Audio-Check: Roberts Revival Petite – Großer Sound aus kleiner Box

In unserem aktuellen Audio-Check widmen wir uns heute dem Roberts Revival Petite, ein DAB+ Radio der britischen Kult-Marke, die hierzulande immer mehr Fuß fasst.

Dabei stellt sich zuerst die Frage: wird heute überhaupt noch Radio gehört? Durchaus, denn Radio gehört zu den wenigen Medien, die passiv wahrgenommen werden können, um bei relevanten Infos in den aktiven Modus zu wechseln und zuzuhören. Bei den meisten dudelt es halt einfach nebenher – beim Autofahren, auf der Arbeit, oder ganz klassisch in der Küche. Sobald aber was Interessantes läuft, hört man aktiv zu. Radio hat also durchaus seine Daseinsberechtigung und wird wohl auch nicht so schnell verschwinden.

Zeitlos und schick

Das Roberts Revival Petite ist die kleinste Ausführung der Serie, was aber nicht heißen soll, dass man nur wenig geboten bekommt. Für das Design setzt man auf den klassischen und zeitlosen Look von Roberts, der mitunter sehr stark an die populären Audiogeräte von Marshall erinnert, mit dem Unterschied, dass Roberts deutlich mehr Farbvarianten auffährt – Black, Duck Egg, Dusky Pink, Midnight Blue, Pop Orange und Sunshine Yellow – die allesamt den Retro-Charme bedienen. 

Roberts Revival Petite

Man selbst greift dafür auf eine lange Tradition seit 1932 zurück und rühmt sich als “offizieller Hoflieferant des britischen Königshauses”, was immerhin was heißen muss. Die Royal Queen wird sich wohl kaum mit weniger als handwerklicher Perfektion zufrieden geben.

Bereits der Griff in den Karton lässt auf eine tolle Verarbeitung schließen. Auffällig ist dabei das recht hohe Gewicht von gut 440 Gramm für eine solch kleine Box, was aber oftmals auf hochwertige Komponenten und Materialien schließen lässt. Von außen ist das unter anderem der Kunstlederüberzug auf dem akustisch optimierten Holzgehäuse, der in der schwarzen Ausführung mit farblichen Linien in gold an den Rändern abgesetzt wird. Der Treiber wird von einem schlichten schwarzen Alu-Cover geschützt, während der Rest aus obligatorischem Kunststoff besteht, einschließlich dem einfarbigem LCD-Display oben rechts. In der Hand haltend, wirkt das Radio massiv und kompakt, als würde es jeden Sturz locker überstehen, was wir jetzt aber nicht ausprobieren wollten. Dafür wäre es zu schade.

Die Bedienung wird beim Roberts Revival Petite mittels vier Buttons und einem Drehknauf gelöst, der sich für Eingaben ebenfalls drücken lässt. Diese stehen ganz klassisch für die Lautstärke, An-/Aus, den Modus oder die Senderwahl. Ein Radio halt ohne großen Schnickschnack, aber mit einer tollen Haptik, wo nichts wackelt, klappert oder ähnliches.

Roberts Revival Petite test

Sound, der große Augen macht

In erster Linie ist das Roberts Revival Petite ein klassisches Radio, kann aber auch als Bluetooth-Lautsprecher für Podcasts und Hörbücher genutzt werden oder mittels AUX-In Anschluss an diverse Audioquellen angeschlossen werden, zum Beispiel an einen Plattenspieler.

In der Radiofunktion sucht sich das Roberts Revival Petite nach dem Einschalten sofort die regionalen Sender und speichert diese in der Schnellauswahl ab. Ist der Frequenzwunsch etwas spezieller, kann natürlich auch manuell danach gesucht werden.

Nun aber zum wichtigsten, dem Klang. Wenn man schon so eine kleine Box vor sich stehen hat, erwartet man im Grunde nicht allzu viel und nimmt hier und da durchaus Abstriche in Kauf. In dem Punkt überrascht das Roberts Revival Petite aber ebenfalls. Man macht richtig große Augen, mit welcher Kraft der Sound hier aus dem 40mm Treiber tönt, dessen Geheimnis im passiven Bassradiator auf der Rückseite zu finden ist. Darin unterscheidet sich das Roberts Revival Petite enorm von dem, was man sonst aus aus dem Grabbeltisch herkömmlicher Küchenradios zieht. Man ist durchweg beeindruckt davon und probiert umgehend alle Szenarien aus. 

Roberts Revival Petite  test

Das Roberts Revival Petite steht nun aber auch nicht unbedingt in Konkurrenz mit den populären Bluetooth-Lautsprechern von JBL, Sony & Co., die von Grund auf mit ihren zusätzlichen Basstreibern ein gänzlich anderes Publikum ansprechen. Dem sollte man sich bewusst sein.

Klanglich auf fast allen Ebenen dennoch toll, wenngleich die extremen Tiefen nicht ganz gemeistert werden können. Das war der zu erwartende Abstrich, den man hinnehmen muss, denn für wirklich tiefe Bässe braucht es den entsprechenden Resonanzkörper. Für die Kernaufgabe des Roberts Revival Petite, das Radiohören & Co., reicht es aber allemal und erfüllt alle Ansprüche mit Exzellenz. 

Dazu verspricht man bis zu 20 Stunden Musikgenuss, wenn das Radio erst einmal komplett geladen ist. Das funktioniert übrigens mittels Mikro-USB Anschluss und über das beiliegende Kabel. Ergänzend liegt außerdem ein Atennenkabel bei, falls man doch mal im Funkloch verschwindet.

Audio-Check: Roberts Revival Petite – Großer Sound aus kleiner Box
“Tja, was kann man über ein Radio sagen? Das Roberts Revival Petite mag mit seinen derzeit rund 120 EUR nicht gerade günstig sein, insbesondere bei dieser kompakten Größe. Der Preis rechtfertigt sich vor allem mit der absolut hochwertigen Verarbeitung, aber auch mit der Technik im Inneren. Der zusätzliche Bassradiator ist eben kein Standard bei einem Radio, liefert dafür aber umso besseren Sound, mit dem man sich abhebt. Sicher immer noch nichts für absolute Bass-Liebhaber, aber diese Zielgruppe soll damit auch gar nicht angesprochen werden. Das Roberts Revival Petite ist eher etwas für den klassischen Radiohörer, der lange Spaß an seinem Gerät haben möchte. Und den hat man hier garantiert, sowohl optisch wie auch klanglich.”
Plus
Zeitloses Retro-Design
Absolut hochwertig verarbeitet
Toller Klang aus kleiner Box
Neutral
Preis etwas hoch, aber gerechtfertigt
90
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