TEST: Planet of Lana 2 – Entschleunigte Sci-Fi-Reise mit Detailverbesserungen

Planet of Lana 2 entführt uns erneut auf den geheimnisvollen Planeten Novo. Wir haben das cineastische Abenteuer schon gespielt und verraten im Test, für wen es sich lohnt.

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Jonas Herrmann
Gamer und Games-Redakteur aus München. Schreibe seit mehreren Jahren über Spiele und andere Dinge auf PlayFront, GamePro & Co.
Planet Of Lana 2
8
Review Overview

Als Planet of Lana im Frühling 2023 erschien, war die Überraschung groß. Das kleine schwedische Studio Wishfully legte mit seinem Debüt ein cineastisches Puzzle-Plattformer-Abenteuer vor, das seinesgleichen suchte: handgemalte Kulissen, die an Studio Ghibli erinnerten, ein bewegendes Duo aus dem Mädchen Lana und ihrem katzenartigen Begleiter Mui und das alles ohne ein einziges Wort gesprochener Sprache, die jemand verstand.

Der erste Teil erzählte die Geschichte von Lanas Suche nach ihrer entführten Schwester auf dem von feindlichen Maschinen überfallenen Planeten Novo und schlug dabei einen Ton an, der sich wohltuend von den düsteren Genrekollegen Limbo, Inside oder Little Nightmares abhob. Am 5. März erwartet uns mit Planet of Lana 2: Children of the Leaf nun der eigentlich gar nicht geplante Nachfolger. Wir haben den Plattformer vorab gespielt und verraten euch, wie er sich im Vergleich zum Vorgänger schlägt.

Eine neue Reise

Die Geschichte von Planet of Lana 2 ist einige Jahre nach der des ersten Teils angesiedelt. Lanas Nichte erkrankt schwer, nachdem sie mit einem mysteriösen Objekt in Berührung gekommen ist. Um sie zu retten, müssen Lana und Mui einen beschwerlichen Weg quer über den Planeten antreten. Im Verlauf der Reise lernen wir immer mehr über Lanas Heimatplaneten Novo und die verschiedenen Fraktionen, die ihn bewohnen. Neben den Maschinen gibt es auch neue Bedrohungen, etwa einen Stamm, der sich die Technologie zunutze gemacht hat.

Auf Novo bringen neue Technologien zwar Fortschritt, schüren aber auch Gier und Ungleichgewicht. Das Spiel erzählt diese Geschichte ausschließlich visuell: Es gibt keine verständlichen Dialoge und keine Untertitel. Bedeutung entsteht allein durch die Bilder, die Musik und die Interaktion mit der Welt. Wie schon im ersten Teil funktioniert das erstaunlich gut.

Mehr Bewegung, mehr Möglichkeiten

Spielerisch knüpft Children of the Leaf direkt am Vorgänger an, legt aber an vielen Stellen eine Schippe drauf. Lana ist älter und agiler geworden. Wandsprünge, flüssigere Bewegungsabläufe und eine bessere Ausnutzung von Schwung und Momentum machen die Bewegung durch die Welt spürbar dynamischer. Eine neue Slide-Mechanik erlaubt es ihr, nach einem Sprint elegant in Deckung zu gleiten.

Die Rätsel selbst drehen sich nach wie vor um das Zusammenspiel von Lana und Mui, dessen Fähigkeiten in diesem Teil deutlich vielseitiger sind. Mui kann Knöpfe betätigen, kurze Stromausfälle verursachen und sogar andere Kreaturen kontrollieren. So muss Lana in einer frühen Unterwassersequenz ins Wasser steigen, während Mui die Kontrolle über einen kleinen Fisch übernimmt, um in enge Tunnel vorzudringen und einen elektrischen Raubfisch mit Tinte zu blenden.

An anderer Stelle steuert Mui kugelartige Staubwesen, die an Oberflächen haften und Fussel hinterlassen. Setzt man sie in Brand, verbreitet sich das Feuer und öffnet neue Wege. Die Rätsel setzen auf Beobachtung, Timing und Kooperation statt auf allzu komplexe Logik. Wer Geduld mitbringt, wird selten wirklich hängen bleiben. Wer sich allerdings schnelle Hilfe erhofft, wird enttäuscht. Ein Hinweissystem gibt es nicht, alles muss auf eigene Faust gelöst werden, was bei manchen Rätseln frustrierend werden kann. Der zweite Teil ist mit knapp acht Stunden Spielzeit zudem ungefähr doppelt so groß wie sein Vorgänger.

Ein Augen- und Ohrenschmaus

Wer schon beim ersten Teil von der Optik schwärmte, wird hier kaum enttäuscht werden. Die riesigen Baumstämme des Waldes, das glitzernde Meer unter einem fast unwirklich blauen Himmel und die kleinen, gemütlichen Dörfer mit Holzhütten sind erneut auf wunderschöne Art dargestellt und laden zum Erkunden ein. Besondere Sorgfalt wurde auf Muis Körpersprache verwendet. Das Tier rollt sich zusammen, wenn es sich unsicher fühlt, legt die Ohren an, wenn es wütend wird, und zuckt nervös mit den Beinen, wenn es zögert.

Wer das sieht, wird sich unweigerlich fragen, wie ein Spiel ohne Sprache so viel Geschichte transportieren kann. Den emotionalen Unterbau liefert dabei ein bewegendes Orchesterwerk, das stillen Momenten ebenso Gewicht verleiht wie großen Entdeckungen und dramatischen Wendungen. Der Soundtrack ist kein Beiwerk, sondern übernimmt eine wichtige Rolle in der Erzählung von Planet of Lana 2.

Planet Of Lana 2
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