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TEST: Ace Combat 7: Skies Unknown – Ein Klassiker im frischen Look

Vor 24 Jahren, im Jahre 1995, erblickte Ace Combat das Licht der Welt. Nach zahlreichen Nachfolgern und kleineren Ablegern folgt nun nach dem 2014 erschienenen „Ace Combat Infinity“ für die PlayStation 4 endlich wieder ein neuer Teil für die aktuelle Konsolengeneration. Mit „Ace Combat 7: Skies Unknown“ ruft Bandai Namco das „Project Aces“ wieder zurück auf die große Bühne und will an alte Erfolge anknüpfen. Ob das gelingt, verraten wir euch in unserem Review.

Schlacht über den Wolken

Ace Combat 7: Skies Unknown“ handelt von mehreren Figuren zur Zeit der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen der Osean-Föderation und dem kürzlich reformierten Königreich Erusea – zwei Schauplätze, die bereits aus den Vorgängern bekannt sind. So erleben wir durch verschiedene Zwischensequenzen die Geschichte der Mechanikerin Avril Mead, die mit ihrem selbst gebauten Jet unglücklicherweise in eine plötzliche Schlacht zwischen beiden Fronten geraten ist und durch Flug im gesperrten Luftraum verhaftet und in einem Luftstützpunkt zur Zwangsarbeit festgehalten wird. Eine andere Figur, die uns in Sequenzen präsentiert wird, ist ein Wissenschaftler, der ein ehemaliges Flieger-Ass dabei begleitet, seine alte Stärke zurück zu erhalten. Daneben schlüpfen wir in die Rolle des Piloten „Trigger“, ein Pilot der Oseanischen Luftwaffe, der bei einer Rettungsmission aus Versehen den Hubschrauber des Präsidenten abschießt und anschließend in den gleichen Stützpunkt kommt. Soweit die Rahmenhandlung.

Wir stürzen uns daraufhin in verschiedene Schlachten, in denen wir mal jemanden Retten müssen, uns unter dem Radar durch einen Canyon schlängeln oder die Bodentruppen unterstützen, um Städte einzunehmen. Hierbei treffen wir nicht nur auf andere Piloten, sondern auch auf Bodengeschütze und haufenweise Drohnen, denn auch „Ace Combat“ geht mit der Zeit, und da gehört die moderne Technik einfach dazu. So kommt es nicht selten vor, dass wir mit wenigen Jets gegen massenhaft UAV’s ankämpfen.

Im Laufe der Story wird uns viel Abwechslung geboten. Mal wird unser Radar gestört, sodass wir Freund und Feind kaum auseinanderhalten können, oder unsere Elektronik spielt völlig verrückt, weil wir im Gewitter vom Blitz getroffen werden. Der Titel profitiert in Sachen Wetter sehr von der trueSKY-Engine, eine Echtzeit-Wetter-Engine, die starken Einfluss auf unseren Jet nehmen kann. Sei es durch besagte Blitze, aber auch durch Regen, der uns die Sicht erschwert, Wind, der uns vom Kurs abbringt, oder einfache Wolken, welche die Zielgenauigkeit beeinflussen können. Das funktioniert sehr gut und bringt eine wirklich gelungene Komponente ins Spiel.

Darüber hinaus sorgt ein riesengroßer Hangar dafür, dass wir ganz nach unseren eigenen Vorstellungen spielen können. Es stehen Klassiker, wie die MiG-2000 oder der Typhon zur Verfügung, aber auch High-End-Jets, wie die F22 „Raptor“, mit der man der Herrscher des Himmels wird. Neben den Jets lassen sich zu der im Preis inbegriffenen Spezialwaffe noch zwei weitere freischalten, sowie kleinere Verbesserungen, mit denen wir die Beschleunigung verbessern oder der Vereisung bei großen Höhen entgegenwirken. Zum Freischalten benötigen wir Punkte, die wir entweder während einer Mission durch Erreichen des Zeitlimits oder anderer Qualitätsmerkmale sammeln, oder im Multiplayer, in dem wir entweder im Team oder als Einzelkämpfer gegen andere Piloten antreten. Hierbei kommt fast ein wenig „Top Gun“- Gefühl aus, denn in diesen Schlachten fürchtet man weder Tod noch Teufel, um die Nummer 1 zu werden. Und um alles freizuschalten werden wirklich eine große Menge Punkte benötigt.

Insgesamt schafft es die Story, so gut wie nie Langeweile aufkommen zu lassen. In den 20 Mission sind wir rund 15 Stunden bestens unterhalten, erleben viele Abenteuer und eine für japanische Verhältnisse klassisch erzählte Handlung, wobei hier ein wenig der Flair fehlt, um sich jede einzelne, klischeehafte Szene anzugucken. Werden sie übersprungen, hat man auch nicht wirklich etwas verpasst, denn die Missionsbriefings sind da wesentlich informativer und wichtiger. Die Missionen stellen uns vor verschiedene Aufgaben und bedürfen der richtigen Taktik, um sein Ziel zu erreichen, bieten dabei auf der Standard-Schwierigkeit aber auch schon eine gewisse Herausforderung, sodass wir manche Missionen mehr als einmal starten mussten. Die schlecht gesetzten Checkpoints sorgen indes für ein wenig Frust, denn oft wird man so sehr weit zurückgesetzt oder startet die Mission wieder von vorne.

