Texas Chain Saw Massacre: Support-Ende kommt früher als erwartet

Niklas Author 2026
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Niklas Bender
Editor-in-Chief bei PlayFront und Spezialist für kritische Analysen. Niklas Bender steht für eine klare redaktionelle Kante und furchtlosen Journalismus. Sein Fokus: die Dekonstruktion von PR‑Floskeln. Er...
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Gun Interactive beendet überraschend den Support für The Texas Chain Saw Massacre. Keine neuen Inhalte oder Updates mehr nach dem Mai-Patch.

Es ist vorbei – zumindest fast. Gun Interactive, das Indie-Studio hinter dem asymmetrischen Multiplayer-Horrorspiel „The Texas Chain Saw Massacre„, zieht den Stecker. Völlig überraschend wurde heute bekannt gegeben, dass der Support für das Spiel nach dem letzten großen Patch im Mai endet. Keine neuen Inhalte. Keine weiteren Bugfixes. Kein DLC-Nachschub mehr. Der virtuelle Massaker-Albtraum in Muerto County ist damit abgeschlossen – zumindest laut den Entwicklern.

Was nach einem simplen Update klingt, liest sich in der offiziellen Stellungnahme wie der Nachruf auf ein Kunstprojekt: emotional, pathetisch, mit einem Hauch Trotz. Gun Interactive spricht von einem „Traumprojekt“, das „sein volles Potenzial erreicht“ habe – eine Formulierung, die man fast als Trotzreaktion auf gemischte Kritiken und sinkende Spielerzahlen lesen könnte.

„Wir sind fertig. Wirklich.“

Die Macher betonen, dass sie The Texas Chain Saw Massacre genau so umgesetzt hätten, wie sie es sich vorgestellt hatten: eine Hommage an den Kultfilm von 1974, angereichert mit bekannten Horrorgrößen wie Kane Hodder oder Barbara Crampton. Inhaltlich wurde die Geschichte um Maria Flores erweitert, Franchise-Veteranen wie Bill Moseley und Ed Neal zurückgeholt – das Fundament schien solide.

Und trotzdem endet alles jetzt – rund 2 Jahre nach Release. Kein Live-Service-Modell, kein kontinuierlicher Content wie bei Konkurrenten (Dead by Daylight lässt grüßen). Stattdessen verabschiedet sich Gun mit einem finalen Patch und einem „Danke für alles“. Spieler dürfen künftig in Peer-to-Peer-Matches weiterbluten – aber neue Inhalte? Fehlanzeige.

Ein würdiger Abgang oder stilles Scheitern?

Dass das Spiel nicht aus den Stores entfernt wird, wird fast trotzig betont – wohl in der Erwartung, dass diese Frage überhaupt gestellt werden könnte. Klar, „Texas Chain Saw Massacre“ bleibt spielbar. Aber was bleibt sonst?

Gun Interactive will mit der Entscheidung ein kreatives Statement setzen: Das Spiel ist fertig, weil es fertig gedacht wurde. Kein Flickenteppich. Keine Live-Service-Inflation. Nur Kunst und Blut und Motorsägen – bis zum Abspann. Das klingt edel, fast schon poetisch. Aber in einer Industrie, in der selbst mittelmäßige Spiele mit Content-Reanimationsmaßnahmen am Leben gehalten werden, wirkt es auch ein wenig wie Resignation.

Was bleibt, ist Stil – und eine offene Frage

„Wir haben die Vision bis zum kreativen Ende verfolgt“, schreibt Gun. Man könnte sagen: Sie sind sich treu geblieben. Oder: Sie haben früh kapituliert. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Wer das Spiel geliebt hat, wird es weiterspielen. Wer mehr wollte, geht leer aus.

In einer Branche, die oft auf monetäre Langlebigkeit setzt, ist „The Texas Chain Saw Massacre“ jetzt ein Exot: Ein Spiel, das seine eigene Grenze zieht. Und das macht es – ob man es nun als klug oder als tragisch empfindet – vor allem eins: bemerkenswert.

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