Der Mars ist fast völlig zerstört und die verbliebenden Menschen werden von einer dämonischen Invasionstruppe versklavt. Das endgültige Ziel: Den Mars vollständig zu vernichten, was wohl auch das Ende der Erde bedeuten dürfte. Willkommen bei “DOOM”!

Kaum eine Marke hat es bis heute zu einem solchen Kultstatus wie “DOOM” geschafft, dessen Anfänge bis in den frühen 90er Jahre zurückreichen. “DOOM” gehört dabei zu den wenigen Serien, die sich stets sichtlich weiterentwickelten, ihren Ursprung aber nie aus den Augen verloren haben. Das beweisen Bethesda und id Software in wenigen Wochen erneut mit “DOOM Eternal”, zu dem der Publisher aktuell zu einer brachialen Anspielrunde in Berlin einlud. Ob “DOOM Eternal” es schafft, mit seinem unverkennbaren Stil die Massen erneut an den Abzug der Waffen und Blaster zu bewegen, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Für Neulinge und Fans

Zwar ist “DOOM” schon ein alter Hase im Geschäft, dennoch möchte man auch in Zukunft mehr und mehr Fans an Bord holen und für die Spielserie begeistern. Daher hat man sich bei id Software dazu entschlossen, mit “DOOM Eternal” auch eine kleine Lehrstunde in Sachen klassischer Shooter abzuliefern. Neulinge sind hier ebenso willkommen wie gestandene Profis, ohne die einen gleich zu überfordern oder die anderen zu unterfordern. In den ersten Stunden des Spiels durchläuft man daher mit jedem neuen Gameplay-Element oder mit jeder neuen Waffe erst einmal ein kleines Tutorial – eine Art praktische Prüfung, die euch die Kunst des “Tötens” nicht nur erklärt, sondern auch gleich ausprobieren lässt – ganz nach dem Motto: Learning by doing!

Das soll jetzt aber auch nicht bedeuten, dass ihr hier pauken müsst wie in alten Schultagen, der Spaß steht definitiv noch im Vordergrund und wird euch ausgiebig in der 22 bis 40-stündigen Story unterhalten, was für einen Shooter durchaus großzügig ist. Auf diese legt man diesmal auch einen besonderen Wert und geht mit der Erzählung deutlich tiefer als noch bei DOOM (2016), wenn man es denn möchte. Wer reine Shooter-Action sucht, wird ebenfalls seinen Spaß an “DOOM Eternal” haben. Wohin die Story letztendlich führt, war nach diesen 3 Stunden zwar noch nicht ganz klar, id Software verspricht aber, dass man unter anderem mehr über die Ursprünge des Slayers erfahren wird. Wir sind gespannt!

Neue, alte Welten

Hierfür wird man auch jede Menge neue Orte entdecken. Neben der guten, alten Erde wird man auch in einer Kultisten-Basis oder in Exultia alles dem Erdboden gleich machen können, wo Höllenpriester, noch Dämonen und knackige Herausforderungen auf euch warten. Zum Glück hat der noch immer gesichtslose, blutrünstige “Held” dieser Saga einige neue Tricks und Spielsachen auf seinem bisherigem Weg mitgenommen. Eure Aufgabe: Als deutlich charakterisierter DOOM Slayer die zahlreichen (doppelt so viele) Dämonen in schwindelerregenden Kämpfen zurückdrängen, die inzwischen alles überrannt haben und die Erde zu ihrer ganz persönlichen Hölle machen. Die Atmosphäre ist dabei gewohnt düster und verspricht jede Menge Abwechslung von Level zu Level. So konnten wir in der Anspiel-Session ein Dämonen-Gefängnis besuchen, haben uns durch schleimige Höhlen gekämpft oder über beängstigende Lava-Schluchten geschwungen. 

Dazu setzt “DOOM Eternal” nach wie vor auf sein lineares Level-Design, erlaubt innerhalb diesem aber deutlich mehr Freiheiten und Ansatzmöglichkeiten. Die Areale können großzügiger erkundet werden und unterschiedliche Wege führen ans Ziel  – wobei manchmal der Weg auch ziemlich verblüffend sein kann. Neben den bekannten Kletter- und Plattformpassagen (die auch mal frustrieren können) kommt hier nämlich ein brandneues Movement-Element zum Einsatz – der Dash, mit dem man sich in der Luft mit einem Vorwärtsschub durch die Luft katapultieren kann. Ebenfalls neu ist der Wallrun. Beide zusammen ermöglichen ungeahnte Wege und Möglichkeiten sowohl beim Movement, als auch beim Kampf. Gegner können so fast wie bei einem Zeitraffer kontrolliert aus der Luft angegriffen werden.