Wir werden darüber hinaus zwar so gut wie immer von Flügelmännern begleitet, leider ist es jedoch nicht möglich, diesen Befehle zu erteilen. Dadurch kommt es nicht selten vor, dass wir uns hin und wieder ein wenig alleine fühlen, und die Ziele nur recht bescheiden von der KI in Angriff genommen werden, wodurch die Verantwortung eigentlich vollständig auf unseren Schultern ruht. Trotzdem machen die Luftkämpfe viel Freude, sowohl in der Kampagne, als auch im Multiplayer, und die große Auswahl an Jets und Waffen bieten einen zusätzlichen Anreiz, sich immer wieder ins Cockpit zu schwingen.

Ein wundervolles Land & VR-Dogfight

In der Vergangenheit glänzte „Ace Combat“ unter anderem durch seine rasanten Kämpfe im Luftraum. Man konnte die Spannung jederzeit fühlen und hat sich gefreut, wenn man nach langem hin und her seinem Feind endlich überlegen war und die Raketen treffsicher absetzen konnte. Und auch dieses Gefühl lässt sich heute immer wieder finden, auch wenn man im Kampf gegen eine Vielzahl von Feinden oder UAV‘s mitunter schnell überfordert ist. Ein weiteres Merkmal war die hervorragende Grafik, das beinahe einen echten Vorzeigecharakter besaß und in der aller obersten Liga mitgespielt hat. Bei „Ace Combat 7: Skies Unknown“ bekommt man ebenfalls wieder ein grafisch grandioses Erlebnis präsentiert, gerade wenn es um die Animationen von Himmel oder Wetter geht. Auch die Innenansicht der Jets sowie die Animationen sehen einfach faszinierend aus. Ebenso die Darstellungen der Städte, Landschaften und Gebäude sind sehr ansprechend, während die Bodentexturen nicht ganz so schön aussehen wie erhofft, gerade, wenn man wirklich nah hin drüber weg fliegt. Insgesamt lässt sich die Darstellung aber durchaus sehen und ist nach wie vor ein absolutes Brett auf einem sehr hohen Level.

Wer noch näher dran sein möchte, für den hat Bandai Namco einen VR-Modus mit an Bord. Hier bietet sich uns eine spezielle Kampagne aus drei Missionen, in denen wir in einem F/A-18 Hornet durch die Lüfte jagen, Loopings und Turns vollziehen und uns den virtuellen G-Kräften hingeben. Leider ist die Story hier nach einer Stunde schon wieder zu Ende, zeigt aber sehr gut, was das Besondere aus VR ist und wo die Reise in Zukunft womöglich hingehen wird. Zumindest dann, wenn man mit der Motion Sickness klar kommt, denn diese ist einer der wesentlichen Faktoren, der hier für Probleme sorgen könnte. Das ist allerdings in den meisten Fällen eine reine Übungssache, bis man das Gehirn und den Gleichgewichtssinn daran gewöhnt hat.

Darüber hinaus bietet der Thrustmaster-Joystick T.Flight Hotas 4 als offizieller Joystick von Ace Combat 7 eine noch realistischere Handhabung der Kampfjets, gerade in der Kombination mit VR. Wer sich vor dieser Investitionen jedoch eher scheut, der kommt auch mit dem normalen Controller vollkommen zurecht, denn an dem klassischen Layout hat sich nicht das geringste verändert, wodurch man sofort ins Spiel einsteigen kann. Man darf jedoch hierbei den Titel nicht als eine echte Simulation werten, denn „Ace Combat“ hatte bisher nie den Anspruch, zu 100% realistisch zu sein, sondern den Schwerpunkt mehr zur Arcade zu verlagern und eine gelungene Inszenierung mit ausreichend Action und Atmosphäre zu liefern, mit dem man sowohl frische Rekruten, als auch erfahrene Veteranen im Hangar abholen will.

Summary
„Ace Combat 7: Skies Unknown“ erfüllt nach langer Zeit die Wünsche der Fans und zeigt, dass auch legendäre Spielreihen noch heute ganz oben mitfliegen können. Das Gameplay ist klasse gelungen, hat nichts vom alten Charme verloren und fesselt nach wie vor für mehrere Stunden. Die Story legt sich gelungen um die einzelnen Missionen, die jede eine eigene Herausforderung mit sich bringen und für viel Abwechslung sorgen. Die moderne Technik ist dabei sowohl Freund als auch Feind, und bildet genau das ab, was heutzutage immer mehr den Luftraum bestimmt. Unbemannte Jets, künstliche Intelligenz und vieles mehr. Darüber hinaus sorgen sowohl die Kampagne und der Multiplayer für spannende Dogfights, die Auswahl an Jets und Waffen für viele verschiedene Möglichkeiten, sowie eine zumeist erstklassige Grafik, die das Paket abrunden. Hier muss nochmals die trueSKY-Engine hervorgehoben werden, die für ein wirklich tolles und dynamisches Wetter sorgt, dessen Auswirkungen man auch wirklich spüren kann. Ace Combat 7: Skies Unknown ist alles in allem ein toller Titel, der wirklich Spaß macht und sowohl Frischlinge, als auch Neueinsteiger begeistern kann, auch wenn es hier und da leichte Schwächen gibt, wie die schlechten Texturen in Bodennähe oder die seichte Story, aber da kann man sehr leicht drüber hinwegschauen. Insgesamt ein gelungenes Spiel, das frühere Erinnerungen weckt.”
Good
  • Authentisches Gameplay
  • Spektakuläre visuelle Eindrücke
  • Immersiver VR-Modus
  • Realistische trueSky Engine
Bad
  • Grafik wird teils vernachlässigt
  • Motion Sickness im VR-Modus
  • Story ist nur OK
8.5
Great

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