
Mit Nioh 3 veröffentlicht Koei Tecmo den nunmehr dritten Ableger der Nioh‑Reihe, einem Action‑RPG mit klaren Soulslike‑Anleihen. Erneut zeichnet sich Team Ninja für die Entwicklung verantwortlich – ein Studio, das spätestens seit der Ninja Gaiden-Reihe für anspruchsvolle Actiontitel mit komplexen Kampfsystemen und hohem Schwierigkeitsgrad steht.
Ob der dritte Teil die Stärken der Serie konsequent weiterführt, welche Neuerungen er implementiert und ob sich das lange Warten gelohnt hat, klärt unser Test.
Ausflug in ein „historisches“ Japan
Nioh 3 entführt uns erneut in ein historisch geprägtes, vom Mythos durchzogenes Japan des 16. Jahrhunderts. Übernatürliche Wesen, Yokai und Dämonen sind hier keine bloßen Legenden, sondern ein integraler Bestandteil der Spielwelt. Inmitten politischer Machtkämpfe rivalisierender Fraktionen verschmelzen historische Ereignisse mit japanischer Folklore zu einem düsteren Szenario, das Kenner der Reihe sofort wiedererkennen dürften.
Die größte Neuerung stellt die erstmals offen gestaltete Spielwelt dar. Statt klar abgegrenzter Missionen erkundet ihr mehrere zusammenhängende Regionen, die sich über unterschiedliche Epochen erstrecken. Dadurch ergibt sich deutlich mehr Freiheit bei Routenwahl, Erkundung und Missionsreihenfolge.
Ladebildschirme wurden weitgehend reduziert, und die Spielwelt lässt sich in weiten Teilen ohne feste Vorgaben erkunden. Einschränkungen ergeben sich vor allem durch fehlende Fähigkeiten der Guardian Spirits, da einige Bereiche oder Interaktionen erst mit bestimmten Fertigkeiten zugänglich werden.

Während der Erkundung erobert ihr feindliche Außenposten, trefft auf wohlgesinnte Yokai und steigert euren sogenannten Erkundungsrang. Dieser schaltet spürbare, aber eher unterstützende Fortschrittsboni frei, deckt nach und nach weitere Geheimnisse auf der Karte auf und stärkt vor allem die Motivation zur Erkundung, ohne das Kern‑Gameplay grundlegend zu verändern.
Ihr schlüpft dabei in die Rolle von Tokugawa Ieyasu, einer zentralen historischen Figur, die maßgeblich an der Einigung Japans beteiligt war. Seine Bedeutung macht ihn zu einem passenden Ankerpunkt für die politischen Konflikte und Machtkämpfe von Nioh 3. Trotz des historischen Bezugs bleibt das Spiel seiner Linie treu und erlaubt es euch, den Protagonisten frei anzupassen. Der überarbeitete Charaktereditor hinterlässt dabei einen deutlich besseren Eindruck als noch im Vorgänger und bietet spürbar mehr Gestaltungsspielraum.
Gewohnte Qualität mit verfeinertem Tiefgang
Kämpferisch baut Nioh 3 konsequent auf den Systemen der Vorgänger auf und erweitert diese um zahlreiche Feinjustierungen. Das Kampftempo hängt stark von der gewählten Waffe ab, bleibt jedoch stets taktisch geprägt. Katanas ermöglichen einen kontrollierten, ausgewogenen Kampfstil, während Hämmer und Äxte langsamer agieren, dafür jedoch massiven Schaden verursachen. Schnellere Waffen eignen sich besonders dazu, kurze Schwachstellen in der Verteidigung der Gegner auszunutzen, während schwere Waffen effektiv Ki‑Schaden verursachen, gegnerische Abwehr durchbrechen und so vernichtende Finisher ermöglichen.

