Xbox-Chefin Asha Sharma strukturiert die Plattform-Sparte von Microsoft Gaming massiv um und besetzt Schlüsselpositionen mit ehemaligen Weggefährten aus der CoreAI-Division. Während langjährige Veteranen wie Roanne Sones und Kevin Gammill das Unternehmen verlassen, rücken technische Experten in den Fokus, um die Entwicklung von Hardware und Software-Infrastruktur zu beschleunigen.
Der Kern der Umstrukturierung liegt in der Integration von technischem Know-how aus Microsofts KI-Sparte, ohne dabei den Fokus rein auf generative KI zu legen. Stattdessen geht es laut Sharma darum, eine Plattform zu schaffen, die „erschwinglich, persönlich und offen“ ist.
KI-Expertise für die Hardware-Basis
Mit Jared Palmer holt Sharma einen engen Vertrauten als VP of Engineering und technischen Berater zu Xbox. Palmer kommt direkt aus der CoreAI-Abteilung und soll komplexe Probleme in der Infrastruktur und bei Entwickler-Tools lösen. Ihm folgen weitere Schwergewichte: Tim Allen, ehemals bei GitHub und CoreAI, übernimmt die Leitung des Bereichs Design. Jonathan McKay steuert künftig die Datenplattform und Analytics, während Evan Chaki eine neue Engineering-Gruppe leitet, die repetitive Prozesse in der Entwicklung eliminieren soll.
Dieser massive Zuzug aus der KI-Ecke sorgt in der Branche für Aufsehen. Sharma dämpft jedoch Erwartungen an klassische KI-Features und betont eine pragmatische Anwendung:
„Wir konzentrieren uns mit unseren KI-Bemühungen wieder darauf, Spielerprobleme zu lösen, wie etwa die Verbesserung von Echtzeitgrafiken, die Entdeckung von Inhalten und eine tiefere Personalisierung.“
Abgang von Veteranen und Aufstieg für Hardware-Chef
Die Umstrukturierung bedeutet gleichzeitig das Ende einer Ära für das Team unter der ehemaligen Xbox-Präsidentin Sarah Bond. Roanne Sones, die maßgeblich an den Xbox-Ally-Geräten beteiligt war, verabschiedet sich nach dem Sommer in eine Auszeit. Kevin Gammill, eine feste Größe im Bereich User Experience, verlässt Microsoft nach 20 Jahren komplett.
Interessant für die Hardware-Zukunft: Jason Ronald, eines der Gesichter hinter der Xbox Series X/S Architektur, wird befördert. Er verantwortet nun das „Xbox Project Helix“ und die gesamte Plattform-Hardware. Dies deutet darauf hin, dass Microsoft trotz der Software-Offensive weiterhin massiv in eigene Hardware-Iterationen investiert, um die technische Lücke zur Konkurrenz nicht aufreißen zu lassen.
Für Spieler bedeuten diese Änderungen zunächst eine Stabilisierung der Software-Erfahrung. Die Besetzung durch Experten für „Developer Tooling“ und „Design Engineering“ zielt darauf ab, das oft kritisierte Xbox-Dashboard und die Store-Umgebung effizienter zu gestalten.
Die Integration von KI-Spezialisten ist kein Anzeichen für mehr Chatbots in Spielen, sondern für technische Optimierungen unter der Haube. Vergleichbar mit Nvidias DLSS könnten KI-gestützte Grafikverbesserungen künftig eine größere Rolle auf der Konsole spielen, um Hardware-Limits zu kaschieren. Der Fokus auf eine „offene und erschwingliche“ Plattform lässt zudem darauf schließen, dass Microsoft die Barrieren zwischen PC, Cloud und Konsole weiter einreißen will, um die Reichweite des Game Pass unabhängig von teurer Hardware zu maximieren.