Dazu steht das gewohnt vielfältige Arsenal an Waffen und Modifikationen zur Verfügung, die allesamt gemastert werden wollen – denn was wäre DOOM, wenn man diese nicht weiter verfeinern oder spektakulär aufrüsten kann? So lässt sich in “DOOM Eternal” neben den Standard- / Primär-Waffen und allerhand Wurfgeschossen nun zusätzlich auch ein Flammenspeier- oder Granatwerfer bedienen, der direkt auf eurer Schulter montiert ist. Ebenfalls verfeinert wurden direkte Nahkampfangriffe, wobei man sich hier verstärkt bei Martial Arts bedient. Ein Spaß für die “ganze Familie”, wenn man Gegnern das Glubschauge herausreißt, sie mit der Kettensäge im Blutrausch zerteilt oder langsam leidend die Extremitäten abtrennt, bevor man zum vernichtenden Glory-Kill ansetzt. Es wirkt schon fast künstlerisch, wie sich die Animations- und Sound-Designer bei id Software hier ausgetobt haben. Einmal einem Dämonen mit einer Doppelrohr-Schrotflinte direkt ins Gesicht schießen, das klingt und sieht schon ziemlich exquisit aus. Sound und Visuals gehen hier perfekt Hand in Hand und lassen einen auch mal richtig vor dem Bildschirm zusammenzucken.

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Niemand wird zurückgelassen

Auf der einen Seite steht eindeutig der Spaß im Vordergrund, und ja, den hatten wir definitiv! Auf der anderen Seite wird man aber auch unheimlich gefordert vom Spiel, man muss sich aktiv einbringen, streng mit seinen Ressourcen haushalten, und hier und da seine Strategie gegen die teils unerbittlichen Dämonenhorden immer wieder neu ausrichten… und natürlich drauf halten, während man immer mehr aufdreht. All das ist nämlich nötig, um seine Monstermetzelei ungehindert und möglichst ohne Unterbrechung fortsetzen zu können. Alleine die Wahl der richtigen Waffe kann hier den Unterschied zwischen Leben und Tod während eines hektischen Feuergefechts ausmachen. Das Ziel ist der perfekte Rhythmus zwischen Movement, Feuerkraft und der Art des Angriffes, während man unaufhörlich Munition und Gesundheit im Auge behalten und sammeln muss.

Das alles kombiniert mit einer erstklassigen technischen und absolut flüssigen Präsentation, die wie anfangs erwähnt nicht vergisst, wo die DOOM-Serie ihre Anfänge hat. Es hat schon einen ziemlichen Retro-Charme, wenn man neue Munition, Medi-Packs und Power-Ups in leuchtenden Neonfarben einsammeln kann – als entstammen sie direkt einem Spielautomaten der 90er Jahre. Auch einzelne Animationen wirken teils nicht ganz so zeitgemäß, runden aber das Feeling von DOOM wunderbar und gekonnt ab. Viel wichtiger war es id aber auch, dass “DOOM Eternal” auf allen Plattformen das gleiche Gameplay-Erlebnis verspricht, wobei in erster Linie die flüssigen 60fps garantiert werden, auch auf der Basis-PS4. Die Konsolen-Fassungen wurden hier in keinster Weise vernachlässigt und unterscheiden sich maximal in der gebotenen Auflösung – bisher jedenfalls in der Theorie.

“Wie nicht anders von id und DOOM erwartet, ist auch “DOOM Eternal” ein gewaltiges Spektakel in jeder Hinsicht, auch wenn man hier und da mal einen starken Magen braucht. Der Slayer fühlt sich mächtiger denn je an, viele Bereiche im Spiel wurden deutlich verbessert und aufgewertet und laufen flüssiger denn je, ohne damit jedoch gleich völlig die Bodenhaftung zu verlieren. Von den Schauplätzen über zahlreiche neue Dämonen bis hin zu brachialen Waffen soll “DOOM Eternal” die Spieler überraschen und immer wieder vor neue Herausforderungen stellen, denen man sich anpassen muss – und nach 3 Stunden Heavy-Shooter-Action, einem grafischen Fest fürs Auge und dröhnenden Metal-Sounds von Mick Gordon auf den Ohren haben wir auch kaum Zweifel daran.”

Einschätzung: Höllisch!

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