
Im sechsten Teil von Tom Clancy’s Erfolgsserie dreht sich wieder einmal alles darum, alleine die Welt zu retten und dabei eine ganze Terrorzelle auszulöschen, doch anders, als im actionlastigen Vorgänger „Conviction“, heißt es nun wieder: schleichen, schleichen, schleichen. Und das ist es auch, was „Splinter Cell“ ausmacht!
Alles beginnt damit, dass die Terrorgruppe „Die Engineers“ sich zum Ziel gesetzt hat, die Vereinigten Staaten so lange zu terrorisieren, bis alle US-Soldaten aus sämtlichen Krisengebieten abgezogen werden. Um ihr Vorhaben umzusetzen, wollen sie jede Woche verschiedene bedeutungsvolle Ziele der USA angreifen, was den völligen Kollaps des Staates bedeuten würde; diese Ziele stehen auf der sogenannten „Blacklist“. Die einzige Hoffnung liegt bei Sam Fischer und seinem Team Third Echelon. Mit Hilfe der fliegenden Kommandozentrale, dem „Paladin“, reist das Team von Ort zu Ort, um Herr der Lage zu werden.
Gameplay

Sollte es mit dem Schleichen doch einmal nicht geklappt haben, oder hat man einfach keine Lust dazu, bleibt immer noch der Griff zur altbewährten Schusswaffe. Das Zielsystem ist dabei überaus einfach zu handhaben und macht es dem Spieler leicht, seine Feinde gezielt zu erledigen. Dieser Mix aus Stealth und Action passt wirklich sehr gut zusammen und erinnert wieder mehr an die Wurzeln der Serie.
Neben diesen bekannten Eigenschaften hat Ubisoft sich aber auch noch ein paar Neuigkeiten einfallen lassen. So ist Sam nun dank des „Paladin“ mit allerlei technischen Spielereien ausgestattet: Sonarbrille, Haftkameras und Drohnen sind da nur ein kleiner Einblick in die Palette der Hilfsmittel. Besonders positiv ist anzumerken, dass die gesamte Ausrüstung rollenspielähnlich etwa mit Schockladungen oder verschiedenen Aufsätzen an den jeweiligen Auftrag, sowie die individuelle Spielweise angepasst werden kann.
Besonders erwähnenswert ist auch die Funktionsweise des „Paladins“. In dem frei begehbaren Flugzeug, das mit einer Waffenkammer, einer Krankenstation, einem Gefängnis und noch vielen anderen Räumlichkeiten ausgestattet ist, kann man seine Ausrüstung verbessern, mit seinen Teamkameraden reden, um einige Nebenmissionen zu erhalten, oder das Flugzeug selbst upgraden, wodurch weitere Fähigkeiten oder HUD-Erweiterungen freigeschaltet werden. Über das Strategic Mission Interface, kurz SMI, eine Art digitalen Tisch, kann man aktuelle Missionen, sowie Herausforderungen oder den Multiplayermodus auf einen Blick betrachten und direkt aufrufen. Auch kleinere Missionen, in denen man etwa Nachrichten entschlüsseln und die so erhaltenen Zugriffspunkte auf der Weltkarte ausfindig machen muss, bieten viel Abwechslung und beziehen das SMI sehr unterhaltsam ins Spielgeschehen mit ein. Eine wirklich funktionelle Eigenschaft des Fliegers, die ein wenig an eine Mischung aus den Missionsbesprechungen in „Metal Gear Solid 4“ und dem Versteck von „Sly Cooper-Jagd durch die Zeit“ erinnert. So bietet sich auch außerhalb der Missionen viel Freiraum, der zum Erkunden einlädt.
Grafik und Atmosphäre

Bereits nach ein paar Minuten fühlt man sich mitten im Geschehen und plant sorgfältig, wie man Einheiten durch Geräuschtransmitter oder durch Rufen in eine Falle locken kann. Die doch sehr intelligent und abwechslungsreiche KI stellt uns dabei immer wieder vor neue Herausforderungen, in denen man schnell handeln muss, um nicht entdeckt zu werden. Ein Faktor, von dem manch andere Spiele sich noch eine Scheibe abschneiden können. Oft geben Gespräche zwischen feindlichen Truppen Informationen darüber, wie diese sich in der gegebenen Situation verhalten, wie etwa „Soll ich mitkommen?“ oder „Geh du da lang“, und helfen so, sich diesem Verhalten anzupassen. Wirklich gut umgesetzt! Erweitert wird der Spielfluss noch durch verschiedene Herausforderungen, die vom sogenannten „Shadownet“, einer Website mit Statistiken und Bestenlisten über das eigene Spiel und das der Community, abgerufen werden und Bonuspunkte für verschiedene Handlungen vergibt.
Die unterschiedlichen Figurenmodelle sind ansprechend gelungen, allerdings noch lange nicht so gut, wie bei manch anderen Branchenvertretern. Sie sind teils etwas matschig und lieblos. Mimiken erscheinen ab und zu etwas kalt und Bewegungsabläufe zu steif, schaden dem Spielfluss jedoch keineswegs. Die verschiedenen Dialoge oder Funkkontakte sind gut synchronisiert worden und fügen sich hervorragend in den Spielfluss ein.
Alles in allem entsteht durch die ansprechende Grafik in Verbindung mit der spannend gestalteten Handlung und den zahlreichen möglichen Herangehensweisen eine umwerfende Atmosphäre, die 100% das wiederspiegelt, was „Splinter Cell“ auszeichnet. Es ist spannend, taktisch gut gestaltet und absolut fesselnd.
Multiplayer

Zum Anderen gibt es aber auch noch einen Koop-Modus, der sowohl Online, als auch im Splitscreen zur Verfügung steht. In diesem können die durch eure Teamkameraden des „4th Echelon“ freigeschalteten Nebenmissionen absolviert werden. Beide Arten von Multiplayer sind gut umgesetzt worden und bieten einiges an Spaß und Herausforderungen.

