TEST: Nocturnal – Bis die Dunkelheit dich frisst

By Milo Reuter Add a Comment
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Nocturnal ist englisch für Nachtaktiv, das ist nicht nur ein kleiner Crashkurs im Englischen, sondern auch sehr wichtig um das neue Spiel von Sunnyside Games und seine Mechanik zu verstehen. Wir haben einen Blick auf Nocturnal geworfen und verraten euch in unserem Review, ob sich der Titel lohnt.

Worum geht es in Nocturnal? Ihr spielt den Soldaten Ardeshir, der nach einem Auslandsaufenthalt in seine Heimatinsel Nahran zurückkehrt. Dabei stellt ihr bestürzt fest, dass die gesamte Insel von einem eigenartigen, schwarzen Nebel eingehüllt ist. Euer einziger Weg ist, wie es sich für einen Kämpfer der ewigen Flamme gehört, euch mit eurem entflammten Säbel, vom Feuer beschützt, euren Weg zu bahnen und zu erkämpfen. Immer wieder müsst ihr euch dabei gegen Feinde zu wehr setzen, die verhindern wollen, dass ihr die Insel von dem Nebel befreit.

Nocturnal ist vor allem hübsch anzusehen
Nocturnal ist vor allem hübsch anzusehen

Ein düsterer Nebel

Der Nebel ist nicht nur schwarz wie die finsterste Nacht, sondern erstickt euch auch, weshalb ihr ohne schützendes Feuer nicht lange überlebt. Ein ums andere Mal hat auch mich nicht ein Gegner, sondern der Nebel den gar ausgemacht. In hellen Räumen braucht ihr dabei keine Angst haben, dort passiert nichts, kritisch wird es in der Dunkelheit. Habt ihr dort nicht euer Schwert entflammt, an einer Feuerstelle oder Fackel, geht es auch direkt an den Kragen. Tückisch ist, dass ihr im dunklen Nebel nicht sonderlich lange überlebt, sondern auch keinen Schaden ausrichten könnt, wenn eure Waffe nicht entflammt ist. So muss man schnell zur nächsten Feuerquelle hechten, sich entflammen und dann erst kann man den Gegnern zuleibe rücken.

An Phoenix Statuen könnt ihr dann, vorausgesetzt ihr habt genug Münzen gesammelt, eure Fähigkeiten leveln, zum Beispiel damit die Flammen länger anhalten. Zunächst habt ihr wie eingangs erwähnt nur ein Schwert bzw. Säbel zur Verfügung. Im weiteren Spielverlauf bekommt ihr dann auch noch ein Messer in die Finger, welches ihr werfen könnt. Während ihr zielt, wird die Zeit verlangsamt, so das euch genug davon zur Verfügung steht, um in Ruhe anzugreifen. Nichtsdestotrotz geht das Messer auch schnell mal daneben, man stirbt und kann von vorne anfangen. Naja, dann eben nochmal und diesmal etwas weiter nach unten zielen. Sobald ihr entflammt seit, übertragt sich das auch auf euer Messer, so das ihr damit z.B. Seile durchbrennen und Fackeln entflammen könnt.

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Das Spiel ist durchaus kniffelig und an der ein oder anderen Stelle habe ich weit mehr als nur einen Anlauf gebraucht um endlich weiterzukommen. Wer auf viele Erklärungen hofft, hofft vergeblich. In Nocturnal wird man ins kalte Wasser geschmissen. Da hilft nur Trial-and-Error oder ein Blick auf die Steuerung. Allerdings kann es durchaus nervig sein, wenn man nicht weiß, ob man das Monster bekämpfen kann oder lediglich flüchten soll. So stand ich an der ein oder anderen Stelle durchaus mal ratlos da und wusste im ersten Augenblick nicht recht, wie es weitergehen sollte. Hier wäre die zumindest gelegentliche Unterstützung seitens des Spiels dann doch wünschenswert gewesen. In Nocturnal könnt ihr auch keinen Schwierigkeitsgrad wählen, so wird das Spiel für manchen wahrscheinlich zu leicht und für andere schon wieder zu hart sein.

Trotz alledem wartet Nocturnal mit einer interessanten Thematik auf, die mich manchmal an das Spiel Unbound hat denken lassen. Die Welt ist dabei sehr liebevoll gestaltet und so nicht gerade völlig in Schwarz gehüllt durchaus hübsch und ansehenswert. Immer wieder müsst ihr Feuerstellen entflammen, um die nächste Tür oder einen Aufzug freizuschalten, um weiterzukommen. Ihr merkt es also schon, Feuer spielt die zentrale Rolle in Nocturnal.

Feuer der Schlüssel zum Erfolg

Gegner erleiden Feurschaden, so dass es auch im Hellen durchaus von Vorteil ist, diesen Bonus mitzunehmen und nicht bloß mit Feuereifer zu kämpfen. Mittels des Feuers könnt ihr euch auch heilen, allerdings wird die Flamme eures Schwertes dabei verzehrt. So lohnt es sich beim Heilen in der Nähe einer Feuerquelle zu sein, um das Schwert direkt wieder entflammen zu können.

Zum Glück verfügt das Spiel über reichlich Checkpoint, so dass man, wenn man stirbt, nicht allzu weit zurückgeworfen wird. So kann man leicht mehrere Anläufe unternehmen, ohne schnell von langen Wegen etc. genervt zu werden.

Feuer wird zum zentralen Element
Feuer wird zum zentralen Element

Timing ist gefragt. Man muss schnell sein in dem Spiel, sonst kommt man nicht weit. In den Kämpfen gegen die normalen Gegner kann man durchaus den ein oder anderen Treffer einstecken, gerade die Dunkelheit kennt hier aber kein Erbarmen und tötet einen innerhalb von Sekunden, sobald das Licht aus ist.

Die Story ist dabei eher hintergründig und tritt nur gelegentlich in Gesprächen mit anderen Menschen zu tage. Nicht genug das die Schatten euch töten wollen, ihr werden auch noch verachtet, da ihr zum Zeitpunkt des Angriffs nicht da wart. Somit müsst ihr euch auch immer wieder gegen andere Soldaten zur Wehr setzen, die euch mit Schwert, Lanze und Bogen attackieren.

Fazit Nocturnal

TEST: Nocturnal – Bis die Dunkelheit dich frisst
"Nocturnal ist damit ein gelungenes Jump-n-Run Game, das es wirklich in sich hat. Die Thematik ist dabei besonderes interessant, zugleich aber auch frustrierend, wenn man mal wieder vom Nebel verschluckt wird, weil man doch nicht schnell genug war. Optisch erwartet einen dafür ein echter Hingucker, wenn man bedenkt, dass Nocturnal eigentlich ein Indie-Game ist."
Plus
Schöne Spielwelt
guter Soundtrack
Interessante Story
Minus
kaum Hilfestellungen & Erklärungen
manchmal auch frustrierend
8

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