Follow

TEST: Nacon Revolution Pro Controller 3 – Gute Alternative zum DualShock 4?

Mit dem Revolution Pro Controller 3 schickt Hardware-Hersteller Nacon einen Hybrid-Controller für PlayStation 4 und PC ins Rennen, der alle Funktionen des DualShock 4 sowie zusätzliche Features bieten soll. Wir haben das Teil ausführlich getestet und schildern euch unsere Eindrücke.

Was direkt auf den ersten Blick auffällt: Die Form des Controllers sowie die Verteilung der einzelnen Bedienelemente orientieren sich am Xbox-Controller. Anders als bei der DualShock-Reihe sind die beiden Joysticks nicht parallel zueinander verbaut, sondern leicht versetzt, indem Steuerkreuz und linker Joystick die Plätze tauschen. Von der Handhabung her kommt der Revolution Pro Controller 3 tatsächlich aber dem Pro-Controller der Nintendo Switch am nächsten – fällt insgesamt allerdings etwas klobiger aus. Allgemein ist der Nacon-Controller weniger schlank als Sonys hauseigene Produktreihe und dürfte insbesondere für große Hände etwas griffiger sein. Das gilt auch für die Buttons: Die Aktionstasten fallen nämlich größer aus als beim Original-Controller der PlayStation 4. Auch die Joysticks sind etwas länger, steuern sich dadurch aber sehr präzise.

Der Revolution Pro Controller 3 verfügt über drei verschiedene Modi: PS4-Modus, PS4 Advanced Modus sowie PC-Modus. Diese sind über einen dreistufigen Schalter an der Unterseite anwählbar. Im PS4-Modus unterstützt der Controller die Kernelemente, die uns vom DualShock 4 bestens bekannt sind: Bewegungssensoren, wie sie zuletzt zum Beispiel bei Concrete Genie zum Einsatz kamen, Touchpad-Funktion, duale Vibration, Headset-Anschluss, die Tasten PS, Share, Options, L1-L3 und R1-R3 sowie Richtungs- und Aktionstasten. Darüber hinaus gibt es noch vier Shortcut-Buttons an den Innenseiten der beiden Griffe: Diesen lassen sich alle Funktionen (außer PS, Share, Options und Touchpad) zuweisen, indem man sie für 3 Sekunden gedrückt hält und anschließend die Auswahl mit der gewünschten Taste bestätigt. Das ist insofern praktisch, weil es ermöglicht, bestimmte Elemente zu bedienen, für die man normalerweise den Joystick aus der Hand geben müsste – Stichwort: Steuerkreuz.

Der PS4 Advanced Modus legt noch eine Schippe drauf und ermöglicht, den Controller zu personalisieren – allerdings nur mit entsprechender Software. Die gibt‘s auf der Nacon-Website kostenlos zum Download für PC und Mac. Damit lassen sich die Joysticks sowie das Steuerkreuz feinjustieren und alle Buttons nach Wunsch belegen. Die Vibrationsintensität ist sogar für beide Seiten des Controllers individuell einstellbar. Darüber hinaus kann man sich bis zu 4 Profile mit den favorisierten Einstellungen anlegen. Ähnlich funktioniert auch der PC-Modus, nur dass dieser die Einstellungen für die Benutzung am PC übernimmt.

Ein nettes Extra: Im Lieferumfang sind kleine Gewichte (2x10g, 2x14g und 2x16g) enthalten, die sich mit wenig Aufwand in den Griff des Controllers einsetzen lassen, um der Haptik etwas nachzuhelfen. Insgesamt lässt sich der Revolution Pro Controller 3 also ganz nach dem eigenen Gusto zusammenstellen. Optisch wirkt er durchaus stylisch und hochwertig. Mit der Nacon-Companion-App kann man sogar die Hintergrundbeleuchtung für den rechten Joystick einstellen.

Ein paar Makel gibt es aber trotzdem: Uns ist zum Beispiel aufgefallen, dass die Bewegungssensoren nicht mehr funktionieren, sobald ein Headset oder Kopfhörer an den eingebauten Klinkeneingang am Controller angeschlossen ist. Das fanden wir dann doch ein wenig bizarr. Und, was bereits für viele ein Ausschlusskriterium sein könnte: Der Revolution Pro Controller 3 hat keinen eingebauten Akku. Das heißt im Klartext: Er funktioniert nur kabelgebunden. Bei Hardware von der Preisklasse (109,99 €) ist das sehr bedauerlich. Das mitgelieferte Kabel hat zwar immerhin eine Reichweite von drei Metern, Wireless-Verbindung wäre uns aber lieber gewesen. Verbindungsabbrüche oder Ähnliches haben wir dafür nicht erlebt.

Summary
Der Revolution Pro Controller 3 setzt voll und ganz auf Personalisierung. Ob er für den eigenen Gebrauch geeignet ist, hängt also stark davon ab, wie sehr man individuelle Einstellungsmöglichkeiten am DualShock 4 vermisst. Die Zielgruppe ist relativ klar: Er richtet sich vor allem an kompetitive Spieler, die mithilfe von Hardware ihre spielerische Leistung optimieren wollen. Und für die dürfte er durchaus nützlich sein: Gerade im Shooter-Segment sind Shortcut-Buttons an den Griffen des Controllers ein brauchbares Feature, weil sie sich bedienen lassen, ohne die beiden Joysticks zum Bewegen und Zielen aus der Hand zu legen. Wer solche Zusatzfunktionen nicht braucht, sollte hingegen gut überlegen, ob er sein Geld für die teure Hardware ausgibt. Die Kabelbindung ist schon ein starkes Manko. Dazu kommt: Dass Nacon alle Funktionen des DualShock 4, einschließlich Touchpad, Bewegungssensoren und Kopfhörereingang, in die hauseigene Hardware integriert hat, finden wir durchaus lobenswert - dass die Bewegungssteuerung aber so fehleranfällig ist, gibt uns trotzdem zu denken.
Good
  • viele Einstellungsmöglichkeiten
  • gute Haptik
  • hochwertiges Design
  • großer Funktionsumfang
Bad
  • Kabelbindung
  • fehleranfällige Bewegungssensoren
  • hoher Preis
7.5
Good