Die Diskussion um die Game Awards ist so alt wie die Show selbst. Zu viel Werbung, zu wenig Auszeichnungen, zu viel Geoff Keighley. Neu ist daran wenig. Neu ist eher, wie deutlich sich inzwischen selbst wohlwollende Beobachter fragen, ob diese Veranstaltung überhaupt noch irgendeine Relevanz jenseits von Reichweite und Marketing besitzt.
Ein interessantes Essay von Kulturjournalist Joshua Rivera hat genau diesen Nerv getroffen, nicht weil er etwas völlig Neues sagt, sondern weil er ausspricht, was viele längst fühlen. Die Reaktionen auf die diesjährige Show sind recht eindeutig.
Riveras Kernthese ist unbequem: The Game Awards sind keine Feier von Spielen, sondern ein Ritual der Selbstvergewisserung einer Industrie, die sich nicht mehr traut, ehrlich über sich selbst zu sprechen. Die Show vermittelt, bewusst oder nicht, eine einfache Botschaft: Alles läuft. Alles ist gut. Schaut euch die Trailer an.
The Game Awards sind kein Kulturereignis, sondern eine Werbefläche mit Trophäen
Das erklärt auch, warum Preise bei den Game Awards immer wie Beiwerk wirken. Sie sind da, aber sie stehen im Schatten der nächsten „World Premiere“. Der Fokus liegt nicht auf dem, was Spiele waren oder geleistet haben, sondern auf dem, was sie versprechen könnten. Zukunft schlägt Gegenwart. Marketing schlägt Einordnung.
Der Vergleich mit Apple-Keynotes ist deshalb treffend. Auch dort geht es weniger um Produkte als um Erwartungsmanagement, um das kollektive Fantasieren über eine bessere Version von morgen. In der Games-Branche ist dieses Fantasieren längst zum Selbstzweck geworden. Wir diskutieren Spiele, die noch nicht existieren, streiten über Features, die nie bestätigt wurden, und messen Erfolg an Verkaufszahlen statt an Substanz. Die Game Awards sind die perfekte Bühne dafür.
Viele Reaktionen aus der Community spiegeln genau diese Leere wider. „Ich habe zehn Minuten Trailer gesehen, das hat gereicht.“ Oder: „Weder ihre Existenz noch ihr Ausfall hat irgendeinen Einfluss auf mein Leben.“ Das sind keine zynischen Kommentare, sondern Symptome. Wenn eine angeblich prestigeträchtige Show problemlos auf Highlights zusammengedampft werden kann, ohne dass etwas fehlt, sagt das mehr über die Show als über ihr Publikum.
Warum die Game Awards mehr Marketing als Bedeutung liefern
Gleichzeitig geht Riveras Text manchen zu weit. Kritiker werfen ihm vor, den Game Awards eine gesellschaftliche Bedeutung zuzuschreiben, die sie nie hatten. Es sei nun mal ein Marketing-Event, nicht mehr, nicht weniger. Doch genau hier liegt der Widerspruch: Die Game Awards werden permanent als mehr verkauft. Als wichtig. Als relevant. Als Gradmesser für Qualität, Erfolg und Bedeutung. Diese Aufladung kommt nicht von außen, sie ist Teil des Konzepts.
Besonders problematisch ist das für kleinere Studios. Wer sich die Preise für Werbeminuten anschaut, erkennt schnell: Sichtbarkeit ist kein Verdienst, sondern eine Investition. Große Publisher dominieren die Bühne, während Indie-Teams bestenfalls in schnellen Montagen auftauchen. Das mag ökonomisch logisch sein, hat aber mit einer „Feier der Spielekultur“ wenig zu tun. Die E3 als konträres Beispiel war nicht perfekt, aber sie war ein Ort des Austauschs, des Sehens, des Gesprächs. Trailer allein ersetzen das nicht.
Die Game Awards und die Illusion von Relevanz
Geoff Keighley selbst ist dabei weniger das Problem als das Gesicht eines Systems. Er glaubt sichtbar an das, was er tut. Und ja, er hat sich seine Position erarbeitet. Aber seine Show spricht eine klare Sprache: Es geht um Industrie. Um Wachstum. Um Aufmerksamkeit. Nicht um Arbeitsbedingungen, nicht um kreative Risiken, nicht um die Frage, wie nachhaltig dieses Modell überhaupt noch ist.
Am Ende bleibt eine ernüchternde Erkenntnis: Die Game Awards existieren nicht nur, weil Keighley sie durchsetzt, sondern weil wir sie akzeptieren. Weil sie bequem sind. Weil sie uns unterhalten, ohne uns zu fordern. Vielleicht sollte man sie genau so behandeln: als das, was sie sind. Eine große, teure Werbefläche mit Trophäenrandnotiz.
