Zugegeben, die gamescom rühmte sich in diesem Jahr nicht unbedingt mit vielen Neuankündigungen, sodass man sich zum Großteil auf die bereits angekündigten Titel konzentrieren konnte. Dazu gehörte auch Quantic Dream´s „Detroit: Become Human“, das überhaupt zum ersten Mal hier in Deutschland spielbar war. Somit war das Spiel auch eine der ersten Stationen überhaupt, die wir in diesem Jahr mitgenommen haben.

Die Rahmenstory von „Detroit Becom Human“ ist ja weitestgehend bekannt, die in einer modernen Zukunft spielt, in der Menschen und Androiden zusammenleben, jedoch sehr zum Nachteil der Androiden, die mehr Sklaven sind und verzweifelt versuchen einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Der Titel setzt stärker denn je auf ein Entscheidungs- und Konsequenzen-Konzept, das man bereits aus den vorherigen Spielen von Quantic Dream her kennt. Hier geht man diesmal allerdings noch einen Schritt weiter und verspricht, dass sich eure Entscheidungen bis zum Ende des Spiels und auf alle Charaktere auswirken können und es mehr denn je davon geben wird.

Detroit: Become Human

Die Analyse

Gezeigt wurde uns eine Szene namens ‚Capital Park‘, in der wir in die Rolle von Markus schlüpfen, dessen Gesicht vielen aus der TV-Serie „Grey´s Anatomy“ bekannt sein dürfte. Dort mimt er die Rolle von Dr. Jackson Avery. Markus ist nur einer von drei spielbaren Charakteren, die allesamt ihre eigene Story mitbringen. Bisher bekannt ist außerdem der Androiden-Cop Markus, der in der E3 Demo spielbar war, die uns ebenfalls zur Verfügung stand.

Die Szene in ‚Capital Park‘ begann damit, dass wir ein Geschäft aufsuchen, das Androiden verkauft und die darin wie Schaufensterpuppen ausgestellt waren. Es galt zuerst die Situation zu analysieren und einen Weg in das Geschäft zu finden. Hier kam die detektivische Ansatzweise zum Tragen, die man bereits aus „Heavy Rain“ her kennt. Die Umgebung musste dafür sorgfältig ausgekundschaftet werden, wobei es wohl mehrere Ansätze gibt. Der unauffälligste Weg dürfte dabei der leichteste sein – wie es in einer hochmodernen Stadt allerdings so ist, wird diese komplett überwacht, sodass uns zum Beispiel eine Drohne der Polizei im Weg war, die ihre Kreise über den Platz drehte.

Um diese auszuschalten, haben wir die Situation und den Weg der Drohne genauer analysiert, sowie den günstigsten Weg über ein Baugerüst gewählt, um auf sie zu springen. Bevor man allerdings seine Aktionen plant, kann man diese anhand von Geistdaten visuell vor sich ablaufen lassen, um die realen Erfolgssausichten einschätzen zu können.  War die Drohne erstmal ausgeschaltet, entschied man sich anschließend für den doch recht rabiateren Weg, um in das Geschäft zu kommen. Hierfür wurde ein nahestehender LKW gekapert, mit dem man direkt durch den Vordereingang walzte, natürlich mit entsprechender Aufmerksamkeit, die man so erregt.

Der Aufstand

Kaum im Geschäft, wurden alle Androiden aufgeweckt, wobei anschließend eine der bedeutenderen Entscheidungen zum Tragen kam. Während Markus zu den Androiden spricht, könnt ihr wählen, ob ihr einen friedlichen Weg wählt oder eine Revolution anzettelt – letzteres war unsere Entscheidung. Da euch die Androiden offenbar bedingungslos folgen, wurden anschließend Parkbänke zerstört, Anzeigetafeln gehackt, Autos in Brand gesteckt, Scheiben eingeworfen, ein Revolutionssymbol an die Wände geschmiert und richtiges Chaos auf dem Platz verursacht.

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Die dramatische Spannung war in diesem Moment richtig spürbar, was nicht zuletzt dem klassischen und adrenalingetriebenen Soundtrack zu verdanken gewesen ist. Es ist wieder ein typisches Quantic Dream Spiel, in der von Szene zu Szene die Spannung kontinuierlich steigt und einen somit an den Bildschirm fesselt. Spielerisch bleibt dabei ebenfalls alles beim gewohnten Quantic Dream Stil, sodass vieles in Quick-Time Events abläuft. Übrigens wird es diesmal kein absolutes Game Over geben, wie es in „Heavy Rain“ der Fall, sodass jeder das Ende der Story erreicht, allerdings mit unterschiedlichen Auswirkungen durch eure Entscheidungen und Taten. Mehr dazu wollte man jetzt noch nicht verraten.

Das schönste gamescom Spiel?

Quantic Dream steht neben weiteren First-Party Studios nach wie vor für ein exzellentes visuelles Erlebnis, was auch bei „Detroit: Become Human“ nicht anders ist. Für mich persönlich war es mit das schönste Spiel der diesjährigen gamescom, nicht zuletzt durch seinen ultramodernen und glatt gebügelten Look, den man bereits in den Trailern bestaunen konnte. Faszinierend war vor allem, wie man Emotionen und Gefühle an den Augen der Androiden ablesen kann, die unglaublich realistisch wirken. Welche technischen Spezifikationen am Ende geboten werden, steht jetzt noch nicht final fest, da der Release erst im kommenden Jahr geplant und somit noch viel Zeit für die Optimierung vorhanden ist. Schon jetzt darf man sich aber sicher sein, dass man keinesfalls von Quantic Dream enttäuscht wird.

Einschätzung: Sehr gut!

Sale
Detroit: Become Human [PlayStation 4]
  • Herausragende Grafik
  • Reales Setting: Die Stadt Detroit in einer futuristischen Vision Spielbare Charaktere