Die Prämisse klingt vertraut und doch frisch: In „Sea of Remnants“ schlüpft ihr in die Rolle eines namenlosen Seefahrers ohne Erinnerungen. Euer Ziel? Das sagenumwobene Meer der Überbleibsel – ein Ort, an dem angeblich alle Fragen beantwortet werden. Doch bevor es so weit ist, steht eine Reise voller Entscheidungen, Kämpfe, kurioser Begleiter und urbaner Zwischenstopps bevor.
Das Spiel erscheint 2026 für PS5 und PC, und obwohl das neue Video beeindruckend viel Stil versprüht, lässt es spielerisch noch einiges offen. Dennoch sehen nicht wenige darin endlich das Piratenabenteuer, das ihnen auch „Skull and Bones“ von Ubisoft nicht geben konnte.
Orbtopia: Wenn die Hafenstadt das eigentliche Abenteuer ist
Der aktuelle Trailer konzentriert sich stark auf Orbtopia, die zentrale Hub-Welt des Spiels. Und tatsächlich macht der Ort einiges her: Gassen voller NPCs, die lebendig wirken, atmosphärische Lichteffekte, improvisierte Märkte, Kochstationen, Angler am Pier – sogar Mahjong darf gespielt werden. Wer will, kann hier sogar einen eigenen Shop betreiben oder seine Crew in hochmodischer Ausrüstung einkleiden. Visuell ist das alles extrem stimmig, mit einem Mix aus Comicstil, Glitch-Art und urbanem Piratenpunk.
Was dabei auffällt: Das Video legt viel Wert auf Weltgestaltung und Details, ohne dabei wirklich zu zeigen, wie sich das eigentliche Spiel anfühlt. Wie genau die Kämpfe ablaufen, wie viel Freiheit man beim Erkunden hat oder wie sich das Sammeln und Rekrutieren der über 300 Figuren konkret gestaltet, bleibt bislang unklar. Da dies aber nur ein Ersteindruck ist, hat der Entwickler noch viel Zeit, um nachzulegen und um uns zu beeindrucken.

RPG mit Crew-Building und mehreren Kampfsystemen
„Sea of Remnants“ kombiniert verschiedene Spielmechaniken, darunter rundenbasierte Strategie-Kämpfe und echtzeitbasierte Seeschlachten gegen riesige Monster. Ihr stellt euch eine Piratencrew aus sogenannten „Puppetfolk“ zusammen, deren Mitglieder in Klassen spezialisiert werden können. Dabei soll jede Entscheidung Einfluss auf das Verhältnis zu den verschiedenen Fraktionen im Spiel haben. Wer sich diplomatisch gibt, kann neue Allianzen formen – wer plündert und provoziert, muss mit Konsequenzen rechnen.
Die Entwickler versprechen außerdem dynamisches Wetter, zufällige Ereignisse und realistisch simulierte Ozeane. Inseln, Wracks und uralte Ruinen sollen erkundet werden können, während Seemonster und Leviathane als übergroße Gegner dienen. Ob das alles flüssig zusammenpasst, bleibt allerdings noch abzuwarten – konkrete Spielszenen aus diesen Bereichen fehlen bisher.
Zwischen Indie-Soul und Free-to-Play-Modell
Interessant ist auch, dass „Sea of Remnants“ als Free-to-Play-Titel erscheint. Wie genau sich Monetarisierung, Progression und Balancing gestalten, ist aktuell nicht bekannt. Bei einem Spiel mit narrativem Fokus und 300 Charakteren wäre es wünschenswert, wenn Mikrotransaktionen sich auf kosmetische Inhalte beschränken. Offiziell geäußert hat man sich dazu bislang aber nicht.
Trotz aller Unklarheiten ist „Sea of Remnants“ eines der stilistisch auffälligsten Spiele im kommenden Jahr. Die Mischung aus postmoderner Piratenfantasie, ausgefallenem Design und scheinbar tiefem RPG-System macht neugierig – selbst wenn wir noch nicht genau wissen, ob die Systeme auch langfristig tragen.
„Sea of Remnants“ will viel – und das in einem sehr eigenen Stil. Die Hafenstadt Orbtopia wirkt lebendig, das Design ist auffällig, die Versprechen ambitioniert. Aber noch fehlen handfeste Eindrücke zum Gameplay. Bleibt zu hoffen, dass es mehr ist als nur ein sehr schöner Trailer.
Und wer weiß – vielleicht ankert hier ja endlich das Piratenspiel, auf das wir seit Jahren warten. Ohne NFTs, ohne Lootboxen – dafür mit Roostern, Mah-Jongg und melancholischen Seemonstern.



