Zehn Jahre nach dem Release von Fallout 4 reflektiert Todd Howard im Interview mit GQ über die Veränderungen bei Bethesda Game Studios und gibt neue Einblicke in die Entwicklung von The Elder Scrolls 6. Spoiler: Geduld ist gefragt.
Howard betont gleich zu Beginn: The Elder Scrolls 6 sei „noch weit entfernt“. Der Studioleiter sitzt in Rockville, Maryland, umgeben von Gaming- und Film-Memorabilia, und appelliert an Fans, keine überstürzten Erwartungen zu haben. „Ich predige Geduld“, sagt er, „ich will nicht, dass Fans nervös werden.“
Fallout 4: Zehn Jahre Einfluss
2015 erschien Fallout 4 und feierte sofort Erfolge: 750 Millionen Dollar Umsatz in den ersten 24 Stunden, Game of the Year und bis heute über 12 Millionen aktive Spieler im letzten Jahr. Howard beschreibt die Entwicklung als intensives, teils obsessives Projekt: „Es wird zur zweiten Realität, man verbringt mehr Zeit in der Fantasiewelt als mit echten Menschen.“ Die Erfahrung habe das Team nachhaltig geprägt und auch den TV-Ableger inspiriert.
Besonders stolz ist Howard auf die Geschichten und Charaktere. Für ihn machen gute Quests die Mischung aus absurden, B-Movie-artigen Momenten und emotionalem Tiefgang aus – Elemente, die auch die TV-Serie von Jonathan Nolan übernommen hat.
Kreative Pausen und Starfield
Zwischen Fallout 4 und The Elder Scrolls 6 nahm sich das Team bewusst Pausen. Starfield diente als kreativer Neustart. „Wir brauchten einen Reset“, so Howard. Diese Pause sei nicht nur für die Entwickler, sondern auch für das Publikum wichtig gewesen: zu lange auf die Fortsetzung von Skyrim zu warten, hätte Erwartungen verzerrt.
Howard betont, dass jede neue Produktion auch eine Lernphase ist. Fehler aus früheren Projekten wiederholen sich zwar, aber sie seien Teil des Prozesses: „Wenn es ein bisschen Angst gibt, ob wir es schaffen, ist das gut. Es treibt uns an.“
Einblicke in The Elder Scrolls 6
Kürzlich fand ein Playtest von The Elder Scrolls 6 statt. Howard beschreibt die Sessions als unverfälschte Realitätstest: „Großartige Spiele werden gespielt, nicht gemacht. Der Bildschirm lügt nicht.“ Außerdem kooperiert Bethesda mit der Make-A-Wish Foundation, um Fans die Möglichkeit zu geben, Charaktere zu gestalten, ein Schritt, der zeigt, dass die Community aktiv eingebunden wird.
Über einen möglichen Überraschungs-Release wie bei Oblivion: Remastered lässt Howard nur lächelnd verlauten: „Vielleicht ein Testlauf.“ Konkret bleibt er zurückhaltend, was Features oder Gameplay betrifft, betont aber, dass es keine Eile gibt und Qualität vor Hype geht.
Für Spieler bedeutet es, dass The Elder Scrolls 6 real ist, aber man sollte sich auf ein längeres Warten einstellen. Bethesda nutzt die Zeit, um kreativ zu experimentieren, Lessons Learned aus Fallout 4 umzusetzen und Fans frühzeitig in den Entwicklungsprozess einzubeziehen.


