Microsoft nutzt seinen offiziellen Xbox-Podcast, um den ersten Story-DLC zu Indiana Jones and the Great Circle näher vorzustellen. Das Team von MachineGames, vertreten durch die Entwickler Axel und Zeke, sprach über die Eckpunkte des Zusatzinhalts „The Order of Giants”, der Spieler in ein neues Abenteuer mit dem wohl bekanntesten Archäologen der Popkultur entführt.
Das Wichtigste gleich vorneweg: Das DLC spielt nach den Ereignissen des Hauptspiels, bringt neue Schauplätze, zusätzliche Rätsel und frische Gameplay-Herausforderungen. Für Fans heißt das mehr Spielzeit, mehr Story und mehr Möglichkeiten um sich in den digitalen Lederhut von Dr. Jones zu versetzen.
Wer jetzt denkt „klar, ein DLC nach Release, was für eine Überraschung“, liegt damit nicht falsch. Story-Erweiterungen sind längst Standard in der Branche, vor allem wenn ein Blockbuster erfolgreich einschlägt. Trotzdem lohnt ein genauer Blick, denn MachineGames scheint nicht bloß an ein paar abgeschnittene Missionen gedacht zu haben, sondern an ein in sich geschlossenes Zusatzkapitel.
Wo The Order of Giants ansetzt
The Order of Giants soll zeitlich nach der Hauptgeschichte einsetzen und Indy in eine bislang unbekannte Region verschlagen. Details bleiben noch unter Verschluss, aber MachineGames betont, dass die Erweiterung stärker auf Rätsel fokussiert sein wird. Das bedeutet, dass das Puzzledesign mehr ins Zentrum rückt, während Action und Schießereien in den Hintergrund treten.
Für eine Reihe, die schon immer zwischen klassischer Abenteuergeschichte, filmreifen Setpieces und Knobelelementen pendelte, ist das eine logische Vertiefung. Die Entwickler sprechen von „neuen Mechaniken“, was vermutlich weniger nach Revolution klingt und mehr nach Variationen bekannter Muster. Anders gesagt: mehr Hebel, mehr Druckplatten, vielleicht ein paar Physikrätsel, die moderne Engines eben so hergeben.
Wenn MachineGames das geschickt einbettet, könnte genau dieser Schwerpunkt dafür sorgen, dass The Order of Giants mehr wird als ein Anhängsel. Gerade Fans, die das Hauptspiel wegen seiner Rätsel gelobt haben, dürften hier auf ihre Kosten kommen.

DLC-Strategien im Vergleich
Interessant wird das Ganze auch im größeren Branchenkontext. Während viele Studios ihre Spiele inzwischen fast ausschließlich über Season-Pässe und Live-Updates am Leben erhalten, setzt MachineGames auf klassische Singleplayer-Erweiterungen. Das wirkt fast schon altmodisch, und ist gerade deshalb bemerkenswert.
Man muss nur an Spiele wie Assassin’s Creed Valhalla oder Cyberpunk 2077 denken, deren große DLCs teilweise wie eigenständige Projekte behandelt wurden. Phantom Liberty etwa zeigte, dass eine Erweiterung das Image eines gesamten Spiels retten kann. MachineGames verfolgt zwar ein weniger dramatisches Ziel, denn Indiana Jones and the Great Circle startete solide – aber die Stoßrichtung ist klar: Lieber ein neues Story-Kapitel, als das Spiel künstlich mit wöchentlichen Aufgaben am Leben zu halten.
Für Microsoft könnte das sogar strategisch klug sein. Schließlich braucht der Game Pass exklusive Inhalte, die auch Monate nach Release noch einmal Aufmerksamkeit erzeugen. Ein DLC mit Indiana Jones ist da ein sicheres Zugpferd – Marketing inklusive.
Worauf sich Spieler freuen können
Für Spieler bedeutet The Order of Giants vor allem mehr Content in einer Zeit, in der große Singleplayer-Erweiterungen selten geworden sind. Wer das Hauptspiel mochte, bekommt hier die Chance, Indys Abenteuer noch ein Stück weiterzuführen. Gerade, weil die Entwickler den Fokus auf Rätsel und Logik legen, könnte das DLC einen anderen Ton anschlagen als die Hauptkampagne, und so für Abwechslung sorgen.
Auch in puncto Umfang darf man gespannt sein. MachineGames sprach zwar nicht von konkreten Spielstunden, aber die Betonung auf „neues Kapitel“ deutet auf eine Erweiterung hin, die sich nicht in zwei Abenden abhaken lässt. Berichten zufolge sind es um die 6 Spielstunden. Damit würde sich das DLC eher in die Liga umfangreicher Erweiterungen einreihen, statt im Feld kurzer Bonus-Missionen zu versanden.
Natürlich gehört auch ein Schuss PR-Sprache dazu. Wenn die Entwickler von „komplexeren Herausforderungen“ sprechen, klingt das groß, bedeutet in der Praxis aber meistens, dass Spieler ein paar zusätzliche Ebenen beim Rätseln erwarten dürfen. Wer in den letzten Jahren Spiele-Podcasts gehört hat, weiß: Entwickler neigen dazu, selbst die banalste Design-Variation als „revolutionär“ zu verkaufen.
Aber immerhin: Bei MachineGames steckt ein Studio dahinter, das mit Wolfenstein bewiesen hat, dass man bekannte Serien modern und respektvoll neu erfinden kann. Ganz so dünn dürfte das Versprechen also nicht sein Für Spieler bedeutet das: Mehr Abenteuer, mehr Rätsel, mehr klassische Indiana-Jones-Atmosphäre, und für Microsoft die Chance, das Spiel noch einmal ins Rampenlicht zu stellen.
Ob The Order of Giants letztlich ein „Must-Play“ oder eher ein „Nett, aber optional“ wird, muss sich noch zeigen. Sicher ist nur: Indy tauscht Peitsche und Hut so schnell nicht gegen den Season Pass ein. Und allein das ist schon ein kleines Alleinstellungsmerkmal in einer Branche, die gerne das Gegenteil behauptet.
Los geht es am 4. September 2025.
„während Action und Schießereien in den Hintergrund treten“
Schießereien waren aber auch schon im Hauptspiel eher Mangelware. Das Spiel war doch eher auf Stealth ausgelegt. Das ist auch das, was mir nicht so gefallen hat, hätte mir mehr Ballereien gewünscht, gerade weil es von MachineGames entwickelt wurde. Natürlich nicht so wie in Wolfenstein, aber trotzdem mehr als es dann letztlich war.