Watch Dogs Comeback: Ubisoft reanimiert offenbar das Sorgenkind

Ubisoft soll Watch Dogs Legion mit neuem Content, Nachtmodus und Motion-Capture-Updates neu veröffentlichen. Riskanter Testballon für die Marke?

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Lukas Neumann
Als leidenschaftlicher Gamer und Padawan von Niklas begleitet Lukas Neumann die Entwicklung der PlayStation-Ökosystems bei PlayFront.de. Sein journalistischer Fokus liegt auf der Aufbereitung aktueller Branchenthemen und...

Ubisoft plant laut Branchen-Insider Tom Henderson die Rückkehr von Watch Dogs, indem der Publisher ausgerechnet den dritten Teil der Reihe neu veröffentlicht, inklusive neuer Inhalte, neuer Motion-Capture-Aufnahmen und eines sogenannten Nachtmodus. Die Marke galt zuvor als „komplett tot“, weshalb dieser Schritt einer klaren Kehrtwende gleichkommt.

Henderson war bereits die Quelle der ursprünglichen Einschätzung, dass die Serie beendet sei. Seine Aussagen hatten damals Gewicht, weil Watch Dogs Legion mit einem Metascore irgendwo im Mittelfeld startete und wirtschaftlich deutlich hinter den Erwartungen blieb. Schwache Kritiken, enttäuschte Spielerreaktionen und geringere Verkaufszahlen als bei den ersten beiden Teilen machten das Spiel zum Sorgenkind im Portfolio.

Jetzt setzt Ubisoft offenbar auf Schadensbegrenzung statt Neustart. Eine echte Fortsetzung oder ein Remake des ersten Teils steht laut Bericht nicht an. Stattdessen wird genau jener Ableger aufgefrischt, der die Serie ausgebremst hat – ein riskanter Schritt in einem Konzern, der sich aktuell neu aufstellt und IPs systematisch auf Potenzial prüft.

Neue Inhalte für einen alten Flop

Die Re-Release-Strategie sieht vor, dass Watch Dogs Legion mit zusätzlichem Content zurückkommt. Konkrete Plattformen, Preise oder ein Termin wurden bisher nicht genannt. Ubisoft investiert aber offenbar erneut Ressourcen in ein Projekt, das ursprünglich als finanzielles Debakel galt.

Der neue Ansatz soll zeigen, ob die Marke noch Publikum mobilisieren kann. Ein neuer Nachtmodus und überarbeitete Produktionswerte mit frischem Motion-Capture wirken wie technische Kosmetik für ein Fundament, das bereits beim Launch wackelte. Viele Spieler, die 2020 abgesprungen sind, dürften kaum wegen eines Updates zurückkehren, weil das Kernkonzept – wechselbare NPC-Charaktere ohne starke Identifikationsfigur – weiterhin polarisiert. Das Problem war nicht die Thematik, sondern die Umsetzung.

Gleichzeitig sendet Ubisoft ein Signal an Investoren: Jede IP bekommt einen Testlauf, bevor sie endgültig abgeschrieben wird. Das passt zur aktuellen Umstrukturierung und den neuen Entscheidungsstrukturen im Unternehmen. Wenn Ubisoft aber nicht massiv am Gameplay schraubt, wird das Interesse der Spieler trotz Nachtmodus und neuer Animationen im Keller bleiben.

Riskanter Testballon statt klarer Kurswechsel

Die Entscheidung wirkt wie ein Experiment. Statt ein neues Spiel zu entwickeln oder den ersten Teil modern aufzubereiten, setzt Ubisoft auf eine überarbeitete Version eines schwach performenden Ablegers. Das spart zwar Entwicklungszeit gegenüber einem komplett neuen Projekt, birgt aber ein hohes Risiko: Bleiben die Verkäufe erneut hinter den Erwartungen zurück, wäre das Kapitel endgültig geschlossen.

Für Fans bedeutet das zumindest Bewegung in einer eigentlich eingefrorenen Marke. Für die Marktanalyse zeigt es vor allem, dass Ubisoft versucht, aus alten Assets noch einmal Wert zu ziehen. Und wenn selbst ein Re-Release nicht zündet, wie lange hält der Publisher dann noch an dieser IP fest?

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Rene Hab Keinen
3. März 2026 02:31

Der zweite Teil , ist bisher der Beste , was ich von der Serie gespielt habe .

Max Franke
28. Februar 2026 18:34

Einfach wieder so wie Teil 1, dass das Hacken eine Option bleibt und nicht ständig Pflicht wird sowie diese ganzen, teilweise sinnlosen Gadgets ebenfalls

Maik Köhler
28. Februar 2026 13:18

Aber bitte wie Teil eins! Denn wird was 🙌🏽

Ron Gaudier
28. Februar 2026 13:44

Nein bitte nicht London war Rotze

Schwerer Ulles
28. Februar 2026 21:17
Reply to  Ron Gaudier

Dein Kommentar ist Rotze, ich fand alle Teile ziemlich cool.

mischmasch77
28. Februar 2026 13:48

Games werden immer mehr wie Filme produziert: Es gibt nur noch Fortsetzungen und Remakes. Wie fantasielos.
Jedes Jahr ein neues CoD. Doom, Halo, Gears usw… Man versucht zwar immer wieder, irgendwie einen neuen Ansatz für die Story zu konstruieren, aber mehr ist das am Ende auch nicht.

Schwerer Ulles
28. Februar 2026 21:20
Reply to  mischmasch77

Doom und Gears sind in dem Zusammenhang echt der Vater von schlecht gewählten Beispielen! Wo erscheinen die denn jährlich außer in deiner Phantasie? Das letzte Remaster von Gears mal außen vor gelassen, das war nicht nötig, auch wenn es so auf der PlayStation gelandet ist. Bei CoD gehe ich mit.

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