Nicht mehr. Aber eben auch nicht weniger.


Sein oder nicht sein das ist hier die frage………….
Geht mir alles komplett am Allerwertesten vorbei.
Selbstbeweihräucherung von einem Haufen selbstverliebter Spinner – jedenfalls viele davon.
Die ganz großen Player ( PlayStation, Rockstar, Valve, Xbox) machen ihre eigenen Shows für ihre besten Spiele.
Dieses Jahr waren die ersten 2 Stunden sehr gut, die letzte Stunde war trash, hätte man sich komplett sparen. Nur Werbung und das schlechteste Finale ever.
Ich mag Clair33 sehr aber es ist das Kaliber wie Herr der Ringe 3 damals als es alle Awards damals den Oscars gewonnen hat.
die wenigsten sehen sich die game awards an um drei stunden lang content creator, entwickler etc zu zelebrieren. es geht darum mitzufiebern, dass das eigene lieblingsspiel möglichst viele preise bekommt, zu gucken ob spiele die es verdient hätten eine auszeichnung bekommen und manchmal auch darum, sich über die branche und die massenverbl*dung lustig zu machen xD
dazu kommen immer wieder neue ankündigungen, die schöne bühnenshow mit musik und einem sehr engagierten musiker aus dem ensemble, der uns jedes jahr aufs neue begeistert!!! (flöten, trompeten, uboe und gefühlt jedes andere instrument auf dieser welt)
beim jährlichen game awards goty medley gibt der gute alles und alleine für ihn lohnt sich die show <3
jeff keighley spielt mit den erwartungen, man sieht eine menge bekannte gesicher im publikum und auf der bühne und meist gibt es ein paar nette überraschungen.
rfür mehr oder weniger standen die gameawards meines erachtes nie
ich war dieses jahr enttäuscht, dass einige für mich wichtige titel nicht dabei waren, dafür gabe es einige überraschungen und schöne aussichten auf interssante titel.
wenn man da mehr erwartet oder mit etwas anderem rechnet, ist man dann eventuell enttäuscht
Anderseits was juckt es einen persönlich ob sein eigenes lieblings spiel gewonnen hat? Das würde nur bestätigen,dass das eigene kauf verhalten richtig war und das man das richtig spiel gekauft hat was auch die industrie schätz aber auf andere seite bedeutet das nicht viel, weil jeder hat ein anderen Geschmack. Viele ps fanboys sind traurig weil gohst of yotai und death stranding kein award bekommen haben werfen schiebung vor während letztes jahr Astro bot in den Himmel gefeiert haben. Auch ohne awards sind für mich Astro bot,claire obscure 33 und alan wake 2 die vorzeigen spiele dieser Generation
Das macht mir ja fast schon angst, dass ich mal eine Meinung mit Crydog teile, unfassbar. Mich haben nur die Neuankündigungen interessiert. Ich finde das Gefühl ein Spiel zum ersten mal präsentiert zu bekommen, wie God of War damals, ist schon so ein geiles Gefühl. Dieses Jahr hat mich Star Wars FOTA gepackt und mein Hype auf 1 Millionen steigen lassen. Fraglich nur, ob es wirklich erscheint und nicht wie KOTOR in Vergessenheit gerät.
Ich persönlich werde mit Claire Obscure nicht warm, habe jetzt auf der Switch die Tails of JRPGs entdeckt.
die gameawards sind ein thema für sich… auf der einen seite sitzen da lauter leute aus der branche, die einfluss nehmen und entscheiden, welches spiel welcher preis bekommt. wirklich entscheiden können die spieler nur in einer kategorie und da kann inzwischen auch mit bots ec massiv manipuliert werden. es ist also eine show bei der die branche und die mächtigen der branche entscheiden, was eine auszeichnung verdient hat.
auf der anderen seite hat geoff keighley anscheinend schon kleineren studios einen günstigeren oder sogar kostenfreien auftritt spendiert (wenn die story stimmt) und zwar auch bei den game awards oder beim summer game fest.
es gab jahre, da wurden ewig lang leute auf der bühne labern gelassen wie dem schauspieler (von stargate etc) der kratos gemimt hat… da wurde über alles mögliche geredet und das ganze hat sich endlos in die länge gezogen.
das jahr danach wurde so hart reguliert, dass menschen die etwas zu sagen hatten, einfach abgewürgt wurden und die musik laut eingespielt wurde…
wir hatten massiv nervige jahre mit repräsentation von allem, was man langsam nicht mehr ertragen kann (in der form und in dem ausmaß) und jahre in denen gefühlt massig low quality games und handy spiele etc raum und zeit eingenommen haben.
die game awards sind ein permanentes auf und ab aber letztes sowie dieses jahr, waren meiner meinung nach starke shows.