TEST: The Crew Wild Run – Schöner, wilder, aber weiterhin mit Ecken & Kanten

Was hat man dem Release des ersten großen Add-On „The Crew: Wild Run“ zu Ubisoft´s MMO-Racer entgegengefiebert. Groß waren die Versprechungen, dass man ein Jahr nach dem Initial-Release ein komplettes Overhaul nachliefert, mit dem man das Spiel auf den aktuellsten technischen Stand bringt und auch in den nächsten Monaten nicht Gefahr läuft, nur hinterher zu fahren.

Kritik musste sich „The Crew“ bereits jede Menge gefallen lassen, was von einem verkorksten Start bis hin zu nicht zeitgemäß genug reichte. Zwar haben die Mannen bei Entwickler Ivory Tower in den vergangenen 12 Monaten reichlich nachgebessert, in vielerlei Hinsicht konnte das Spiel aber dennoch nicht mit der Konkurrenz mithalten.

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Nicht nur wild, nun auch wunderschön …

Mit dem letzten Update zu „The Crew“ sollten nicht nur Wild Run-Käufer profitieren, sondern auch treue Spieler des Originals. So wurde die komplette Engine hinter dem Spiel mit neuem Kraftstoff versorgt und präsentiert sich nun schöner denn je. Nun gut, die PlayStation 4 Version mag weiterhin nicht mit dem PC mithalten können, auf dem uns damals die Preview präsentiert wurde, und auch an ein „DriveClub“ mag man auch noch nicht ganz heranreichen, aber wie schon in unserem damaligen Review zum Spiel erwähnt, liegen die Stärken von „The Crew“ in vielen anderen Bereichen.

Die Unterschiede sind dennoch merklich spürbar, insbesondere bei den Fahrzeugmodellen, die das unschöne Kantenflimmern nun fast komplett hinter sich gelassen haben. Ebenso konnte man die Qualitätsunterschiede zwischen In-Game Filmsequenzen und In-Game beseitigen, welche die ganze Zeit über die Frage nach dem ‚Warum nur?‘ stellte. Darüber hinaus wurde die Weitsicht erhöht, die Unschärfe in der Ferne reduziert, es gibt neue Tageszeiten, wobei die frühabendlichen Stunden ein neues Highlight bilden, und zu guter Letzt hält das langersehnte Wettersystem Einzug, was in Rennspielen inzwischen generell zum Standard gehört. Mit den Nasseffekten auf den Straßen hat man es dabei vielleicht etwas übertrieben und die grellen Farben des neuen Overall-Look hätte man vielleicht etwas sparsamer einsetzen können, im Gesamten aber kann man wohl sagen, dass sich „The Crew: Wild Run“ keinesfalls mehr verstecken braucht. Angesichts der Größe und des Umfangs, den schier unendlichen Details und einer dennoch flüssigen Performance wird es nun wohl auch Kritikern sehr schwer fallen, noch irgendetwas in dieser Hinsicht an dem Spiel auszusetzen.

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Monster Truck, Dragster oder Drifter …

„The Crew“ versteht sich jeher als CARPG, sodass man hier ganz typisch mit einem Serienfahrzeug startet, es einem aber selbst überlassen bleibt, in welche Richtung man dieses entwickelt. Bisher gab es hier unterschiedliche Klassen wie Performance, Rennen, Straße oder Off-Road, die nun um drei weitere Klassen ergänzt wurden, darunter Monster Truck, Dragster und Drift. Obendrauf halten die Bikes Einzug, die eine komplett eigenständige Klasse bilden und den gesamten Fuhrpark ungemein ergänzen. Die Variationen sind dabei weiterhin unendlich und genau in diesem Punkt zeichnet sich „The Crew: Wild Run“ gegenüber seiner Konkurrenz besonders aus. Ein großer Fuhrpark ist zwar jedermanns Wunsch, bis man das passende Kleingeld dafür zusammen hat, benötigt es allerdings unglaublich viel Zeit, weshalb der ein oder andere Wunsch vom Traumauto zunächst in weite Ferne rückt. Ohnehin kristallisieren sich für einen meist 3 bis 4 Lieblingsboliden heraus, denen man bis zum Ende treu ist. Da ist es geradezu willkommen, dass man basierend auf seinem Serienfahrzeug verschiedene Klassen entwickeln kann und nicht stetig nur den teuersten Wagen hinterher eifern muss. Mit den „bald verfügbaren“ neuen Tuning-Optionen dürfte also jedes Rennfahrerherz wunschlos glücklich werden.

