TEST: MotorStorm Apocalypse – Racing zwischen Chaos und Überleben!

Über zwei Jahre ist es nun her, dass MotorStorm über die PS3 gerast ist und nachdem MotorStorm Pacific Rift nicht mehr ganz so beeindrucken konnte wie noch das Original, versucht sich Sony diesmal nicht nur an einem neuen Setting, sondern hat das ganze Konzept aufgebohrt.

Die Apokalypse beginnt!

Das Spiel beginnt mit einer Intro-Sequenz, die nur vage erahnen lässt, was diesmal auf euch zukommt. Aus dem Wüsten- und Canyon- Setting des ersten Teils und dem tropischen Klima in MotorStorm Pacific Rift steht ihr nun vor von Katastrophen bedrohten Großstädten. Der perfekte Ort für Rennen?

Genau hier setzt auch die erste Neuerung in MotorStorm Apocalypse an, nämlich, dass man dem Spiel eine Story verpasst hat. Ihr als Teil der Organisation MotorStorm wollt trotz der Erdbebenwarnmeldung ein Festival veranstalten, das dem privaten Sicherheitsunternehmen Dusklite überhaupt nicht passt. Dieses muss sich nämlich noch mit rebellierenden Einwohnern und Gangs herum schlagen. Im Sinne des Schutzes des eigenen Lebens und der Sicherheit ist euer Festival also nicht erwünscht.

Vom Flugzeugträger gelangt ihr mittels waghalsiger Manöver und Booten dennoch an die verschiedenen Veranstaltungsorte auf der gesamten Welt und befindet euch auch schon in den ersten Rennen. Diese bringen euch die grundlegenden Tricks und Features von MotorStorm bei. Begleitet wird das Ganze von einem Reporterteam, das live von dem Geschehen berichtet.

Die Story von MotorStorm Apocalypse wird in einem bunten Comic-Look erzählt, es gibt viele verschiedene Charaktere, die sogar gute Synchronstimmen vorweisen können, und immer wieder Zwischensequenzen, welche die ganze Sache zwischen den Rennen auflockern.

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Um voran zu kommen muss man natürlich gewinnen. Es gibt vier verschiedene Renntypen, die sich in normales Rennen, Eliminator, Zeitrennen und Verfolgung aufteilen. Für ein Rennspiel leider ein bisschen wenig Auswahl. Bei normalen Rennen gilt es darum möglichst Erster zu werden, wobei auch hintere Platzierungen die Qualifikation fürs nächsten Rennen bringen. Im Eliminator wird im Sekundentakt jeweils der Letzte aus dem Rennen katapultiert und in Verfolgung fahrt ihr über mehrere Runden, in denen ihr Punkte sammeln müsst, um am Ende aller Runden an der Spitze zu stehen.

Während der Rennen gilt es weitere Ziele zu erfüllen, darunter auf der Strecke verteilte Karten einsammeln, eine bestimmte Platzierung erreichen oder Gegner spektakulär von der Piste fegen. Auch das ist eine wesentliche Neuerung gegenüber den beiden Vorgängern und bringt euch diverse Boni und Belohnungen, wie Outfits für eure Charaktere, Vinyls und Decals für eure Fahrzeuge oder neue Fahrzeugteile. Dazu später mehr.

Die Rennen von MotorStorm Apoalypse bieten ein wahres Action-Feuerwerk. Trotz der Erdbebenwarnung lasst ihr es euch natürlich nicht nehmen an diesen teilzunehmen und werdet, wie soll es auch anders sein, mitten in die Naturkatastrophen geworfen. Einstürzende Häuser um euch herum, Tornados, flüchtende Menschen auf den Straßen, Explosionen von allen Seiten oder Brücken, die unter eurem Boden weg brechen. Das alles zusammen ergibt die abenteuerlichsten Rundkurse, bei denen eine einst ebene Straße zur Sprungschanze wird, U-Bahntunnel zu tiefen Kratern oder die Dächer von Hochhäusern zu tödlichen Abgründen. Die authentische Soundkulisse, wenn Häuser bröckeln oder sich der Stahl der Brücken biegt, tun ihr übriges dazu.

Damit nicht genug könnt ihr während der Rennen auch wieder Fallen auslösen, welche die Streckenverläufe noch einmal verändern oder eure Gegner darunter begraben. Hinzu kommt das Sicherheitsunternehmen, das euch die Rennen zusätzlich erschweren, auf euch schießen oder Hindernisse in den Weg räumen. Ihr selber könnt euch im Rennen natürlich auch verteidigen, zum Beispiel nach rechts oder links rammen und so versuchen eure Gegner von der Straße zu drängen, sofern ihr nicht mit einem Motorrad gegen einen Monstertruck antreten wollt. Zur Hilfe steht euch auch wieder der Boost, der euch in Kürze nach vorne katapultiert. Auch diesmal hat man wieder daran gedacht, physikalische Gegebenheiten einzubeziehen, wie Wasser, das euren Motor abkühlen lässt, oder Feuer, das diesen noch schneller beim Durchfahren erhitzt. Insgesamt gibt es 40 unterschiedliche Rennen mit multiplen Streckenverläufen und zahlreichen Abkürzungen, unterschiedlichsten Bedingungen und Settings, die von Hochhausdächern über zerstörte Straßenzüge bis hin zu Strandabschnitten reichen. Hier hat sich auf jeden Fall einiges getan zu den beiden Vorgängern, was in die sturen Rennen viel Abwechslung gebracht hat.

