TEST – Persona 4: Arena – Gelingt der Genre-Mix aus Story und Beat ém Up?

Etwa vor einem Jahr ließen die Jungs von Arc System Works die Bombe mit der Ankündigung von „Persona 4 Arena“ platzen. Der Grund dafür liegt aber nicht nur hauptsächlich im Namen, sondern im Genre, welches für den PS3-Ableger auserwählt worden ist.

Wir erinnern uns aber an die PS2-Fassung, mit dem genial umgesetzten RPG-Setting und nicht zu vergessen die Vielzahl an Möglichkeiten, was die Individualität der Charaktere sowie die Story angeht. „Arena“ reißt im Gegenzug das Beat em Up Genre auf und lässt sämtliche Fans dem Release mit viel Skepsis entgegen blicken. Ein Schock ist es zwar nicht, eine kleine Enttäuschung aber schon. Denn immerhin wissen wir, dass die meisten Genre-Vertreter von Kampfspielen keine tiefgründige Handlung und gute Inszenierung bieten können. Lässt sich „Persona 4 Arena“ trotz des Genre-Wechsels nicht unterkriegen?

Zumindest die Entwickler versprechen eine vollwertige Fortsetzung des vierten Teils, also kein Spin-Off. Doch bevor wir uns auf den Titel richtig freuen konnten, ist „Persona 4 Arena“ mehrere Male in Europa verschoben worden. Qualitätssicherung und das Beheben von Bugs seien die wichtigsten Gründe gewesen. Hin oder her – „Persona 4 Arena“ steht nun endlich bei uns in den Startlöchern, weshalb wir uns mit einem ausführlichen Test aus der Parallel-Welt melden.

Zurück nach Inaba!

Knapp zwei Monate sind nun vergangen, seit Yu, Yosuke, Chie & Co. sich das letzte Mal nach dem Vorfall mit dem Midnight-Channel gesehen haben. Unser Protagonist ist nämlich in Teil 4 in die kleine Stadt Inaba zu seinem Onkel gezogen und war in ein Mysterium namens „Midnight Channel“ verwickelt. Eine kleine Rückblende mit Erklärungen für Einsteiger ist selbstverständlich inklusive, zumal sich die Story von „Persona 4 Arena“ unmittelbar an das Ende des vierten Teils anknüpft. Nach diesen zugegeben langen zwei Monaten kehrt Yu zurück. In der Fortsetzung ist die Vergabe des eigenen Namens für den Hauptcharakter nicht mehr möglich. Dadurch erhält unser Held eine Persönlichkeit und im Gegensatz zum Vorgänger auch eine Stimme.

Alles ist so wie immer – Inaba hat sich auf den ersten Blick gar nicht verändert. Dies ändert sich doch schleunigst, nach dem der Midnight Channel nicht mehr aktiv ist. Zu früh gefreut! Kaum angekommen, wird Yu noch einmal in die mysteriöse Welt gerufen, um dieses Mal an einem P1-Gran-Prix teilzunehmen; ein kitschig aufpolierter Wettbewerb, in dem Yu seine von einer fremden Kraft kontrollierten Freunde bekämpfen muss. Wieso er gegen sie kämpft und wer für das ganze Theater im wahrsten Sinne des Wortes verantwortlich ist, verraten wir an dieser Stelle nicht.

Wir warnen jedoch unsere Leser sofort nach dem Start des Spiels in die Story einzusteigen und nicht andere Modi ausprobieren. Und zwar deshalb, weil wir in der vollen Charakter-Auswahl das Ende der Story bereits erraten können. Dies ist auch der erste negative Punkt in unserem Test – die Charakter sind am Anfang bereits alle spielbar. Besser wäre es, wenn die jeweiligen Kämpfer erst im Laufe der Story freigeschaltet werden, um das Ende und die möglichen Gegner nicht zu verraten. Die Handlung weist aber wie der Vorgänger genug Tiefe auf – Motivation ist also in vollen Zügen vorhanden. Allerdings werden die Zwischensequenzen durch Standbilder ersetzt, obwohl animierte Cutscenes durchaus machbar wären. Diese sind zwar zum Teil vorhanden, werden aber nur selten eingesetzt.

Action statt Rundenkämpfe?

Die Kämpfe sind der einzige Aspekt in „Persona 4 Arena“ wo der Spieler die Kontrolle übernehmen kann. Dieses ist aber einfach erklärt. Das Kampfsystem bietet jeweils zwei Tasten für die Kontrolle von normalen Attacken des Charakters, aber auch den Einsatz für Personas. Diese teilen sich in untere und obere Angriffe, die natürlich kombiniert werden können. Teilt ihr mit Yu’s Katane heftig aus, schaltet ihr seine Persona Izanagi mit in den Kampf ein und schockt den Gegner mit enormen Blitz-Angriffen. Dazu erhalten die menschlichen als auch die auf Personas basierten Attacken ebenso jeweils eigene Super-Moves. Dabei schaltet der Bildschirm in den aus dem Vorgänger bekannten „Rampage-Modus“ – so kann bis zur Hälfte des Lebensbalken dem Kontrahenten genommen werden. Nicht nur Ausweichen ist ein wichtiger Begriff in „Persona 4 Arena“ – Abwehr ist mindestens so wichtig, um die radikalen Kombos entgehen zu können. Um die Super-Moves nutzen zu können, muss der untere Energie-Balken aufgeladen werden.

