
Es ist eine der härtesten Fragen im Action-Genre: Kann eine klassische Serie wie Ninja Gaiden nach über einem Jahrzehnt Abwesenheit noch relevant sein? Team Ninja und PlatinumGames liefern mit Ninja Gaiden 4 die Antwort. Und die lautet: Ja, aber nicht ohne Herausforderungen. Das Spiel ist gleichzeitig ein Tribut an die Vergangenheit und ein Versuch, sich modern zu positionieren. Wieso und warum, erfahrt ihr in unserem Review.
Präzision trifft Intensität
Schon in den ersten Minuten wird klar: Ninja Gaiden 4 ist gnadenlos. Es verlangt vom Spieler volle Konzentration, präzises Timing und strategisches Vorgehen. Die schnellen Combos, die die Serie seit jeher auszeichnen, sind zurück, diesmal aber erweitert um neue Mechaniken, die das Kampfsystem noch anspruchsvoller und zugleich befriedigender machen.
Die beiden Hauptcharaktere, Yakumo und Ryu, spielen sich unterschiedlich genug, um echte Wahlmöglichkeiten zu bieten. Yakumo ist aggressiv, riskant und belohnt Mut mit hohen Schadenspotenzialen. Ryu ist methodischer, seine Kämpfe belohnen defensive Präzision und überlegte Konter. Beide Figuren haben Zugriff auf sogenannte Power-Modes: Yakumo aktiviert den „Blood Raven“-Modus, Ryu den „Gleam“-Modus. Diese Verstärkungen erlauben mächtige Angriffe, Crowd-Control und Bossunterbrechungen, setzen den Spieler aber gleichzeitig unter Druck, sie taktisch einzusetzen. Wer einfach wild drauflos drückt, wird bestraft – was dem Spiel seine charakteristische Härte bewahrt.

Defensive Optionen erweitern das Gameplay
Erfreulicherweise hat Ninja Gaiden 4 das defensive Arsenal stark verbessert. Perfect Blocks und Perfect Dodges sind keine bloßen Schönheitsfeatures, sondern integraler Bestandteil des Kampfsystems. Richtig getimt, eröffnen sie Follow-Up-Attacken und ermöglichen strategische Angriffe, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Diese Neuerungen geben Veteranen mehr Ausdrucksmöglichkeiten und erhöhen gleichzeitig den Lernspielraum für Neueinsteiger, die langsam in die Mechaniken eingeführt werden.
Das Kampfsystem vermittelt so ein seltenes Gefühl. Du kontrollierst die Action, anstatt von ihr überwältigt zu werden. Fehler werden zwar gnadenlos bestraft, aber niemals unfair. Wer sich die Zeit nimmt, die Mechaniken zu verstehen, wird mit spektakulären Kills und cineastischen Combos belohnt.
Härte trifft Design
Die Bosskämpfe sind wieder der Kern des Spiels, und sie enttäuschen nicht. Jeder Kampf verlangt Reaktionsfähigkeit, präzises Timing und das richtige Management von Power-Modes. Besonders beeindruckend ist, wie das Spiel Timing, Positionierung und taktisches Denken belohnt: Ein perfekt getimter Blood Raven- oder Gleam-Angriff kann einen Boss stundenlang in Schach halten, während unbedachte Attacken sofort bestraft werden.
Die Schwierigkeit ist fordernd, aber fair. Selbst auf mittlerem Schwierigkeitsgrad erfordern die Kämpfe volle Konzentration. Gleichzeitig gibt es genügend Hilfen für weniger geübte Spieler, etwa Items vor Bosskämpfen oder optionale Unterstützungsmechaniken. Das macht das Spiel sowohl für Hardcore-Fans als auch für Neueinsteiger zugänglich, ohne dass die Serie ihr kompromissloses Herz verliert.
Neben der Kernkampagne bietet das Spiel sinnvolle Erweiterungen: Nebenquests belohnen Exploration und strategisches Vorgehen. Das überarbeitete Shopsystem ermöglicht den Kauf von Consumables und Buffs, die den Kampf erleichtern oder besondere Angriffe verstärken. Diese Elemente sind clever integriert und erhöhen den Wiederspielwert, ohne dass das Hauptspiel an Spannung verliert.