Gegner schenken euch auch diesmal nichts und der Anspruch sowie die Gegner-KI ist breit gefächert. Während es am Anfang noch recht leicht ist ein Rennen zu gewinnen, werdet ihr zum Ende hin ordentlich gefordert. Eure Gegner verteidigen sich natürlich, drängeln und schubsen was das Zeug hält. Dumme Unfälle passieren aber auch denen. So landen diese öfter im Graben oder explodieren mal gerne direkt vor der Ziellinie und schenken euch den Sieg.

Am Gameplay hat man ebenfalls neue Ansätze verfolgt und vor allem an der Fahrzeugphysik geschraubt. Wer MotorStorm 1 & 2 kennt, erinnert sich an die schwer kontrollierbaren Vehikel, die teils jeder Schwerkraft trotzten. Die Steuerung der Fahrzeuge ist deutlich zugänglicher geworden und man hat ein besseres Gefühl über die Kontrolle. Auch wenn es immer noch nicht so optimal ist, insbesondere bei den Motorrädern, die ein extremes Feingefühl benötigen. Teilweise hat man auch hier den Eindruck, dass die Fahrzeuge gar keinen Kontakt mit dem Boden haben und mehr über die Strecken gleiten statt zu fahren. Hier muss Evolution noch einige Fortschritte machen und vielleicht bei der Konkurrenz etwas abkupfern.

Insgesamt stehen euch 13 Fahrzeugklassen zur Verfügung, darunter wieder die Quads, Buggys, Motorräder, Super Bikes, Renntrucks, Monstertrucks oder Muscle-Cars. Alle in unterschiedlichen Typen, die angepasst und gepimpt werden können. Hervorzuheben sind hier auf jeden Fall die Details der Fahrzeuge.

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Allein oder gegen die ganze Welt?

Habt ihr euch durch die recht kurze Story von MotorStorm Apoalypse gebahnt, könnt ihr entweder die Kapitel einzeln noch einmal spielen und versuchen, liegengelassene Karten einzusammeln oder andere Aufgaben im Rennen zu erfüllen. Alternativ könnt ihr in den Fahrspaß-Modus einsteigen. Dieser unterteilt sich in „Schnelles Rennen“, „Multiplayer“ und „Spezial Event“.

In „Schnelles Rennen“ stehen euch alle Strecken, Fahrzeuge und Modi aus dem Story-Modus zur Verfügung. Ihr könnt euer individuelles Rennen zusammenstellen, die Gegner-KI anpassen oder die Anzahl der Runden festlegen. Für ein lockeres Rennen zwischendurch immer wieder gut.

Der Multiplayer-Modus kann online mit bis zu 16 Spielern oder offline im Split-Screen mit bis zu 4 Spielern gespielt werden. Hier habt ihr auch direkten Zugriff auf eure Freundeslisten und Spielerbegegnungen. Auch die Option „Mein MotorStorm“ steht hier zur Verfügung, die wir euch später vorstellen. Leider waren die Online-Server zum Zeitpunkt des Tests noch nicht verfügbar, sodass wir erst einmal nur den Split-Screen Modus testen konnten. Dieser ist jedoch optimal geeignet, wenn ihr euch gemeinsam mit Freunden ein aufregendes Rennen liefern wollt.

Die Spezial-Events fordern die Profis unter euch heraus. Das Hardcore-Festival schickt euch zurück in die Rennen aus der Story. Hier müsst ihr jedoch nicht nur eure Konkurrenten schlagen, sondern auch eine Spitzenzeit unterbieten. Hier zählt absolut jede Abkürzung und mit Boost darf auch niemals gespart werden.

In den Zeitrennen könnt ihr euch ein eigenes Fahrzeug auswählen und müsst versuchen Bestzeiten zu erreichen, die ihr online mit euren Freunde und der ganzen Welt in Ranglisten vergleichen könnt.

„Mein MotorStorm“, der Schlüssel zum Erfolg

Die Sektion „Mein MotorStorm“ bringt nun die Individualität in den Fahrspaß-Modus. Von der Anpassung eures Charakters, von denen über 30 zur Verfügung stehen, über die Anpassung eurer Vehikel, bis hin zu Fahrzeugpaketen ist hier alles zu finden.

Ihr könnt jedes einzelne eurer Fahrzeuge bis in Details verändern, beispielsweise Teile austauschen, Lackfarbe ändern, Vinyls und Decals anbringen. Selbst diese könnt ihr noch individualisieren oder Fahrzeugpakete mit anderen Spielern tauschen und mit deren optimalen Einstellungen fahren. Natürlich könnt ihr auch eure eigenen Fahrzeugpakete zusammenstellen und anderen Spielern zur Verfügung stellen. Die Fahrzeugpakete werden in fünf verschiedene Gruppen unterteilt, die dann jeweils angepasst werden können.

