Deadline berichtet über frische Cast-Zugänge für The Last of Us Season 3. Clea DuVall und Jorge Lendeborg Jr. sollen neue Rollen übernehmen – in einer Season, die laut früheren Aussagen womöglich bereits das Serienende markiert. Das ist vor allem deshalb spannend, weil die dritte Season erzählerisch einen klaren Richtungswechsel vollzieht.
Seraphiten, WLF und ein bekanntes Gesicht in neuer Besetzung
Clea DuVall übernimmt eine Rolle innerhalb der Seraphiten, jener religiösen Fraktion aus The Last of Us Part II, deren Konflikt mit der Washington Liberation Front (WLF) zu den brutalsten Aspekten der Vorlage zählt. DuValls Casting deutet darauf hin, dass die Serie diesen Konflikt nicht nur streift, sondern ernsthaft ausarbeitet.
Jorge Lendeborg Jr. schlüpft derweil in die Rolle von Manny, einem WLF-Mitglied. In der Spielvorlage ist Manny eng mit Abby verbunden. Ursprünglich wurde die Figur von Danny Ramirez verkörpert, der aufgrund von Terminüberschneidungen nicht zurückkehrt. Ein Recasting ist immer ein Risiko, kann aber funktionieren, wenn Tonfall und Charakterkern erhalten bleiben.
Abby im Zentrum – ohne Neil Druckmann
Bereits bestätigt ist, dass Season 3 von The Last of Us Abby (Kaitlyn Dever) ins Zentrum rückt. Das folgt klar der Struktur von Part II, der Spieler nach Ellies Perspektive in Abbys Rolle zwingt. Erzählerisch war das mutig, beim Publikum aber umstritten.
Brisant ist dabei der Rückzug von Neil Druckmann. Der Naughty Dog-Kreativkopf hatte maßgeblichen Anteil an den bisherigen Seasons, will sich nun aber auf kommende Spieleprojekte konzentrieren. Showrunner Craig Mazin bleibt an Bord, doch ohne Druckmann fehlt eine wichtige kreative Kontrollinstanz. Ob Mazin Abbys polarisierende Geschichte alleine tragen kann, ist offen.
Abschied von Catherine O’Hara
Ein weiterer Einschnitt ist Catherine O’Hara, die vergangene Woche im Alter von 71 Jahren verstorben ist. Mazin bestätigte, dass sie eigentlich für Season 3 zurückkehren sollte – erneut als Gail Lynch, die Therapeutin aus Jackson. Seine Worte sind offen und persönlich: O’Hara sei „gestohlen worden“, nicht nur der Serie, sondern dem Publikum insgesamt. Ihr Fehlen reißt eine Lücke, die erzählerisch nur schwer zu schließen sein dürfte.
Mazin hatte früher angedeutet, dass es womöglich vier Seasons benötige, um The Last of Us Part II vollständig zu erzählen. Sollte Season 3 tatsächlich das Finale werden, droht eine erzählerische Verdichtung, die dem Stoff nicht immer guttut.
Season 3 von The Last of Us hat das Potenzial, kontrovers, intensiv – oder überladen zu werden. Entscheidend wird sein, ob die Serie ihre Balance zwischen Charaktertiefe und struktureller Klarheit hält.

