Zehn Jahre Umweg: Dead Island 2 hätte das Franchise beinahe zerstört

Dead Island 2 wurde fast ein Jahrzehnt verschoben – aus gutem Grund. Ein Rückblick auf die Entscheidungen, die das Spiel gerettet haben.

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Patrick Held
Begleitet die PlayStation-Welt seit der ersten Stunde. Als Technikfan und Skeptiker liefert Patrick fundierte Analysen und unbequeme Wahrheiten zu Hardware und Software. Sein Fokus: Detailgenauigkeit statt...

Dead Island 2 war 2014 plötzlich überall, zumindest als Trailer. Ein lockerer, witziger E3-Auftritt mit sonnengegerbter Apokalypse und Jogger-Zombies. Doch das, was damals gezeigt wurde, existierte im Spiel selbst nicht. Martin Wein, damals Head of Communications bei Deep Silver, hat beim Develop:Brighton-Panels nun offen über die Hintergründe gesprochen – und warum der Titel am Ende fast zehn Jahre lang auf sich warten ließ.

Wein sagt es deutlich: „Das Spiel, das damals in Entwicklung war, hätte die Marke zerstört.“ Schon Wochen nach dem ersten Trailer sei klar gewesen, dass das Projekt bei Yager nicht funktioniere. Die Playtests waren Katastrophal, der Spielspaß nicht auffindbar. Also zog Deep Silver die Reißleine, ein Schritt, der Dead Island 2 letztlich rettete.

Ein Spiel, drei Studios, acht Jahre Stillstand

Was danach folgte, ist bekannt: Yager raus, Sumo Digital rein. Auch das hielt nicht lange. Erst Dambuster Studios, ein internes Team von Deep Silver, brachte das Spiel 2023 auf die Zielgerade. Fast ein Jahrzehnt Entwicklungszeit, die längst zum Internet-Meme geworden war. Aber laut Wein war das Risiko, früher zu veröffentlichen, schlicht zu hoch.

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„Manchmal muss man eine harte Entscheidung treffen. Wir hätten ein schlechtes Spiel rausbringen können und ein paar Euro verdient – aber die Marke wäre tot gewesen.“

Es war ein realistischer Blick auf das, was heute oft zu schnell veröffentlicht wird. Keine Ausrede, sondern ein Eingeständnis: Das Spiel hätte 2015 nicht funktioniert.

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Vom Desaster zum Erfolg, aber zu welchem Preis?

Dass Dead Island 2 heute als kommerzieller Erfolg gilt, ändert nichts daran, dass ein ganzer Spielezyklus verpasst wurde. Techland hat in der Zeit Dying Light etabliert, andere Studios haben die Lücke für sich genutzt. Trotzdem wurde der finale Release 2023 von vielen Spielern gefeiert, auch wegen des Fokus auf eine abgefahrene Spielwelt und das durchdachte Gore-System.

Doch der Weg dorthin war steinig – und ehrlich gesagt vermeidbar, wenn man gleich die richtigen Partner gehabt hätte.

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Was denkt ihr: War die lange Wartezeit für Dead Island 2 gerechtfertigt – oder ein hausgemachtes PR-Trauma?

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