Viele Neuerungen bietet das Kampfsystem allerdings nicht. Die Macher setzten auf alt bewährtes und machen damit im Grunde nichts falsch. Wem aber der Story-Modus wegen den langen Lese-Sequenzen zu langweiligen erscheint, kann weitere Modi nutzen. Zum Auswahl steht der klassische Arcade-Mode, in dem der Spieler einen Gegner nacheinander ausschalten muss, um an die Spitze zu kommen. Selbstverständlich muss kein KI-Charakter die Kontrolle übernehmen, da die Möglichkeit besteht, zwei Spieler gegeneinander im Offline-Kampf antreten zu lassen. Im sogenannten „Score Attack Mode“ müssen unmittelbar im Kampf Punkte gesammelt werden, um weiter zu kommen. Dazu müssen lange Kombos und verherrenden Attacken ausgeführt werden. Wer Herausforderungen sucht, findet diese im „Challenge Mode“ – immerhin mehr als 300 Herausforderungen warten hier auf euch! Als Beispiel müsst ihr in einer bestimmten Zeit euren Gegner besiegen oder aber auch mit nur der Hälfte des Lebensbalken in den Kampf einsteigen.

Allein gegen die ganze Welt!

Für Online-Spieler gibt es in „Persona 4 Arena“ den Multiplayer-Modus. Das Ranglisten-Spiel ist wie erwartet wieder dabei, in dem ihr Punkte sammelt und in der Weltrang-Liste hoch aufsteigen könnt. Es zählt dabei das Verhältnis zwischen eurem Level und dem Level des Kontrahenten, um eine faire Punkteverteilung zu ermöglichen. Schnellspiele und das erstellen eigener Lobby-Rooms ist wie gewohnt mit dabei. Jeder Online-Nutzer erhält eine eigene Karte, in der festgehalten wird, wie viele Kämpfe bestritten und wie viele davon gewonnen wurden. So mussten wir keine große Anzahl an Kämpfen bestreiten, um beispielsweise 80 Prozent davon gewonnen zu haben. Wer mehr will, kann seine eigene Karte mit eigenem Spruch und Titel zusammen basteln. Viele Möglichkeiten zur Individualisierung gibt es jedoch nicht.

Animierte Cutscenes und englische Texte

Ja, genau. Keine deutschen Texte! Dies ist allerdings auch positiv zu bewerten. Der vierte Teil ist in Deutschland übrigens ebenfalls absolut ohne deutsche Texte erschienen und gewann trotz dessen eine starke Fanbase. Dazu sind keine fortgeschrittenen Englisch-Kenntnisse nötig, um der Story zu folgen. Die englische Synchronisation ist aber auch nahezu perfekt ausgefallen, so dass die Charaktere ernst genommen werden können. Wie in der Vorlage, ist die Optik im Anime-Look gehalten. Jedoch keine Cell-Shedding-Aspekte, sondern handgezeichnete Zwischensequenzen und Shaders- und Charaktermodelle. Wir haben aber festgestellt, dass die animierten Cutscenesetwas an Details gegenüber dem PS2-Ableger eingebüßt haben. Dies ist zwar schade, stört das Gesamtbild jedoch in keinster Weise.

TEST – Persona 4: Arena – Gelingt der Genre-Mix aus Story und Beat ém Up?
„Ich muss hier und jetzt zugeben, dass ich ein kleiner Persona-Fan bin. Die früheren Teile haben mich damals schon mit einer tiefgründigen und mysteriösen Story fasziniert, um so mehr habe ich mich auf die Fortsetzung des vierten Teils gefreut. Die Handlung hat mich deswegen nicht enttäuscht, sondern vielmehr befriedigt... im positiven Sinne. Schade ist aber wirklich, dass die Erzähl-weise etwas langweilig wirkt, das Lesen von Texten war zwar in Teil 4 ein großer Abschnitt, in „Arena“ übertreiben die Entwickler aber nahezu. Auch würden wir uns freuen, wenn die Charaktere erst nach dem Besiegen im Story-Modus freigeschaltet werden – weshalb auch die Motivation steigt, die Handlung komplett durchzuspielen. Die Kämpfe sind spaßig, bieten aber keine großen Neuerungen. Die Zusammen-Mischung von Charakter und Persona ist aber, was Gameplay angeht, äußert gelungen. Die animierte Optik und die englische Synchronisation sind mit der Stimme des Hauptprotagonisten perfekt umgesetzt. Auch die Reise nach Inaba war für mich als Spieler sehr aufschlussreich und erinnerte mich sehr an den vierten Teil. Die Musik-Untermalung hat mit den Original-Soundtracks größtenteils dazu beigetragen. Die Mischung aus Teil 3 und 4 ist unserer Meinung nach in vollen Zügen gelungen –wir empfehlen das Spiel nicht nur für die Fans von Persona, sondern auch für all die Spieler, die einen großen Wert Story legen und diese auch zu schätzen wissen."
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