TEST: PixelBot EXTREME! – extrem bunt, extrem Retro, extrem schwer

PixelBot EXTREME! ist ein 2D-Retro-Shoot-’em-up, das von dem Entwicklerteam PlayHeart Games gestaltet wurde. Als Spieler schlüpft man hier in die Rolle des kleinen Helden PixelBot, der wieder versucht nach langer Gefangenschaft an die Oberfläche zu gelangen. Hierbei muss sich der kleine Roboter durch bis zu 25 Level kämpfen, auf dem Weg Hindernisse überwinden und schreckliche Monster besiegen. Dabei schwebt man schwerelos durch die Level, versucht durch die Sammelobjekte Schilde zu generieren und stellt sich dann dem fiesen Endgegner, um endliche seine Freiheit zurück zu erlangen.

Pixelbot Extreme

Moderner Arcade-Klassiker kehrt zurück

Das Spielprinzip von PixelBot EXTREME! ist leicht zu erklären. Als Roboter steht euch im Spiel eine Waffe zur Verfügung, die bunte Raketen abfeuern kann. Diese sind natürlich farblich auf die Tasten des PlayStation Controllers abgestimmt, sodass eine Menge Koordination erforderlich ist, um die Level bravourös zu meistern. Auch die Gegner und Hindernisse sind mit entsprechenden Farben gekennzeichnet, sodass sich diese nur durch eine bestimmte Farbrakete entfernen lassen. Wer hier zu spät reagiert oder die falsche Tastenkombination drückt, der muss vom letzten Kontrollpunkt starten. Vor allem die kognitiven Sinne und die Multitasking-Fähigkeiten werden hier unter Beweis gestellt und man kann zeigen, wer das wahre Potenzial zum Überlebenskünstler hat. Das Spiel bietet mehrere Schwierigkeitsstufen, ist aber auch schon im leichten Durchgang echt fordernd. Wer also die Herausforderung nicht scheut, kann sich an den unterschiedlichen Leveln versuchen – für die Hardcore-Gamer gibt es zudem noch einen EXTREME! Modus, der sogar die kühlsten Köpfe explodieren lassen dürfte. Da man in dem Spiel sehr oft stirbt, kann der Frust schnell ansteigen. Dadurch, dass man allerdings relativ kurze Respawn-Zeiten hat und nicht weit zurückgesetzt wird, lässt sich das Ganze gut verschmerzen.

Wem das ganze Spielprinzip vertraut sein sollte, der hat zur damaligen Zeit wahrscheinlich R-Type gespielt. Dieses Spiel diente als Inspiration für die Entwickler, vor allem gemessen am Retro-Stil und der herausfordenden Schwierigkeit, die das Spiel mitbringt. PlayHeart Games wollte mit PixelBot EXTREME! ein echtes Nostalgie-Gefühl auslösen, das zahlreiche Spieler schon damals verspürt hatten.

Spielprinzip: Zwischen guter Laune und Frust

Wie bereits erwähnt, gehört PixelBot EXTREME! zu einem der wohl schwersten Spiele, die je entwickelt wurden. Obwohl das Spielprinzip noch so einfach gestaltet ist, lassen euch die unterschiedlichen Aufbauten der Level teilweise verzweifeln. Mit Hilfe eurer farblich abgestimmten Raketen besiegt ihr Gegner und räumt Hindernisse aus dem Weg – doch wer denkt, dass das Ganze so einfach ist, der täuscht sich gewaltig. Neben gut ausgeprägten kognitiven Fähigkeiten und guten Multitasking-Skills muss auch das richtige Timing vorhanden sein. Es reicht nämlich nicht die vorhandenen Gegner aus dem Weg zu räumen und sich durch die Hindernisse zu mogeln. Teilweise versperren einem auch unzerstörbare Feinde den Weg, wo man nur mit viel Geduld und filigranem Leichtsinn vorbei schweben kann.

Pixelbot Extreme

Teilweise kann es echt frustierend sein, wenn man in einem Level wieder und wieder an der gleichen Stelle stirbt. Um den Ganzen vorzubeugen, haben die Entwickler einige Speicherpunkte in den Levels untergebracht, an denen man dann wieder neu starten kann. So werden die Ladezeiten zwischen Tod und Respawn kurz gehalten und der Spielfluss wird nicht so stark unterbrochen. Trotz alledem ist man dann auch umso glücklicher, wenn man eine Passage dann doch geschafft und das Level erfolgreich abgeschlossen hat. Dies gibt einem das Gefühl etwas Großes vollbracht zu haben und man ist gleich neuen Tatendrangs die neu freigeschaltete Herausforderung anzugehen. Denn obwohl PixelBot EXTREME! an einigen Stellen echt schwer, ja schon fast unfair ist, macht das Spiel echt viel Spaß und sorgt somit für ein Gefühlschaos zwischen Freude und Wahnsinn.

Hart, Härter, EXTREME!

