
Drei Jahre ist es her, dass die beiden Söldner Rios und Salem ihren letzten Einsatz hatten, so dass es nun Zeit für eine neue Mission ist. Mit „Army of TWO: The Devil´s Cartel“ bringt EA den dritten Ableger des CoOp-Shooters auf den Markt und krempelt die Serie dabei gleich noch ein wenig um.
Die wesentlichste Neuerung sind die beiden Protagnisten, die jetzt nur noch schlicht Alpha und Bravo heißen und noch relativ am Anfang ihrer Karriere bei der Truppe stehen. Schauplatz ist das von einem Drogenkartell regierte Mexiko, dessen neuer Präsidentschaftskandidat verspricht, mit der Gewalt und dem Drogenhandel im Land aufzuräumen, wobei er hier nicht die Rechnung mit dem Kartell gemacht hat, die sich ihre Vorherrschaftsstellung natürlich nicht nehmen lassen wollen.
Hier wird also Hilfe benötigt und somit steht die Army of TWO auf dem Plan. Ganz auf das ursprüngliche Duo, Rios und Salem, muss man im Spiel allerdings doch nicht verzichten, die in einer Rückblende, die einige Missionen fünf Jahre zuvor umfasst, mit von der Partie sind und die sich mit euch gemeinsam durch die Level kämpfen. Zu viert unterwegs geht die Welt bereits am Anfang einmal kräftig „unter“.

Das komplette Spiel wird in zusammenhängenden Missionen erzählt, die sich nahtlos aneinanderreihen und nur selten durch eine Ladesequenz unterbrochen werden. Vor jeder Mission könnt ihr euren individuellen Look und euer Waffenarsenal zusammenstellen, welches aus einer Primär-, Sekundär- und Handfeuerwaffe besteht. Auch die berühmten Masken, das Markenzeichen von Army of TWO, sind wieder dabei sowie lassen sich individuelle Tattoos unter die Haut bringen oder unterschiedliche Rüstungen anlegen. Schon hier stechen die zahlreichen Möglichkeiten der Individualisierung hervor, insbesondere bei den Waffen, wo sich jedes Bauteil verbessern, upgraden oder mit Skins versehen lässt. Das reicht vom einfachen Magazin bis zum ballistischen Schild, welches euch ab einem höheren Rang zur Verfügung steht. Und das sollte man auch nutzen, da die Unterschiede beim Handling der Waffen enorm variieren. Am Ende erwartet euch hier ein wahres Paradies für Waffennarren.
Erst einmal bis unter die Zähne bewaffnet, heißt es nur noch Zielen und Feuer. Den Fokus, auf den man sich bei „Army of TWO: The Devil´s Cartel“ konzentriert hat, ist der Spaßfaktor, der hier absolut im Vordergrund steht. Wer eine realistische Simulation a la Battlefield erwartet, ist mit diesem Spiel absolut verkehrt. Insbesondere beim Gameplay hat man in Army of TWO vieles recht einfach gehalten, so zum Beispiel das Auto-Aiming, das Einsammeln von Munition oder das Hechten von Deckung zu Deckung. Auf den ersten Blick scheint es so, dass die Gegner-KI relativ dumm ist, die häufig einfach offen ins Feld rennen und somit zur leichten Zielscheibe werden. Das scheint aber gewollt zu sein, um den Actionfluss nicht unnötig zu unterbrechen. Würden sich die Gegner zu clever verhalten und ständig vor euch in Deckung gehen oder generell schwierig zu treffen sein, bleibt der Spaß, ganze Heerscharen mit einmal wegpusten zu können, nämlich aus. Die Herausforderung besteht eher darin, sich den Massen an Gegner entledigen zu können, die nicht selten von allen Seiten heraus angreifen.

Das Hechten von Deckung zu Deckung ist zunächst gewöhnungsbedürftig und funktioniert nicht immer optimal. Man kann es ein wenig mit „Ghost Recon: Future Soldier“ vergleichen. Befindet man sich hinter einer Deckung, reicht es die Nächste anzuvisieren und einfach X zu drücken, um sich schnell und zügig dahin zu bewegen. Leider kam es hier aber öfter auch zu Problemen. Auch wenn man sich theoretisch an jeder Ecke und hinter jedem Vorsprung verstecken kann, klappte die Erkennung nicht immer reibungslos, so dass man ungeschützt im Zielfeuer der Gegner steht. Zudem hätte ich mir die Möglichkeit gewünscht, dass man aus dem Stand schnell nach links oder rechts hechten kann. Nach etwas Eingewöhnung kommt man mit der Steuerung aber gut zurecht, die flüssig und ohne große Probleme funktioniert.
Ein Highlight im Gefecht ist der ‚Overkill-Modus‘. Habt ihr durch gekonnte Treffer die Overkill-Anzeige vollständig aufgeladen, aktiviert ihr mit L2 den ‚Overkill-Modus‘ und werdet für kurze Zeit zur unbesiegbaren Killermaschine. Treffer schlagen härter ein, die Umgebung kann schneller zerlegt werden und ihr selbst seid für diesen Moment unverwundbar. Das steigert den Spaßfaktor natürlich ungemein und wird nur noch durch den ‚Double-Overkill-Modus‘ getoppt, bei dem alles zusätzlich noch in Zeitlupe vor euch abläuft. Gerade, wenn man Army of TWO mit einem KoOp-Partner spielt, verliert man sich hier regelrecht in einem Adrenalinrausch, der leider immer viel zu schnell wieder vorbei ist.
Optisch setzt „Army of TWO: The Devil´s Cartel“ ebenfalls auf die Frostbite 2 Engine von DICE, dessen Look unverkennbar ist. Das Setting in Mexiko passt wunderbar ins Bild, wenn ihr durch die engen Häusergassen und Katakomben streift, immer die Sonne im Nacken, die euch auf den Pelz brennt. Ganz typisch im Frostbite 2 Style lässt sich die authentische Umgebung zum großen Teil komplett zerlegen. Lange hinter einer Deckung bleiben funktioniert also nicht, da diese früher oder später komplett zerlegt wird. Auch hinter Säulen und Ecken sollte man nicht allzu lange verweilen, von denen am Ende meist nur noch ein Strohhalm von Deckung übrig bleibt. Optisch fielen hin und wieder etwas schwache Texturen auf oder einige, die zu langsam geladen wurden. Im Gesamten passt jedoch alles zusammen, wirkt stimmig und atmosphärisch.
