TEST: Plants vs. Zombies: Garden Warfare – Krieg im idyllischen Vorgarten

„Plants vs. Zombies“ ist einer der absoluten Klassiker auf mobilen Geräten. Millionen von Kleingärtnern setzen sich die eigenwilligen Pflanzen in ihre Gärten, um die angreifenden Zombies von ihrem Haus fern zu halten. Nun topft Popcap in Kooperation mit EA den Titel um.

„Plants vs. Zombies: Garden Warfare“ lautet der Name des neuen Ablegers, der die bekannten Figuren in ein neues Genre wirft, denn aus dem Tower-Defense-Spiel ist ein lupenreiner 3rd-Person-Shooter geworden. Ein ziemlich krasser Unterschied zum gewohnten Mutterboden! Seit Februar 2014 ist das Spiel bereits auf Xbox erhältlich, aber kann der Port auch auf PlayStation überzeugen?

Gameplay und Steuerung

Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Pflanzen kämpfen gegen Zombies um die Vorherrschaft auf 10 unterschiedlichen Schlachtfeldern. Der Spieler kann sich dabei entscheiden, ob er auf der Seite der Pflanzen oder auf der der Zombies kämpfen will. Zu Beginn stehen jeweils fünf verschiedene Klassen zur Verfügung, die etwa durch die Erbsenkanone (Schütze), die Sonnenblume (Sanitäter) oder durch den Zombie-Footballspieler (Berserker) dargestellt werden.

pvz3Jeder dieser Charaktere ist von Beginn an mit einer Spezialfähigkeit ausgestattet. Erfüllt man verschiedene Aufgaben, wie etwa den mehrmaligen Einsatz der Spezialfähigkeit oder den Abschuss von einer bestimmten Anzahl von Feinden, schaltet man neue Fähigkeiten frei. Zudem sammelt man für Abschüsse und Siege PvZ-Münzen, mit denen im Stickerladen sogenannte Boosterpacks gekauft werden können. Diese enthalten verschiedene Karten, die entweder Charakterteile oder Hilfskarten darstellen. Sammelt man fünf passende Teile zusammen, schaltet man neue Charaktere frei. Diese lassen sich immer einer der fünf Klassen zuordnen, unterscheiden sich aber in Aussehen und Spezialfähigkeit.

Die Hilfskarten sind in zwei Arten unterteilt: Auf der einen Seite gibt es die standardmäßigen Karten, wie „Gesundheit wiederherstellen“ oder ähnliche Hilfen. Daneben gibt es die Karten aus dem originalen PvZ, die verschiedene Pflanzenarten darstellen, so zum Beispiel die Geschützerbsen oder den Schattenpilz. Diese können in Töpfe gepflanzt werden und so als Turm den eigenen Grabstein oder eigenen Garten bewachen. Dieses Kartenmodell fügt sich gut in das gesamte Spiel ein und ist ein wichtiger Bestandteil dessen. Zudem ist es immer wieder spannend, wenn man die Packs öffnet und hofft, die richtigen Teile zu erhalten. Eine tolle Idee, die zudem gut umgesetzt wurde.

Der Kampf Zombie gegen Pflanze kann in vielen verschiedenen Modi angetreten werden. Neben dem Standard Team-Deathmatch gibt es auch eine Art „Bombe platzieren“-Modus, bei dem ein Bombengartenzwerg in drei gegnerischen Lagern gezündet werden muss. Des Weiteren gibt es einen Spielmodi, in dem man sein Lager als Pflanze vor immer neu auftauchenden Zombiewellen schützen muss, dabei aber immer stärkeren Feinden sowie kleinen Überraschungen ausgesetzt wird. Abwechslung ist damit auf jeden Fall garantiert.

Das Besondere hierbei: Es handelt sich um ein reines Mulitplayer-Spiel! Dies bedeutet, dass PlayStation Plus vorausgesetzt wird, um online zu spielen. Sollte man nur lokal spielen wollen, so wird ein Splitscreen angeboten, den man heute eigentlich viel zu selten findet. Dieser bietet euch immerhin noch 1v1 Battles im heimischen Vorgarten.

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Die Kämpfe an sich sind relativ leicht zu handhaben. Die Steuerung der einzelnen Charaktere ist auf die wesentlichsten Funktionen beschränkt und belastet den Spieler nicht mit einem komplizierten Layout. Die Steuerung ist intuitiv und weicht in keiner Weise vom gewohnten Layout aus „Call of Dury“ oder „Battlefield“ ab und kommt dem Spieler somit sehr entgegen. Auch die Menüführung sowie deren Aufbau sind leicht zu verstehen. Man merkt hier deutlich, dass das Spiel für eine jüngere Zielgruppe ab 12 Jahren gemacht wurde. Dies tut dem Spaß jedoch keinen Abbruch.