The Summit ruft …

Den neuen Klassen entsprechend wartet dann The Summit auf euch, ein von Zeit zu Zeit stattfindendes Event, das verschiedene Disziplinen bereit hält und den harten Rennalltag auf der Straße auch mal aus den Augen lässt. Obwohl es hier vordergründig mehr um Spaß geht, etwa mit einem Monster Truck durch einen Looping oder durch eine Pipline heizen, aufregende Drag Car Rennen oder die Reifen in Drift-Events so richtig zum Qualmen zu bringen, stehen euch hier alle The Crew-Spieler der Welt gegenüber, mit dem Ziel die Rangliste bis nach oben zu klettern. Die Teilnahme an The Summit setzt dabei nicht nur das regelmäßige Zurückkehren voraus, auch Leistung in Form von Medaillen muss darin erbracht werden, um die monatlichen Großevents sowie das Finale in etwas über einem Jahr besuchen zu können. Hier hat sich Ivory Tower ein cleveres Turnier-System ausgedacht, das die The Crew-Spieler zumindest für die nächsten 12 Monate bei der Stange halten wird und so für richtiges Leben sorgt. Am Ende eines jedes Summit stehen außerdem besondere Preise in Form von Credits, exotischen Wagen, Ausrüstungsteile und mehr, sodass auch immer ein Anreiz vorhanden ist mitzumachen.

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Abseits von The Summit warten zudem die Freeride- und Free Stunt Herausforderungen auf euch. Anstatt sich auf vorgegebene Rennen quer durch die USA festnageln zu lassen – auch wenn es davon mehr wie genug gibt – ist es nun auch möglich eigene Herausforderungen zu kreieren, Checkpoints und Ziele zu setzen und somit letztendlich stundenlange Rennen zu veranstalten. Einmal an der Grenze der USA entlang sollte einen da schon 4 bis 6 Stunden beschäftigen, quer durch die Pampa, von Ost nach West bedarf immerhin noch 2 Stunden oder man absolviert einen Stunt nach dem anderen, was vor allem in der Crew am meisten Spaß macht und besonders belohnt wird. Das ohnehin große Freiheits- und Crew-Gefühl wird damit noch einmal ungemein getoppt und lässt jede Menge In-Game Bucks regnen, die sich ab sofort mit jedem Event, Rennen, Stunt & Co. verdienen lassen, um sie dann möglichst sinnvoll in seinen Fuhrpark zu investieren.

Tuning unter der Haube …

Beim Gameplay selbst scheiden sich noch immer die Geister und oft ist es auch eine Frage des Geschmacks. Als Arcade-Racer hat man ohnehin sehr viel Spielraum was das Gameplay-Feeling angeht; von dem schwammigen herum gerutsche zum Initial-Release hat man sich inzwischen aber weit entfernt. Mit dem aktuellen Update hat man einen Teil der Fahrzeuge nochmals feinjustiert, sowie liegt es letztendlich an jedem selbst, in wie weit oder in welche Richtung er sein Fahrzeug tunt, um das für ihn optimale Handling zu erreichen. Mir persönlich gefällt´s und man hat eine breite Palette von Gameplay-Styles zur Auswahl, die einen mehr oder mindern fordern, nicht zuletzt durch den Einfluss des Wettersystems auf das Fahrverhalten, das nun mit einwirkt.

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Motorschaden für Nicht-Käufer …

Trotz all dieser guten Nachrichten für Add-On Käufer, Festival-Muffel haben seit dem Update eher das Nachsehen. So wurden damit einige Features umständlich verlagert oder stehen nur noch Add-On Käufern zur Verfügung, wie etwa die automatische Crew-Suche. Zudem wird man an jeder Ecke quasi zum Kauf des Add-On „genötigt“ wie man es in den offiziellen Foren beschreibt, sowie wurden auch allgemeine Features einfach gestrichen, wie das Umschalten der Radiosender, was nur noch über das Menü funktioniert. In dieser Hinsicht muss bei Ivory Tower wohl oder übel nochmal nachgebessert werden.

Entwickler: Ivory Tower
Publisher: Ubisoft
Release: erhältlich
Offizielle Homepage: www.thecrew-game.ubi.com

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TEST: The Crew Wild Run – Schöner, wilder, aber weiterhin mit Ecken & Kanten
„The Crew: Wild Run legt gegenüber dem Initial-Release noch einmal eine ordentliche Schippe obendrauf, sowohl auf technischer Seite, wie auch inhaltlich. Um davon im vollen Umfang zu profitieren, muss man allerdings auch wirklich die Wild Run-Erweiterung sein Eigen nennen, da sich umgekehrt die Spielerfahrung eher ins Negative bewegt. Das The Summit Event gefällt und lockert die teils stundenlangen Rennen von The Crew angenehm auf, grafisch lässt sich angesichts des Umfangs nur noch sehr wenig an dem Racer aussetzen, spielerisch ist es ein Arcade-Racer durch und durch, mit einer breiten Palette an Variationen und das Crew-Feeling ist stetig präsent .. was will man mehr? The Crew: Wild Run ist wahrlich nicht perfekt, es beinhaltet aber seit nun 12 Monaten absolutes Suchtpotenzial und das für noch mindestens weitere 12 Monate. Absolute Kaufempfehlung zum Kampfpreis für Neueinsteiger, Besitzer des Originals hingegen müssen abwägen, ob ihnen die 30 EUR für das Add-On jetzt schon wert sind oder man auf eine günstige Kaufgelegenheit wartet.“
8.9
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