Je weiter ihr in eurem Fortschritt kommt und je mehr Erfolge ihr im Spiel erzielt, desto mehr Optionen, Fahrzeugteile und Auswahlmöglichkeiten stehen euch in „Mein MotorStorm“ zur Verfügung. Euren aktuellen Fortschritt könnt ihr hier stets in übersichtlichen Tabellen verfolgen oder zur Abwechslung eure Fotos betrachten, die ihr während der Rennen schießen könnt. Die gesammelten Karten in den Festival-Rennen geben euch Einblicke in die Geheimnisse der MotorStorm Geschichte.

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Grafische Abwechslung und in 3D

Grafisch macht MotorStorm Apocalypse wie erwartet einen hervorragenden Eindruck und zeigt was die PS3 drauf hat. Der Detailreichtum und die Gestaltung der Umgebungen geben alles her was man sich wünscht. Spätestens wenn man durch die Büros der einstürzenden Hochhäuser rast zeigt sich das. Zerstörte Versorgungsleitungen sprühen mit Funken und Wasserfontänen, Papierberge fliegen umher oder Flammen, die um euch herum wieder hochgehen, lassen euch das Chaos bei einer solchen Katastrophe spüren. Es wird reichlich Abwechslung geboten – Asphalt, der aufbricht, aufgerissene Felswände, Container Docks, Strand- und Parkabschnitte, umherliegende Trümmer, die euch entgegenschießen, oder brennende Züge ziehen an euch während der Rennen vorbei. Auch die Fahrzeugmodelle werden detailliert, bunt und abwechslungsreich dargestellt. Kleines Highlights wie Slow-Motion-Sequezen inmitten der Rennen gibt es ebenfalls. Das alles in gestochen scharfen 1080p Support.

Kleinere Grafikpatzer, wie matschige Texturen oder aufploppende Objekte findet man hin und wieder aber auch. Diese stören das Gesamtbild des Spiels jedoch nicht wirklich. Einige Abstriche muss man im Split-Screen Modus machen, der dafür aber flüssig läuft.

MotorStorm Apocalypse unterstützt unter anderem auch stereoskopisches 3D, bei dem man einige Details und etwas an der Grafik einbüßen muss. Hier wird die Auflösung auf 720p heruntergeschraubt und durch die hohen Geschwindigkeiten der Rennen verliert man manches aus den Augen. Hier zeigen sich auch die Probleme, die 3D derzeit noch hat. Während im Vordergrund bei den Fahrzeugen die 3D-Effekte hervorragend zur Geltung kommen, hat man in der Ferne mit Doppelbildern und Geisterlinien zu kämpfen. Dennoch macht MotorStorm Apkalypse in 3D eine hervorragenden Eindruck, insbesondere, wenn einem Trümmerteile entgegen geflogen kommen und man dazu verleitet wird mit dem gesamten Körper auszuweichen. Auch Ereignisse um euch herum, wie einstürzende Brücken wirken deutlich beeindruckender und steigern den Adrenalinspiegel.

Webseite: www.motorstorm.com

Hinweis: Mit unserer positiven Meinung und Begeisterung über das Spiel möchten wir keinesfalls respektlos gegenüber den Opfern und Angehörigen der verheerenden Erdbebenkatastrophe in Japan sein und sprechen an dieser Stelle unser Mitgefühl für diejenigen aus, die davon betroffen sind.

TEST: MotorStorm Apocalypse – Racing zwischen Chaos und Überleben!
Ein Umdenken bei MotorStorm war definitiv notwendig, auch wenn das einigen Fans nicht ganz gefällt, die sich wieder auf knallharte Rennen gefreut hatten. MotorStorm Apocalypse setzt auf deutlich mehr Abwechslung und witzige Ideen, anstatt nur simple Rennen um jede Sekunde und Platzierung. Der Story-Modus ist gut umgesetzt und wirkt nicht fehl am Platz, wie jüngst in anderen Beispielen. Das Thema „Apokalypse“ wird hervorragend zur Geltung gebracht und euch erwartet Chaos und Zerstörung wohin das Auge reicht. Insbesondere, wenn der Boden unter den Rädern aufreißt und weg bricht. Ein passender Soundtrack von elektronischer Musik, der euch das Adrenalin durch den Körper jagt bis hin zu sanften Klängen, welche die Ruhe nach einer Katastrophe begleitet, ist alles dabei. Einen Auszug daraus könnt ihr euch hier anhören. Racing und MotorStorm Fans können bei MotorStorm Apocalypse sorglos zugreifen und werden viel Spaß mit dem Spiel haben. Genau die richtige Mischung an Features sorgen in den Rennen für Spaß und Abwechslung. Lediglich die knappe Auswahl an Spielmodi, die Fahrzeugphysik sowie die etwas nervigen Ladezeiten sind zu bemängeln.
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