Neu ist zudem die Möglichkeit, fließend zwischen einem Samurai‑ und einem Ninja‑Stil zu wechseln. Beide Spielweisen unterscheiden sich deutlich in Tempo, Taktik und Ausrichtung. Als Samurai könnt ihr nach Angriffen dämonische Überreste reinigen, mit denen Gegner ihre Ausdauer regenerieren, und so gezielt eigenes Ki zurückgewinnen. Der Ninja‑Stil hingegen setzt auf hohe Mobilität und Hinterhalte: Angriffe aus dem Rücken verursachen erhöhten Schaden, Ninjawerkzeuge kommen zum Einsatz, und nach Attacken bleibt ein Schattenabbild zurück, das Gegner kurzzeitig irritiert.
Ferner bietet Nioh 3 erneut umfangreiche Möglichkeiten zur Charakter‑ und Build‑Anpassung. Wie tief dieses System letztlich greift, lässt sich nach rund 25 Spielstunden jedoch noch nicht abschließend beurteilen. Viele Feinheiten und Optimierungsansätze dürften sich – wie bereits bei den Vorgängern – erst nach dem Release durch die Community vollständig erschließen.
Schwer, fordernd – aber konsequent fair
Auch im dritten Teil bleibt Nioh seiner Philosophie treu: Der Schwierigkeitsgrad ist hoch, verlangt Konzentration und Lernbereitschaft, wirkt dabei jedoch in den meisten Situationen nachvollziehbar und fair. Über weite Strecken meiner Erkundungstouren durch das alte Japan hatte ich kaum Probleme, mich gegen die Horden dämonischer und menschlicher Gegner zu behaupten, nur um an einzelnen Stellen abrupt an meine Grenzen zu stoßen.
In vielen dieser Situationen lag die Lösung in einem aufmerksamen Beobachten der Umgebung oder der Gegner. Nicht immer führte dies sofort zum Erfolg, sodass eine Anpassung der eigenen Herangehensweise notwendig wurde. Häufig entpuppte sich eine zuvor unüberwindbar wirkende Passage nach einem Strategiewechsel als überraschend lösbar, was die Stärke des Spieldesigns unterstreicht. Wie bei vielen Soulslike‑Titeln ist auch in Nioh 3 eine kreative und überlegte Vorgehensweise oft der Schlüssel, um scheinbar unbezwingbare Herausforderungen zu meistern.

Kritikpunkt: Checkpoints & offene Spielwelt
Ein gravierender Kritikpunkt, der den Spielfluss immer wieder empfindlich stört, resultiert ironischerweise in der offenen Spielwelt. Was auf dem Papier nach spielerischer Freiheit klingt, entpuppt sich in der Praxis oft als logistisches Ärgernis. Die Platzierung der Kodama-Schreine wirkt in der weitläufigen Landschaft seltsam deplatziert und unnötig spärlich. Wer den virtuellen Tod stirbt – was in einem Spiel dieses Kalibers zum Alltag gehört –, wird oft mit frustrierend langen Laufwegen bestraft.
Diese „Spaziergänge“ zurück zum Ort des Geschehens dehnen die Spielzeit künstlich und rauben dem ansonsten so rasanten Gameplay jegliche Dynamik. Während die Vorgänger durch ihre kompakt gestalteten, in sich geschlossenen Missionsareale eine punktgenaue und faire Rücksetz-Logik boten, scheint Team Ninja hier die Balance zwischen Erkundung und Komfort verloren zu haben.
In der neuen, weitläufigen Struktur wirkt das traditionelle Checkpoint-System fast schon archaisch und unzureichend an die Anforderungen einer offenen Welt angepasst. Statt motivierender Herausforderung regiert hier allzu oft schlichte Monotonie, wenn man zum wiederholten Male dieselben leeren Pfade abläuft, nur um einen erneuten Versuch bei einem Boss oder einer Gegnergruppe zu wagen.
Technik & Präsentation
Nioh 3 überzeugt insgesamt mit einer stabilen Framerate und einer ansprechenden, stimmigen Präsentation. Während meines Tests kam es zu keinen nennenswerten Leistungseinbrüchen, allerdings sind einige technische Unsauberkeiten nicht zu übersehen.
So steigt der Detailgrad der Umgebung im Hintergrund stellenweise sprunghaft an, sobald bestimmte Distanzen überschritten werden. Meist kaschiert das Spiel diese LOD‑Wechsel geschickt hinter Gebäuden oder anderen Objekten, in einzelnen Situationen ließ sich der Effekt jedoch klar beobachten und reproduzieren.
Ebenfalls etwas immersionsbrechend sind die Animationen weit entfernter Gegner, die – wie bei vielen anderen Soulslike‑Spielen – mit reduzierter Bildrate abgespielt werden, um die Systemleistung zu schonen. Die Vertonung ist wahlweise auf Englisch oder Japanisch verfügbar und wird von deutschen Untertiteln sowie lokalisierten Bildschirmtexten begleitet. Negativ fällt jedoch auf, dass die englische Sprachausgabe stellenweise von japanischen Sprachfetzen unterbrochen wird. Da es sich bei unserer Testversion bereits nahezu um die finale Fassung handelt, bleibt zu hoffen, dass ein entsprechender Patch dieses Problem zeitnah behebt.
Das ganze Spiel ist nicht gut,zu kleine deutsche Texte, keine Sprachausgabe,das ganze Spiel langweilig.
Onimusha wird rasieren. Habe die Demo schon im tutorial deinstalliert die Animation haben schon ronin vibes. Das movment hat sich nicht gut angefühlt aber ist ok wenn man damit spass hat für mich ist das nichts
Jeeij, noch ein Soulslike…
O Mann…
So allmählich…
Naja. Dann halt nochmal 1000 Stunden Cyberpunk 🤪