Ach, Weihnachten. Früher die Zeit für stille Abende, Kerzenschein und Familienbesinnung. Heute: Glühwein in der einen Hand, Controller in der anderen. Laut einer aktuellen Umfrage des game-Verbandes in Kooperation mit YouGov freut sich rund jeder zweite Gamer auf gemeinsame Gaming-Erlebnisse in der Weihnachtszeit.
Ein Viertel will das sogar direkt vor Ort mit Freunden oder Familie ausleben. Da stellt sich die Frage: Sind wir wirklich noch auf der Suche nach Besinnlichkeit, oder nach dem nächsten Highscore?
Gaming als neuer Feiertagsbrauch
Vier von zehn Spielern nutzen Weihnachten mittlerweile, um in der stressigen Zeit zu entspannen. Klingt ja fast nach Selbstfürsorge, bis man merkt: Die „Entspannung“ passiert mit Kopfhörern auf den Ohren, während man Schneebälle auf virtuelle Mitspieler wirft. Und das mit vollem Elan – Schneeballschlacht inklusive weihnachtlichem Skin, versteht sich.
Die besinnliche Pause zwischen Gans und Plätzchen? Fehlanzeige. Stattdessen kämpfen Millionen Deutsche um Loot, XP und die beste digitale Ausstattung. Dass 39 Prozent der Gamer sich schon einmal selbst Gaming-Geschenke gemacht haben, ist fast schon komisch. Man sitzt also alleine vorm Bildschirm, kauft sich selbst etwas, freut sich darüber und nennt es „Weihnachten“.
Und die Marketing-Abteilungen der Publisher? Die lächeln still und setzen noch einen drauf: weihnachtliche Skins, limitiertes Zubehör, das man ohnehin schon will, alles verpackt im Glanz von „Familien- und Freundeszeit“.

Glühwein, Gans und die perfekte Lootbox
Noch schöner wird es bei der Frage nach den beliebtesten Gaming-Geschenken. Spiele, Konsolen, Guthabenkarten, alles Dinge, die man bequem online ordert und direkt nach der Bescherung auspackt, um sie sofort zu zocken. 26 Millionen Deutsche ab 16 würden sich freuen. Aber mal ehrlich: Ist das wirklich Freude über das Geschenk, oder pure FOMO, weil der neue Shooter jetzt auf dem Weihnachtsmarkt-Skin-Event wartet?
Vielleicht sollten wir uns alle einen Moment zurücklehnen und überlegen: Geht es an Weihnachten noch um Familie und Ruhe, oder ist Gaming mittlerweile einfach das neue Ritual, das Glühwein und Kerzenschein ersetzt? Der Gedanke, dass besinnliche Feiertage auf die Couch vor dem Fernseher reduziert werden, während man digital Schneebälle wirft, ist irgendwie absurd, und genau deshalb so charmant.
Weihnachten 2.0 → 3.0 → Next Level
Also, liebe Marketing-Abteilungen und Publisher: Ihr habt es geschafft. Weihnachten 2025 ist digital, laut, blinkend, und absurd. Aber irgendwie auch genau das, was wir wollen. Controller raus, Snacks bereit, die Familie kann warten.
Ich für meinen Teil verbringe Weihnachten vermutlich ganz traditionell: Controller und Masterarbeit zur Seite, Zeit mit der Familie, und wenn alles nach Plan läuft, gibt’s sogar einen ordentlichen Christmas Pudding, ohne DLC.


Spielt doch einfach Untitled Goose Game, dann gibt es Game UND Gans