Um die Herausforderung für die Spieler noch ein wenig schwerer zu gestalten, haben sich die Entwickler gedacht verschiedene Schwierigkeitsstufen in das Spiel mit einfließen zu lassen. Das Ganze ist letztlich nichts Neues, doch auf Grund dessen, dass das Spiel ohnehin schon ein sehr forderndes Spiel ist, bieten die Schwierigkeitsstufen Auswahlmöglichkeiten, die man je nach Erfahrungslevel anpassen sollte:

  • Einfach: Hier wird dem Spieler nach jeden Einsammeln von Energie ein Schild gewährt, der den kleinen Helden solange schützt, bis er einmal sterben würde. Zudem ist man nach einem gegnerischen Treffer für kurze Zeit unverwundbar. Auch die Gravitation wird ausgeschaltet, sodass man sich nur auf einer waagerechten Linie bewegt, ohne auf ständige Auf und Abs achten zu müssen (es sei denn, man will auf- oder absteigen). Die Schwierigkeit der Bosskämpfe wird auf 70% herunter gefahren.
  • Medium: Die Gravitation ist nun Bestandteil des Spiels und die Endgeger haben wieder zu ihrer normalen Stärke zurück gefunden.
  • Schwierig: In diesem Modus werden keine Schilde durch das Einsammeln von Energie-Orbs generiert. Auch die Bosse sind noch einmal um 50% stärker geworden und um das Ganze noch fordernder zu gestalten, hat man während der Kämpfe nur noch 1 Schild, nicht wie sonst üblich 3.
Pixelbot Extreme

Wer sagt, dass das Ganze noch zu harmlos sei, der hat die Möglichkeit in den Levels goldene Buchstaben einzusammeln, die das Wort „PIXELBOT“ ergeben. Gelingt dies, so wird für das Level noch eine Zusatzstufe freigeschaltet, die keine genauere Defintion bietet, bis auf EXTREME! Keine Schilde, mehr Gegner, mehr Hindernisse – mehr Herausforderung oder Frust?

Steuerung – ein weiterer Schwierigkeitsfaktor

Obwohl die Spielmechanik sehr gut durchdacht wurde und vor allem das farbliche Abstimmen der Raketen auf die einzelnen Tasten des Controllers durchaus Sinn macht, gibt es ein gewaltiges Problem, das mit der Steuerung einhergeht. Um den Helden schwerelos durch die Level gleiten zu lassen, kann man den linken Analog-Stick auf und ab bewegen. Hierbei gibt es keine Probleme, allerdings ist das Ganze auch mit den Schultertasten L2 und R2 möglich, die beim normalen Halten des Controllers immer berührt werden. Und hier genau liegt das Problem: Jeglich kleine Berührung dieser Trigger lässt den Roboter sofort in die Höhe schießen, ohne dass das evtl. so gewollt wurde. Dies führt auf jeden Fall zu den meisten unverschuldeten Toden, über die man sich nur zu Recht aufregen könnte. Hier hätten die Entwickler drauf achten sollen, diese Tasten eventuell nicht mit Funktionen zu belegen, da so zahlreiche unnötige Tode verhindert werden könnten. Doch vielleicht war genau das die Intention hinter dem Ganzen und führt so zeitgleich zu einem weiteren Faktor, der die Schwierigkeit des Spiels ins Unberechenbare führt.

Pixelbot Extreme

Koop-Couch Action

Primär wurde PixelBot EXTREME! als Koop-Spiel entwickelt. Das zeigt sich vor allem in der spielerischen Umsetzung: Im Test wunderten wir uns, warum ein Spieler seine Raketen nicht abfeuern konnte und deshalb eher als stiller Zuschauer fungierte und versuchte nicht an den zahlreichen Hindernissen zu sterben, die er nicht entfernen konnte. Anfänglich dachte man, dass es sich hier um einen Spielfehler handelt oder gar um einen Defekt des Controllers.

Pixelbot Extreme

Doch das Ganze wurde von dem Entwicklerstudio sehr gut durchdacht. Anstatt beiden Spielern das komplette Arsenal an Waffen zur Verfügung zu stellen, wurden die Farben jeweils auf die Helden aufgeteilt, sodass jeweils nur ein Spieler sich mit seinen farblich abgestimmten Hindernissen und Gegnern beschäftigen kann, während der Partner auf dessen Hilfe angewiesen ist. Ohne Abstimmung und ausreichender Level-Kenntnis kommt man hier nicht weit und stirbt sogar nocht öfter eines virtuellen Todes als im Singleplayer. Eine gute Sache hat das Ganze aber allemal: Man kann die Schuld immer bei seinem Mitspieler suchen.

Durch diese Aufteilung ist eine gute Kommunikation sehr wichtig, die das Ganze erst zu einem sehr gelungenen Koop-Abentuer werden lässt.

TEST: PixelBot EXTREME! – extrem bunt, extrem Retro, extrem schwer
"PixelBot Extreme! ist ein sehr unterhaltsames Arcade-Shoot'em-Up, das vor allem durch seinen wohl durchdachten Koop-Modus glänzt. Trotz des harten Schwierigkeitsgrades fesselt das Spiel sehr durch seine Level-Designs und den Willen die Herausforderung zu meistern. Der einzige Wermutstropfen ist die etwas misslich gewählte Tastenbelegung des Controllers, die zu dem einen oder anderen virtuellen Tod führt. Wer sich durch den Retro-Charme und den etwas eintönigen Soundtrack nicht abschrecken lässt, bekommt mit PixelBot EXTREME! ein sehr forderndes Koop-Spiel, das durch das bunte Raketenspektakel perfekt für die regnerischen Corona-Tage geeignet ist."
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