Insgesamt können Gameplay und Steuerung überzeugen. Sie kommt dem Spieler entgegen, anstatt ihm im Weg zu stehen, und kann auch ohne Tutorials, welche so oder so nicht vorhanden sind, sofort umgesetzt werden. Man ist den gewohnten Mustern treu geblieben, hat aber zum Beispiel mit dem Kartensystem eine neue Komponente eingefügt, die das Spiel bereichert.

Sound, Grafik und Atmosphäre

Plants vs Zombies ist ein Spiel, dass eine jüngere Zielgruppe ansprechen soll. Witzige Darstellungen, der verrückte Dave und comichafte Grafik sprechen da für sich. Dieser Stil zieht sich auch durch „Garden Warfare“. Die Level sind alle animiert gehalten, ebenso wie die nun in 3D dargestellten Charaktere. Während die Charaktere sehr aufwändig gestaltet wurden, sind die Level leider wenig detailreich. Nur ein paar wenige Merkmale und Besonderheiten wurden eingebracht, wie etwa ein Zug, der sich in gewissen Abständen seinen Weg durch das Level bahnt und alles vernichtet, was sich ihm in den Weg stellt. Die Optik ist zudem insgesamt wenig ausgereift und weist einige Kanten und matschige Darstellungen auf. Ein wenig mehr Liebe zum Detail wäre hier durchaus angebracht gewesen, auch wenn es dem Spiel an sich nicht wesentlich schadet. Ebenso orientiert sich die Menügestaltung zu sehr an der Mobile-Vorlage mit einer recht platten und farbschwachen Gestaltung.

pvz1Soundtechnisch weist der Titel kaum vom Original ab. Sowohl Zombies, als auch Pflanzen machen die gleichen Laute, wie im Tower-Defense-Ableger und passen sich so dem Titel gut an. Man verbindet diese Töne direkt mit den Figuren und muss sich nicht lange umgewöhnen. Da es in „Plants vs Zombies: Garden Warfare“ keine Story gibt, wurde auch auf eine Synchronisation weitestgehend verzichtet. Die meiste Zeit hört man nur wenig von Schüssen oder Schmatzern, die Hintergrundmusik tritt dabei nur ganz selten mal in den Vordergrund.

Grafik, Sound und Gameplay sorgen für eine sehr gesunde Atmosphäre. Der Titel hebt sich ganz klar vom Original ab, spiegelt aber dennoch sowohl dessen Idee, als auch wesentliche Elemente wieder, so zum Beispiel die einpflanzbaren Hilfscharaktere, die wie im Original als Turm fungieren. Auch die Idee, sowohl Planzen als auch Zombies spielen zu können, bietet eine andere Perspektive und sorgt für eine Menge Freude, ebenso wie die Bonusaufgaben und die sammelbaren Karten. Der Titel bietet eine Vielzahl an Facetten und ein gewisses Maß an Spannung. Man fühlt sich direkt wohl und ist bereit, sich in den nächsten Kampf zu stürzen.

Entwickler: EA / PopCap Games
Publisher: Electronic Arts
Release: 21. August 2014
Offizielle Homepage: www.pvzgardenwarfare.com

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TEST: Plants vs. Zombies: Garden Warfare – Krieg im idyllischen Vorgarten
„Battlefield trifft Plants vs. Zombies! So in etwa kann „Plants vs. Zombies: Garden Warfare“ betitelt werden. Das Spiel vereint die Modi und Spielweise eines klassischen Shooters genauso in sich, wie den Witz und die Idee der PvZ-Spiele. Das Spiel ist ein gelungener Mix der beiden Welten, der im Multiplayer durchaus überzeugen kann. Die Sammelkarten erweitern das Spiel um eine wichtige Komponente, durch die der Wiederspielwert deutlich erhöht wird. Dennoch ist es ein wenig schade, dass dem Titel keine Singleplayer-Kampagne spendiert wurde. Diese hätte dem Titel mit großer Sicherheit sehr gut gestanden und ihn nochmals um einiges bereichert. Auch an der Grafik hätte ein wenig liebevoller gearbeitet werden können, das schadet dem Spiel jedoch nicht allzu viel. Insgesamt ist der Titel wirklich sehr gelungen und kann gerade bei Shooter-Einsteigern durch seine einfache Steuerung und sein gutes Gameplay definitiv punkten, aber auch erfahrenere Spieler können durchaus ihren Spaß mit „Plants vs. Zombies: Garden Warfare“ haben.“
7.7