Cyberpunk trifft Tradition
Visuell beeindruckt Ninja Gaiden 4 mit einer Mischung aus traditioneller japanischer Ästhetik und futuristischem Cyberpunk. Neonlichter, Regen, düstere Himmel und zerstörbare Umgebungen erzeugen eine dichte Atmosphäre. Gleichzeitig sorgt die Detaildichte nicht dafür, dass das Spiel überladen wirkt. Effekte, Licht und Partikel lenken den Blick, ohne die Übersicht zu verlieren.
Das Leveldesign ist clever gestaltet: Vertikale Abschnitte, Traversal-Mechaniken wie der Grappling Hook und kleine Rätsel sorgen für Abwechslung und fordern die Spieler heraus. Jede Umgebung ist nicht nur Kulisse, sondern ein integraler Bestandteil des Spielsystems. Besonders in Kombination mit den Bosskämpfen entfaltet das Leveldesign seine volle Wirkung: Es zwingt die Spieler, auf Bewegungsfreiheit, Positionierung und Angriffsoptionen zu achten.
Akustisch bleibt Ninja Gaiden 4 ebenfalls keine Sekunde hinter der Action zurück. Waffen- und Kampfgeräusche vermitteln Gewicht und Intensität, Explosionen und Treffer klingen befriedigend und kraftvoll. Die Musik unterstreicht die Spannung: Eine Mischung aus elektronischen Beats und traditionellen japanischen Motiven erzeugt einen Spannungsbogen, der von ruhigen Passagen bis zu heftigen Bosskämpfen reicht.
Besonders die Soundeffekte bei kombinierten Power-Moves wirken kinetisch und verstärken das Gefühl, dass jeder Schlag und jede Parade wichtig ist. Wer aufmerksam zuhört, spürt die Dynamik des Spiels, und die Belohnung für perfekt getimte Aktionen.

Wo Luft nach oben bleibt
Trotz all der Stärken gibt es auch Kritikpunkte:
- Manche Nebenareale wirken optisch zu ähnlich und verlieren dadurch an Abwechslung.
- Die Kamera kann in engen Räumen gelegentlich die Übersicht erschweren, besonders in hektischen Kämpfen.
- Einige neue Mechaniken wie Power-Moves oder magische Fähigkeiten wirken noch nicht vollständig ausbalanciert und könnten in späteren Patches optimiert werden.
Diese Schwächen trüben das Gesamtbild jedoch kaum, das Grundgerüst des Spiels bleibt stark und überzeugend.
Ninja Gaiden 4 bleibt in der Summe dennoch gnadenlos, belohnt aber Geschick und Geduld. Normale Gegner sind gefährlich genug, um konzentriertes Spiel zu erzwingen, und Bosskämpfe stellen selbst erfahrene Spieler vor harte Herausforderungen. Wer die Mechaniken versteht und taktisch agiert, wird mit spektakulären Combos und Machtgefühlen belohnt. Gleichzeitig gibt es genügend Anpassungen, um Einsteigern Fortschritt zu ermöglichen, ohne dass die Kern-Erfahrung verwässert wird.
Fazit
Klingt wirklich gut. Da ich aber keine PS5 hab, werd ich wohl noch eine ganze Weile warten müssen, bis ich NG4 spielen kann. Aber immerhin ein gutes Review. Diese Hohlköpfe von IGN haben dem Spiel doch tatsächlich eine schlechte Wertung gegeben, aber OK, IGN ist mittlerweile genauso woke wie viele andere Review-Seiten, von daher einfach IGNorieren und selber zocken.
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