Ubisoft schickt The Division ins achte Jahr. Während die erste Generation der Agenten bereits Staub ansetzt oder sich in die Rente verabschiedet hat, versucht Massive Entertainment mit einer Mischung aus Nostalgie-Köder und Hardcore-Experimenten, die Server am Laufen zu halten.
Ein Jahrzehnt in The Division
Zehn Jahre ist es her, seit wir das erste Mal im verschneiten New York nach Loot gescannt haben. Zum Jubiläum gibt es keine Revolution, aber neue Motivationen. Eine vierwöchige Jubiläums-Saison in The Division 2, die bis zum 2. April läuft, garniert mit einem Event-Pass, der uns Outfits aus anderen Clancy-Marken wie Splinter Cell oder Rainbow Six Siege unterjubelt.
Das ist simpel gedacht: Ubisoft schenkt euch die „Warlords of New York“-Erweiterung für die Dauer des Events, falls ihr sie bisher nicht besitzt. Dafür dient ihr als Tester für den neuen Realismus-Modus.
Dieser Realismus-Modus ist das eigentliche Herzstück der Jubiläums-Saison. Massive streicht hier fast alles, was das Spiel bequem macht: keine Lebensregeneration, kaum Munition, kein HUD und – der größte Haken – ihr müsst einen neuen Charakter erstellen.
Es ist ein kalkulierter Versuch, das Spielgefühl des ersten Teils zu kopieren, ohne echten neuen Content liefern zu müssen. Wer stirbt, stirbt schneller (reduzierte Time-to-Kill), was das Ganze eher zu einer Simulation als zu einem Looter-Shooter macht. Dass die RPG-Elemente „gestrafft“ wurden, bedeutet im Klartext: Man hat das System so weit skelettiert, bis nur noch das nackte Gunplay übrig blieb.
Central Park als neuer DLC enthüllt
Nach der Nostalgie-Welle folgt im April die Saison „Rise Up“. Hier sollen die Agenten wieder gegen die Black Tusk ran. Ubisoft verspricht Crossplay zwischen Konsolen und PC, was im achten Jahr eines Shooters weniger eine Überraschung als vielmehr eine längst überfällige Pflichtaufgabe ist.
Das eigentliche Sicherheitsnetz für die Zukunft heißt jedoch „Central Park“. Ein neuer DLC soll uns endlich in das abgesperrte Areal von Manhattan führen. Wann genau? Irgendwann in diesem Jahr (vielleicht). Bis dahin dienen die neuen „Classified Assignments“ und eine einsame Incursion namens „Steel Creek“ als Beschäftigungstherapie.
Das Handy-Mandat ab Ende März
Am 31. März folgt der nächste logische Schritt im Ubisoft-Kalkül: The Division Resurgence erscheint für iOS und Android. Das Free-to-Play-Modell soll die Marke stärken, während die Entwicklung von The Division 3 vermutlich noch in der untersten Schublade liegt. Wer beide Spiele verknüpft, bekommt ein paar digitale Textilien (wie das „NYC Firefighter“-Set). Es ist das übliche Cross-Promotion-Paket, um die Spielerbasis in das mobile Ökosystem zu ziehen.
Der Realismus-Modus könnte Spaß machen, wenn man auf Schmerzen steht. Der Rest ist die übliche Verwaltung des Mangels, bis endlich echte Neuigkeiten zu einem echten Nachfolger eintrudeln.
