TEST: The Amazing Spider Man – Einfach „Amazing“ ?

Spider-Man ist zurück! Zeitgleich zum Start der Comic-Verfilmung „The Amazing Spider-Man“ mit Andrew Garfield als neuem Spidy, erscheint das passende Spiel. Dabei handelt es sich jedoch nicht, wie bei den Toby Maguire-Verfilmungen um 1 zu 1 Umsetzungen der Movies, sondern um eine Fortsetzung der Story. Wer also noch vor hatte, ins Kino zu gehen, sollte dies tun, bevor er (oder sie) diesen Test liest oder das Spiel kauft.

Kurz nachdem Spider-Man den Sieg über Dr. Connors und dessen altes Ego „Die Echse“ errungen hat, begibt die Spinne sich mit seiner Freundin Gwen Stacy zu Oscorp Industries, der früheren Wirkungsstätte von Dr. Connors und seiner Forschung auf dem Gebiet der Mischwesen zwischen Mensch und Tier. Gwen hat den Verdacht, dass Oscorp insgeheim die Forschung weiter vorangetrieben hat. Diese Befürchtung bewahrheitet sich schnell, als ihnen weitere Artenkreuzungen, wie etwa Spidys Gegner Rhino, begegnen. Als die beiden dann von dem Wissenschaftler Alistaire Smythe, der die Entsorgung von Connors Forschungsergebnissen und der Mischwesen übernommen hatte, durch die Labore geführt werden, erfahren sie, dass das Mittel, dass Dr. Connors entwickelt hat, zu einem Virus mutiert ist, wodurch auch andere Menschen nun infiziert werden können. Während des Rundganges reagieren die Mischwesen aggressiv auf Spider-Man, da auch er ein Mischwesen ist. Die Situation eskaliert, und Gwen wird, nachdem sie Peter Parker hinter eine Sicherheitstür geschubst hat, von einem der Mischwesen infiziert, während die freundliche Spinne nur zuschauen kann. Spidy bringt Gwen in den Quarantänebereich und versucht von nun an mit Dr. Connors, den er auf eigene Faust aus der Nervenklinik befreit hat, ein Gegenmittel zu entwickeln. In der Zwischenzeit verschlimmert sich die Situation in Manhattan dramatisch, da die Mischwesen nun auch Passanten auf den Straßen infizieren. Die Zeit läuft davon…

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Die Story ist sehr spannend gestaltet. Man deckt viele verschiedene Geheimnisse von Oscorp auf und trifft häufig auf bekannte Figuren aus dem Spider-Man Universum. Ab und zu erscheint die Story jedoch etwas flach, langatmig und verliert hier und da an Spannung, was aber nur kurz anhält, da man sofort in die nächste spannende Situation krabbelt.

Endlich wieder ein Spider-Man-Spiel mit einer offenen Spielwelt. Wer von uns hat nicht schon einmal davon geträumt, wie die Spinne durch den Großstadtdschungel Manhattan zu schwingen und auf große Gebäude, wie etwa das Empire State Building, zu klettern? Spider-Man glänzt dabei vor allem mit seinen akrobatischen Bewegungen und seinen rasanten Schwüngen. Auch die neu eingeführten „Netzsprints“, bei denen man in der 1.Person Ansicht ein Ziel anvisiert, und sich dann mit seinem Netz dort hin befördert, verbessern den Bewegungsablauf, wodurch dieser unglaublich flüssig und actiongeladen erscheint, wenn man mal davon absieht, dass die Netze ab und zu einfach in der Luft hängen, während Spider-Man an ihnen schwingt.

Die Netzsprints können sogar während des Kampfes eingesetzt werden, um sich schnell an Gegner zu ziehen und kräftig in die Duelle einzusteigen. Auch Spidy‘s geschmeidige Kampfbewegungen und der Einsatz seiner Spinnennetze bieten uns tolle und aufwendig gestaltete Kämpfe. Das einzige Manko dabei besteht darin, dass sich die Steuerung im Hauptteil auf zwei Tasten für Schlagen und Ausweichen beschränkt, wodurch es häufig zu sinnlosem Buttonsmashing kommen kann, was aber der Stimmung und dem Spaß keinen Abbruch zufügt.

