Ubisoft legt starkes Q3 hin: Assassin’s Creed, The Division und Anno treiben das Comeback

Ubisoft steigert die Net Bookings deutlich: Assassin’s Creed, The Division und Anno treiben das Wachstum im Q3 2025/26, doch strukturelle Probleme bleiben.

Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Ubisoft hat seine Zahlen für das dritte Quartal 2025/26 vorgelegt, und die fallen besser aus als erwartet. Die Net Bookings im Q3 liegen bei 337,7 Millionen Euro, ein Plus von rund 12 Prozent im Jahresvergleich. Für die ersten neun Monate summiert sich das auf 1,11 Milliarden Euro, ein Anstieg von 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Wachstum kommt nicht aus einer einzelnen Neuveröffentlichung, sondern aus der Breite des Portfolios, vor allem aus den großen Kernmarken.

Assassin’s Creed bleibt das Zugpferd

Die wichtigste Marke im Quartal ist erneut Assassin’s Creed. Ubisoft spricht selbst von einer „Overperformance“. Die Session Days stiegen um 28 Prozent im Jahresvergleich, die aktiven Nutzer legten zweistellig zu.

Dazu kamen gezielte Impulse:

  • Release von Assassin’s Creed Shadows auf Switch 2
  • Das „Valley of Memory“-Update für Mirage
  • Kontinuierliche Monetarisierung im Back-Katalog

Gerade der Back-Katalog ist entscheidend: 93,5 Prozent der Net Bookings in den ersten neun Monaten stammen aus älteren Titeln. Assassin’s Creed trägt hier erheblich bei. Die Marke funktioniert weiterhin als langfristiges Service-Ökosystem, nicht nur als Einzelrelease.

Mit der Tencent-Beteiligung an Vantage Studios (Bewertung: 3,8 Milliarden Euro) ist klar, dass Assassin’s Creed strategisch weiter im Zentrum steht.

The Division wächst leise, aber konstant

The Division 2 entwickelt sich zum stabilen Dauerläufer. Laut Ubisoft wachsen aktive Spieler, Engagement und Umsätze signifikant im Jahresvergleich. Neue Seasons und Live-Events zahlen sichtbar auf die Marke ein. Parallel steht mit The Division Resurgence die Mobile-Version vor dem Launch. Die Serie feiert 2026 ihr zehnjähriges Jubiläum, inklusive neuem Modus für The Division 2 und einer angekündigten Roadmap.

Ubisoft setzt hier klar auf Cross-Plattform-Präsenz und langfristige Service-Strukturen. Das Muster ist eindeutig: weniger Risiko durch Einzel-Hits, mehr Stabilität durch kontinuierliche Monetarisierung.

Anno 117: Überraschend starker Start

Die vielleicht interessanteste Entwicklung betrifft Anno 117: Pax Romana. Das Spiel (Metacritic 84) übertrifft laut Ubisoft die Net Bookings von Anno 1800 im vergleichbaren Zeitraum. Für eine traditionsreiche Aufbaureihe ist das bemerkenswert. Der römische Schauplatz, die Rückkehr von Landkämpfen und neue Systeme wie der Skill-Tree scheinen zu greifen.

Mit dem ersten DLC „Prophecies of Ash“ im April will Ubisoft die Dynamik fortsetzen. Anno bleibt damit ein Premium-PC-Standbein, das zunehmend auch wirtschaftlich relevanter wird.

Avatar und Rainbow Six: Unterschiedliche Dynamiken

Avatar: Frontiers of Pandora profitiert vom „From the Ashes“-DLC (Metacritic 81) und der Einführung einer Third-Person-Ansicht. Die Session Days haben sich im Jahresvergleich nahezu verdoppelt. Laut Strategie soll ein langfristiger Seller werden, nicht nur ein Film-Tie-in.

Anders die Lage bei Rainbow Six Siege: Das Spiel performte „im Rahmen der Erwartungen“. In einem stark umkämpften Shooter-Markt konnte sich Siege stabilisieren. MAUs stiegen im Dezember wieder, DAUs lagen Anfang Januar doppelt so hoch wie Anfang November. Mit Year 11 und dem Six Invitational setzt Ubisoft auf Community-Bindung und Anti-Cheat-Investitionen.

Zahlen, die Strukturprobleme nicht kaschieren

So positiv die Wachstumsraten wirken:

  • Erwartetes Non-IFRS EBIT für das Gesamtjahr: -1 Milliarde Euro
  • Free Cashflow: -400 bis -500 Millionen Euro
  • Geplanter Stellenabbau: 200 Positionen am HQ in Frankreich

Ubisoft befindet sich mitten in einer strukturellen Transformation. Fünf „Creative Houses“ sollen Fokus und Verantwortlichkeiten schärfen. Gleichzeitig stärkt Tencent mit 1,16 Milliarden Euro die Bilanz. Die operative Realität bleibt dennoch angespannt. Wachstum kommt vor allem aus bestehenden Marken, nicht aus radikal neuen IPs.

Die großen Marken tragen – noch

Der Bericht zeigt ein klares Bild: Ubisoft lebt aktuell von der Substanz seiner etablierten Franchises. Assassin’s Creed, The Division, Anno und Rainbow Six stabilisieren das Geschäft und treiben das Wachstum.

Ob die laufende Transformation reicht, um auch profitabel zu werden, bleibt offen. Die Pipeline für die nächsten drei Jahre klingt ambitioniert. Entscheidend wird sein, ob Ubisoft neben bewährten Marken auch wieder kreative Impulse setzen kann, die über inkrementelle Updates hinausgehen.

Für den Moment gilt: Die Kernmarken funktionieren. Und sie halten Ubisoft über Wasser.

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