Das psychologische Horrorspiel The Medium vom Bloober Team bekommt eine Filmumsetzung, und das nicht von irgendwem. Gary Dauberman, bekannt für seine Drehbücher zu Annabelle, Es und Brennen muss Salem, hat sich die Filmrechte gesichert. Sein neues Produktionsstudio Coin Operated nimmt sich der Vorlage an, denn der Mann weiß, wie man Grusel verkauft, zumindest auf der Leinwand.
Was ist „The Medium“ überhaupt?
Veröffentlicht 2021, war The Medium eines der ersten Spiele, das von Bloober gezielt für PS5 und Xbox Series X/S entwickelt wurde. Die Hauptfigur Marianne lebt darin gleichzeitig in zwei Welten, der realen und einer albtraumhaften Geisterdimension. Dank der neuen Konsolen ließ sich dieses Splitscreen-Gameplay technisch sauber umsetzen. Spieler lösten Rätsel in beiden Ebenen gleichzeitig, mit einem Design, das irgendwo zwischen Silent Hill und polnischer Folklore pendelt.
Das Artdesign von Damian Zukowski und der atmosphärische Soundtrack – unter anderem vom Silent Hill-Komponisten Akira Yamaoka – sorgten für dichte Stimmung. Spielerisch blieb The Medium allerdings hinter seinen Möglichkeiten und wurde für zu wenig Horror, zu viele Laufwege, zu wenig Konsequenz kritisiert.
Warum eignet sich das als Film?
Ganz einfach: Die Geschichte ist kurz, klar und inszenatorisch machbar. Der „Dual World“-Ansatz bietet Potenzial für visuelle Spielereien, ohne das Budget zu sprengen. Und anders als bei vielen Games mit zig Stunden Laufzeit muss hier niemand den Rotstift ansetzen, um auf 100 Filmminuten zu kommen.
Noch ist das Projekt aber in einem sehr frühen Stadium, es gibt weder Drehbuchautor noch Regisseur. Erfahrungsgemäß heißt das erst einmal abwarten. Hollywood hat schon viele spannende Game-Verfilmungen angekündigt, die dann im Nichts verschwanden. The Medium könnte ein Glücksfall werden oder eben das nächste „Könnte-was-werden“-Projekt, das versandet.
Mit dem richtigen Team und einem klaren Fokus auf Atmosphäre statt Effekte könnte The Medium als Film funktionieren, vielleicht sogar besser als das Spiel. Aber bis zur fertigen Version ist es noch ein weiter Weg. Und wie immer gilt bei Videospielverfilmungen: Skepsis ist gesund.