Ups und kann sich hier definitiv sehen lassen. Es ist die umfangreichste Version des Spiels, die in der Hinsicht die großen Konsolen-Ableger übertrumpft. Die beiden zusätzlichen Minispiele sind nett gemacht und werten das Spiel auf. Gameplay-technisch steht das Spiel der PS3 Version ebenfalls in Nichts nach und wurde um schöne Touch-Screen Features erweitert, auch wenn sie im Fall der Fatalities nicht immer optimal genutzt werden können. Grafisch macht Mortal Kombat einen guten Eindruck, auch wenn es nicht ganz an die Konsolen-Versionen heran reicht. Da es ein Handheld-Spiel ist, kann man über den einen oder anderen Makel durchaus hinweg sehen. Allerdings bekommt das fehlende AR-Feature, auf das man sich irgendwo gefreut hatte, einen Minuspunkt. Der gezeigte Trailer damals ist in unseren Augen eine klare Kundentäuschung. Allgemein kann man sagen, dass sich die Versprechungen für die PS Vita Version nach mehr angehört haben, als man letztendlich geliefert bekommt. Alles in allem aufeinander aufgerechnet, gleichen die wenigen Extras nicht das aus, was an dem Spiel sonst zu bemängeln ist. Eine Kaufempfehlung für PS Vita Besitzer und Mortal Kombat Fans ist das Spiel aber allemal.“
8,5
0
Dein Kommentar dazu interessiert uns!x
()
x