Neu ist, dass Spider-Man über Stealth-Angriffe verfügt. Befindet er sich hinter oder über seinen Gegnern, kann er diese lautlos ausschalten und mit seinem Netz unter die Decke hängen, um nicht für Aufmerksamkeit zu sorgen.
Abwechslungsreich wird das Spiel durch die Fülle an verschiedenen Aufgaben. So können wir entweder der Story nachgehen und die Stadt vor den Mischwesen beschützen, oder uns in Überfälle oder Verfolgungsjagden begeben und so das Verbrechen in NYC bekämpfen. Aber vielleicht haben wir gerade auch einfach Lust, für eine Reporterin Fotos von Einbrüchen oder geheimen Forschungsanlagen zu schießen, oder an einer „Xtreme Challenge“ teilzunehmen, bei der wir unser sportliches Können unter Beweis stellen müssen.

Neben den Missionen gibt es auch noch 700 Comicseiten, die in der ganzen Stadt verteilt sind, und mit denen wir verschiedene original „Amazing Spider-Man“ Comics freischalten und lesen können. Ebenso kann man verschiedene Anzüge aus der Comic-Geschichte, wie den „Negative Zone“ Anzug, oder Charakterbiographien von Figuren des Spiels finden und nutzen. Mit all diesen Aktionen sammelt man Erfahrungspunkte, mit welchen man seine Fertigkeiten immer weiter ausbauen kann. Eine nette Idee, durch die die Kämpfe im Laufe der Zeit einfacher und noch actiongeladener werden.
Alles in allem bietet das Game „The Amazing Spider-Man“ durch diese vielen kleinen Anreize eine Menge Potential, um sich langfristig damit zu beschäftigen.

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Activision hat es mit „The Amazing Spider-Man“ geschafft, ein solides und qualitativ hochwertiges Spiel auf den Markt zu bringen. Es kann zwar grafisch nicht mit der offenen Welt von Spielen wie „Batman: Arkhem City“ oder ähnlichen Top-Games mithalten, enttäuscht jedoch auch nicht. Trotz seiner 720p Auflösung sehen die Umgebung und die Personen sehr gut gelungen aus, weshalb man nicht von einer schlechten Grafik reden kann. Auch die bereits erwähnten Akrobatikeinlagen sehen spektakulär aus, woran man merkt, dass die Entwickler sich große Mühe gegeben haben, um nicht wie andere Filmumsetzungen, wie etwa die Spiele zu den Filmen „Green Lantern“ oder „Captain America“, erschreckende Ergebnisse einzufahren. Sie schaffen es, eine solide Atmosphäre zu schaffen, in der man sich gerne aufhält. Hier und da ist die Kameraführung jedoch etwas missglückt, so zum Beispiel in Szenen, bei denen man an der Decke herumkrabbelt. Dadurch kann es hier und da zu unschönen und lästigen Situationen kommen.
Leicht gekippt wird die Stimmung durch die deutsche Synchronisation. Aus unerklärlichen Gründen haben die Entwickler nicht die deutschen Stimmen aus dem Film übernommen, was ein wenig schade ist. Auch die teilweise flachen, langweiligen und sich ständig wiederholenden Sprüche unserer Lieblingsspinne helfen da nicht viel und werden nach einiger Zeit nur noch als nervig empfunden. Eine Möglichkeit, auf die originale Synchronisation umzustellen, gibt es leider nicht.

Offizielle Homepage: www.theamazingspidermangame.com

TEST: The Amazing Spider Man – Einfach „Amazing“ ?
„The Amazing Spider-Man“ ist ein klasse Spiel. Wenn man durch die Häuserschluchten schwingt und Hochhäuser hinaufklettert, fühlt man sich regelrecht in das Spiel hineingezogen. Auch das neu eingeführte „Netzsprinten“ ist ein tolles Feature und bereitet eine Menge Spaß. Die Idee, alte Spider-Man Comics in das Spiel einzufügen, bietet eine gute Grundlage, sich eine lange Zeit intensiv mit dem Spiel zu beschäftigen. Auch der eingebaute Move-Support ist ein netter Einfall von Activision und bietet einen großen Unterhaltungswert. Dies alles- eingebettet in eine interessante und spannende Story im Herzen von Manhattan- ergibt eine runde und gute Mischung. Lässt man Kleinigkeiten, wie die relativ schlechte Synchronisation oder die schwebenden Netze außer Acht, macht das Spiel unglaublich viel Spaß. Es ist halt einfach „amazing“.
7.5