Wenn es um japanischen Survival-Horror aus den frühen 2000er-Jahren geht, denken die meisten Leute verständlicherweise zuerst an Resident Evil und Silent Hill. Mit Fatal Frame bot allerdings auch Tecmo in dieser Zeit ein paar echte Grusel-Highlights, allen voran das 2003 auf der PS2 erschienene Fatal Frame II: Crimson Butterfly.
In knapp einem Monat, am 12. März nämlich, bekommt eben jener Titel ein vollwertiges Remake spendiert. Tatsächlich handelt es sich streng genommen schon um die zweite Neuauflage, Crimson Butterfly wurde nämlich auch schon für die Wii mit einigen Verbesserungen ausgestattet. Wir hatten die Möglichkeit, das neue Remake vorab auszuprobieren, und erzählen euch, wie sich der Horror-Trip über 20 Jahre später schlägt.
Kurzer Rückblick: Worum geht es eigentlich?
Fatal Frame II: Crimson Butterfly erzählt die Geschichte der beiden Zwillingsschwestern Mio und Mayu Amakura, die sich in einem verlassenen japanischen Dorf verlaufen, das von allerlei Geistern heimgesucht wird. Die Spieler steuern die allermeiste Zeit Mio aus der Third-Person-Perspektive, die sich entweder in Gesellschaft ihrer Schwester bewegt oder nach dieser sucht.
Eine Besonderheit des Spiels ist, dass die wichtigste Waffe im Kampf der Geister eine Kamera ist. Mio nutzt diese Camera Obscura, um Fotos von Geistern zu machen und diese zumindest kurzzeitig zu bannen. Die Kamera kommt auch abseits davon oft zum Einsatz und man kann sich geschossene Bilder hinterher ansehen.

Ein vollwertiges Remake
Für die Neuauflage von Fatal Frame II: Crimson Butterfly wurde das Spiel von Grund auf neu gebaut. Die komplette Grafik, der Sound und auch die Steuerung fühlen sich daher angenehm frisch und modern an. Während der Titel optisch durchaus mit anderen aktuellen Horror-Remakes wie Silent Hill 2 oder Resident Evil 4 mithalten kann, verdient das phänomenale Sounddesign eine gesonderte Erwähnung.
Viele der Geister hört man schon, bevor man sie sieht. Während von außen der Regen auf Fensterscheiben trommelt, quietscht und knarzt es überall. Wenn man die Kamera erhebt, erhebt sich auch ein fürchterliches Wimmern, das einem wirklich das Blut in den Adern gefrieren lässt. Wer das Original als ziemlich gruselig in Erinnerung hat, dürfte auch im Remake nicht enttäuscht werden.

Willkommene Verbesserungen
Das Remake soll Fatal Frame II: Crimson Butterfly natürlich gerecht werden und das Original einfangen, dennoch haben sich die Entwickler auch ein paar Freiheiten genommen. Die ersten Umgebungen fühlen sich etwa weniger linear und dadurch glaubwürdiger an. Auch das Gameplay wurde grundlegend überarbeitet und verbessert.
Mio steuert sich viel direkter und schneller als im Original, außerdem kann sie nun ausweichen und ihre Schwester an die Hand nehmen, um sich zu heilen. Das verhindert zudem, dass Mayu sich allzu doof anstellt und ständig von Geistern angegriffen wird. Die Rätsel und Puzzles sind ebenfalls aktualisiert, sodass auch Veteranen nicht direkt jede Lösung kennen.

Obendrauf kommen noch eine ganze Reihe von Quality-of-Life-Verbesserungen wie eine durchgehend sichtbare Minimap und eine übersichtlichere Missionsstruktur. Die „Kämpfe“ fühlen sich ebenfalls sehr frisch und modern an. Der Kniff mit der Kamera funktioniert dabei noch immer hervorragend. Geister durch eine Linse zu schießen statt mit Schrotflinten, fühlt sich deutlich bedrohlicher und intensiver an.
Das nächste Remake, das zum Horror-Highlight werden könnte
Es ist schon eigenartig, dass in der Remake-Flut der letzten Jahre immer wieder die japanischen Horror-Hits herausstechen. Das Remake von Resident Evil 4 ist etwa nichts anderes als eines der besten Actionspiele, die es derzeit gibt. Viele dieser Titel waren ihrer Zeit wohl einfach voraus und können jetzt, wo die nötige Technik da ist, zeigen, was eigentlich möglich ist.

Wenn sich der erste Eindruck auf das ganze Spiel übertragen lässt, dürfte Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake der nächste Hit in dieser Reihe werden. Kenner des Originals werden in jedem Fall ihren Spaß haben, aber das dürfte auch für alle anderen Horror-Fans gelten. Wir können den Release auf jeden Fall kaum noch erwarten.
Ersteindruck: sehr gut!
Sehr cool, ein schönes richtiger PS2 Klassiker. Hoffe sie fahren es nicht an die Wand.