Wenn ein Live-Service-Spiel eine Plattform fallen lässt, klingt das oft nach einer Randnotiz. Doch im Fall von The Finals trifft es eine Community, die erst vor gut einem Jahr überhaupt einsteigen durfte. Embark Studios beendet am 18. März 2026 den Support der PlayStation 4-Version, pünktlich zum Start der zehnten Season. Für viele wirkt das abrupt, vielleicht sogar unfair. Aber wie groß ist der Einschnitt wirklich?
Die kurze PS4-Ära von The Finals
Während The Finals auf PS5, Xbox Series und PC seit Dezember 2023 läuft, wurde die PS4 erst ein Jahr später nachgezogen. Nun endet der Support bereits nach gut 15 Monaten. Embark begründet diesen Schritt mit einem klaren Fokus auf Current-Gen-Hardware, ein Argument, das man in der Branche immer häufiger hört, siehe Genshin Impact.
Technisch ist das nachvollziehbar: Die Physik-Spielereien, zerstörbaren Arenen und Effekte des Shooters fordern ältere Hardware stark heraus. Schon seit Season 6 wurde aus der Community diskutiert, ob Updates auf PS4 an Grenzen stoßen. Offiziell bestätigt wurde das nie, aber die Entscheidung überrascht nicht vollständig.
Dennoch bleibt der fade Beigeschmack, dass eine engagierte PS4-Spielerschaft nur eine Art Übergangslösung war. Vor allem jene, die erst spät eingestiegen sind, dürften sich über die kurze Lebensdauer ärgern.
Was passiert mit Fortschritt und Käufen?
Niemand verliert jedoch seinen Account. Embark betont, dass sämtliche Fortschritte und gekauften Items an den persönlichen Embark-Account gebunden sind. Wer später auf PS5 oder PC weiterspielt, macht genau dort weiter, wo er aufgehört hat.
Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Gerade bei Free-to-Play-Spielen gab es in der Vergangenheit Fälle, in denen Plattformwechsel kompliziert oder unmöglich waren. Hier punktet The Finals mit Transparenz und sauberer Kontoführung.
Ein Schritt Richtung Zukunft, aber zu früh?
Aus Sicht der Entwickler wirkt der Schritt logisch. Mehr Ressourcen für aktuelle Hardware bedeuten schnellere Entwicklungszyklen, stabilere Updates und mehr kreative Freiheit. Gleichzeitig bleibt die Frage: Muss der Übergang so radikal ausfallen, wenn die PS4 global noch stark verbreitet ist?
Vielleicht ist dies der Moment, an dem The Finals endgültig zeigen will, wohin die Reise geht: größere Maps, komplexere Physik, ambitioniertere Modi – Dinge, die auf der alten Hardware schlicht nicht mehr skalieren.
Für PS4-Spieler bleibt die Entscheidung trotzdem bitter. Der „Abschied“ kommt schneller, als es eine Community verdient hat, die nachträglich abgeholt wurde.



