Wer Wuchang: Fallen Feathers bisher nur am Rande mitbekommen hat, könnte es vorschnell als weiteren Soulslike-Klon im überlaufenen Genre abhaken. Doch der Community Showcase zur nahenden Veröffentlichung am 24. Juli zeigte, dieses Spiel will mehr als nur mitspielen. Es will eine eigene Handschrift etablieren, irgendwo zwischen mythologischer Körperhorror-Fantasie und messerscharfem Nahkampf im alten China.
Im Fokus steht Bu Chong, eine Kriegerin ohne Erinnerung, gezeichnet von einer mysteriösen Krankheit, die ihr zwar übermenschliche Kräfte verleiht, sie aber zugleich langsam in ein Monster verwandelt. Klingt vertraut? Vielleicht. Doch der Schauplatz, das China der späten Ming-Dynastie, verleiht dem Ganzen eine erfrischend andere Atmosphäre.
Ein Schwerthieb entfernt vom Wahnsinn
Die Kämpfe in Wuchang: Fallen Feathers orientieren sich klar am Souls-Prinzip, setzen aber eigene Akzente. Fünf Waffengattungen, über 25 Einzelwaffen, und das clevere „Skyborn Might“-System, das für besonders präzises Timing mit mächtigen Zaubern belohnt, sorgen für Spieltiefe. Spieler dürfen zwei Waffen gleichzeitig tragen und dabei individuell geskillte Fähigkeiten nutzen, je nach Feindbild und Spielstil.
Interessant ist auch die vollständige Respecc-Option. Wer sich anfangs auf Stärke konzentriert und später lieber parieren oder zaubern will, kann seinen Build jederzeit umstellen. Das lädt zum Experimentieren ein – vorausgesetzt, das Balancing hält, was es verspricht. Rüstungssets lassen sich außerdem modular anpassen, was zwar Vielfalt bietet, aber auch Verwaltungsaufwand bedeutet. Wie sich das im hektischen Bosskampf anfühlt, bleibt vor Release unklar.
Mehr als nur ein hübsches Setting?
Neben dem ausgeklügelten Kampfsystem wirbt Wuchang: Fallen Feathers mit aufwendig gestalteten Biomen – von schneebedeckten Tempeln bis zu morbiden Friedhöfen. Auch der Soundtrack, als DLC und auf Streamingdiensten erhältlich, untermalt die melancholische Grundstimmung passend.
Was fehlt, ist noch ein klarer Eindruck von der erzählerischen Qualität. Zwar wurde im Showcase die Lore rund um die mysteriöse Krankheit und die verfallende Welt angerissen, doch ob die Geschichte auch inhaltlich trägt, ist bisher nicht belegt. Präsentiert wurde vieles, aber eben nicht alles mit Substanz.
Ob Wunchang: Fallen Feathers am Ende ein echtes Highlight wird oder doch nur ein weiterer Genre-Vertreter mit regionalem Anstrich, entscheidet sich nicht am Setting, sondern im Detail: beim Trefferfeedback, der Gegner-KI, der Spielökonomie. Doch das Showcase zeigt zumindest: Hier steckt viel Ambition drin.
Und ihr? Braucht es für euch mehr als Federn, Blut und Fromsoft-Vibes, um euch in ein neues Soulslike zu stürzen?
