Wenn heute über erfolgreiche Spieleverfilmungen gesprochen wird, fällt ein Name fast zwangsläufig: The Last of Us von Naughty Dog, das inzwischen zwei Seasons hinter sich hat. Für den früheren PlayStation-Boss Shawn Layden ist der HBO-Erfolg jedoch weniger ein Glücksfall als das Ergebnis eines langen, oft frustrierenden Reifeprozesses, sowohl in Hollywood als auch in der Spielebranche selbst.
In einem Interview blickt Layden zurück auf mehr als zwei Jahrzehnte vergeblicher Anläufe, Missverständnisse und einen Generationenwechsel, ohne den es Serien wie The Last of Us vermutlich nie gegeben hätte.
Warum Hollywood nichts mit Videospielen anfangen konnte
Laydens Erfahrungen reichen bis in die frühen 2000er zurück. Damals arbeitete er in London an The Getaway, einem Spiel, das bewusst wie ein britischer Gangsterfilm inszeniert war, inkl. echter Schauspieler, einem ausgearbeiteten Drehbuch und klaren filmischen Ambitionen. Für Layden schien der Zeitpunkt gekommen, Hollywood von Games als Stofflieferanten zu überzeugen.
Die Realität war jedoch ernüchternd. Studios reagierten mit Spott, reduzierten Spiele auf abstrakte Konzepte wie Pong und sahen in Games kein erzählerisches Potenzial. Laydens Fazit fällt rückblickend ebenfalls hart aus, wonach eine ganze Generation von Entscheidern schlicht nicht anschlussfähig war, sie mussten erst abtreten.
Der Wandel setzte erst rund 15 Jahre später ein. Plötzlich saßen Menschen in den Studios, die selbst mit Controllern aufgewachsen waren und Games nicht erklären mussten, sondern verstanden. Entscheidend war dabei nicht Begeisterung, sondern Macht: Menschen, die nicht nur Ideen lobten, sondern tatsächlich „den Geldknopf drücken“ konnten. Für Layden ein zentraler Punkt, denn ohne Budget bleibt jede Vision Theorie.
The Last of Us als Wendepunkt
Mit der Gründung von PlayStation Productions 2018/19 begann Sony, dieses strukturelle Problem gezielt anzugehen. Projekte, die jahrelang feststeckten, wurden realisiert, allen voran der Uncharted-Film nach neun Jahren Development Hell, später Gran Turismo. Doch der eigentliche Wendepunkt war The Last of Us.
Hier traf Sony auf Craig Mazin, den Schöpfer von Chernobyl. Mazin hatte das Spiel gespielt, verstand es und liebte es. Diese persönliche Bindung war für Layden der Schlüssel. Gemeinsam mit Neil Druckmann entstand eine Adaption, die nicht versuchte, ein Videospiel zu imitieren, sondern eine Geschichte zu erzählen. HBO erkannte diesen Ansatz und unterstützte ihn. Der mentale Schalter wurde umgelegt: Nicht „wir machen ein Spiel zum Film“, sondern „wir erzählen eine starke Geschichte, die zufällig aus einem Spiel stammt“.
Layden sieht darin einen Paradigmenwechsel. Serien wie Twisted Metal oder kommende Projekte wie Helldivers 2 wären vor 20 Jahren undenkbar gewesen. Heute funktionieren sie, weil Games nicht mehr als Nischenprodukte betrachtet werden, sondern als kulturell etablierte Erzählformen.
Sein Fazit ist nüchtern, aber optimistisch. Die Branche ist endlich erwachsen geworden. Nicht über Nacht, nicht ohne Fehlversuche, aber nachhaltig. Jetzt beginnt die Phase, in der Spieleverfilmungen nicht mehr überraschen müssen, sondern einfach gut sein dürfen.


Die ganzen Zuschauer sind doch eine andere Generation, nicht nur die Geldgeber.
Es wäre so oder so passiert. Gibt es eine Geschichte, dann lässt sich jemand davon „inspirieren“.
Nicht nur das kennen von Videospielen, sondern die allgemeine Offenheit ist doch enorm gestiegen. Z.b. durch Streamingdienste.
Allein schon die riesige Serien- und Filmflut aus Asien, die wir so nie mitbekommen hätten.
Vieles konnte mutiger sein und riskiert werden. Wurde aber auch so ein qualitativer Mix aus Einflüssen, wie ‚Westworld‘ oder ‚Game of Thrones‘.
Natürlich wurden auch Zuschauer interessierter an z.B. Fallout. Es nimmt sich kaum noch was. Ein ‚Star Wars‘ verschwimmt total in allem. Siehe Comicentwicklung.
Ein ‚The Last of Us‘ wird auch nicht nur von Gamern geguckt. Es hat auch so schon den typischen Zombie-Walking Dead-I am Legend-Vibe.
Mich interessiert dazu eigentlich nur ein neues Spiel, die Serie null.
Es ist eher so: Spiele überflügeln Filme.