Die Diskussion um The Witcher ist zurück, diesmal von der Quelle selbst. Andrzej Sapkowski, Schöpfer der Hexer-Saga, hat in einem Reddit-AMA erneut kein Blatt vor den Mund genommen und seine Abneigung gegenüber den Videospielen deutlich gemacht. Besonders die Ausweitung der sogenannten Witcher-Schulen sei „völlig unnötig“ und narrativ problematisch.
Vom Literarischen zum Digitalen: Ein Konflikt, der bleibt
Sapkowski verkauft die Rechte an seinen Werken einst für relativ wenig Geld, eine Entscheidung, die er heute mit Blick auf den Erfolg von The Witcher III: Wild Hunt wohl bereut. Das bekannte Disput-Thema um Tantiemen wurde damals beigelegt, doch die kritische Haltung des Autors gegenüber den Spielen ist geblieben.
In seinem AMA erklärte er, dass die Videospieladaptionen viele Elemente übernommen hätten, die er selbst für irrelevant oder sogar schädlich für die Story hielt. Das Beispiel der „Schule des Wolfes“ aus The Last Wish illustriert dies: Ein kleiner Satz im Buch reichte, und die Spiele entwickelten daraus ein völlig neues System von Hexerschulen, das Sapkowski für überflüssig hält.
Die Überlegenheit der Originalwerke
In seinem AMA betonte der Autor außerdem erneut, dass keine Adaption die literarische Kraft seiner Bücher ersetzen könne. Worte könnten nicht ohne Verlust in Bilder übersetzt werden, und unabhängig von der Qualität der Spiele oder Serien bleibt das Originalwerk für ihn unantastbar. Diese Haltung ist nicht neu, aber sie wirft erneut die Frage auf, wie Spieler und Fans mit dieser Spannung zwischen Buch und Spiel umgehen sollen.
Was bedeutet das für The Witcher 4?
Für die kommende Fortsetzung, The Witcher 4, plant CD Projekt RED weiterhin, Konzepte aus Sapkowskis neuesten Buch Crossroads of Ravens zu integrieren. Ob und wie stark die Kritik des Autors dabei berücksichtigt wird, ist unklar. Spieler stehen damit vor einer spannenden Ausgangslage: Die Marke lebt von ihren Spielen, gleichzeitig bleibt der literarische Kern kontrovers. Wer also The Witcher 4 spielt, bewegt sich zwischen zwei Welten – der digitalen Interpretation und dem Original, das Sapkowski selbst für überlegen hält.
Am Ende bleibt die zentrale Frage: Können die Spiele je mehr als eine Visualisierung der Bücher sein – oder stehen sie zwangsläufig im Schatten ihres Schöpfers? Für Fans dürfte The Witcher 4 diese Debatte neu entfachen.




„Witcher 3“ samt DLCs ist für mich immer noch das beste Rollenspiel das ich in den letzten 40 Jahren gespielt habe. Die Bücher habe ich, finde sie aber eher recht zäh und träge… zieht sich alles extrem.
Die Spiele sind auf jeden Fall deutlich besser als die Serie.
Der Zausel stänkert schon seit Jahren, dabei wäre er ohne die Spiele bei der jungen Generation völlig unbekannt. Zumal die Bücher eher lahm sind. Etwas mehr Demut und Dankbarkeit wären angebracht.