TEST: Resident Evil: Revelations 2 – Episode 4

Capcom hat nun die letzte Episode zu „Resident Evil: Revelations 2“ veröffentlicht. Ob die Geschichte zu einem würdigen Abschluss kommt und wie sich das Episoden-Adventure insgesamt schlägt, erfahrt ihr in unserem letzten Test.

Claires Episode …

Claire und Moira kommen endlich im Labor der Aufseherin an und müssen mit erschrecken feststellen, dass sie die ganze Zeit von versteckten Kameras beobachtet wurden. Schon kurze Zeit später steht das Duo ihrem Widersacher, Alex Wesker, gegenüber. Bevor sie jedoch brauchbare Antworten von ihm erhalten oder gar Vergeltung über können, begeht Alex Selbstmord. Wie auf Kommando ertönt ein Selbstzerstörungsalarm und unsere Helden müssen um ihr Leben rennen.

Berrys Episode …

Berry und Natalia werden nach den Ereignissen der vergangenen Episode unverzüglich wiedervereint, Natalia scheint sich jedoch nur schleierhaft an die Ereignisse der vergangenen paar Minuten erinnern zu können. Alex Wesker war zum Greifen nah, ist den beiden jedoch durch die Finger geglitten. Natalia hat allerdings eine Ahnung, wo sie sich aufhalten könnte. Mit seiner kleinen Gefährtin im Schlepptau macht sich Berry auf die Suche, wobei ihn sein Weg durch eine verlassene Mine und ein unterirdisches Anwesen führt, das in bloßen Stein gemeißelt wurde.

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Gute aber verworrene Geschichte, die Hintergrundwissen voraussetzt …

Die Geschichte von „Revelations 2“ ist durch die Unzugänglichkeit und augenscheinliche Oberflächlichkeit wahrlich nicht die Beste der Serie. Wer mit „Revelations 2“ seinen ersten Abstecher in das Resident-Evil-Universum wagt, sieht nur die Tatsachen, die „Revelations 2“ auf dem silbernen Tablett darbietet. Mehr Informationen sind dem Spiel, ohne das nötige Hintergrundwissen, einfach nicht zu entnehmen. Nur die wenigsten werden von den Wesker-Kindern wissen oder die verschiedenen Namen, die das Spiel in den Raum wirft, logisch zuordnen und dadurch die nötigen Verbindungen knüpfen können. Fans, die der Resident Evil-Serie folgen, erleben die Geschichte daher anders als Neulinge, sind involvierter und haben daher auch mehr Spaß an dem Spiel.

Insgesamt ist die Geschichte rund im „Resident Evil: Revelations 2“ gut und vermag für die Dauer des Spiels zu unterhalten. Im gleichen Zuge überhäuft das Spiel den Spieler nach dem Motto: “Resident Evil 1, 2, 3, Teil 5 inklusive DLC und Lightgun-Spiele hat jeder gespielt und sowieso ist die Geschichte um Resident Evil überschaubar“, mit Informationen, was zur Folge hat, dass viele Spieler nicht die eigentliche Tragweite der Geschichte begreifen werden.

Hier hat Capcom leider viel Potenzial verschenkt. Mit ein wenig Mühe hätte ein Glossar in das Spielerlebnis eingebunden und die wichtigsten Daten und Figuren erläutert werden können. Veteranen und Neulinge hätten so gleichermaßen eine Anlaufstelle gehabt, um ihr Wissen aufzufrischen bzw. einen ersten Blick in das Resident-Evil-Universum zu erhaschen.

Survival und Action-Gameplay …

Die Steuerung von „Revelations 2“ ist erfreulich gut gelungen und gleitet geschmeidig von der Hand. Zu Beginn des Spiels nur mit wenig Munition und bescheidenen Waffen ausgestattet, herrscht in Claires Teil der Story Munitionsmangel. Hier zählt, bis man bessere Waffen gefunden und seine Skills verbessert hat, jeder Schuss. Auf der anderen Seite haben wir Berry Burton, der sich vollends bewusst ist, auf was er sich einlässt, daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass dieser bis an die Zähne bewaffnet teilweise ganze Gruppen von Gegnern den Gar ausmacht.

Barry_Episode_4_003_1426688265Sowohl Claire als auch Berry werden in ihren Kampagnen von Begleitern unterstützt, die leider keine Waffen nutzen können, dafür aber über andere hilfreiche Fertigkeiten verfügen. An Claires Seite finden wir Moira, Berrys Tochter, die mit einer starken Taschenlampe Gegner blenden und mit ihrem Brecheisen verschlossene Türen öffnen kann. Berry wird unterdessen von Natalia, einem jungen Mädchen, unterstützt, das in der Lage ist die Silhouetten von Gegner wahrzunehmen. Sowohl Natalia und Moira sind des Weiteren in der Lage Gegenstände, die durch ein rhythmisches Leuchten auffallen, zu markieren, was im Singleplayer zum ständigen hin und herwechseln zwischen den Figuren anregt. Im Multiplayer, der momentan leider nur offline verfügbar ist, wird jedoch ein Spieler dazu “verdammt“ die Kontrolle über Moira bzw. Natalia zu übernehmen, sodass ein Wechsel zwischen den Figuren nicht mehr möglich ist. Spieler 2 muss sich mit seiner Supportrolle zufriedengeben und darf, wenn es hochkommt, mal einen Nahkampfangriff ausführen.

Levelfortschritte gibt es in der Form von Skills, die mit BP erworben werden können. BP werden z. B. durch das Freischalten von Trophies oder das Meistern von In-Game Herausforderungen, von denen das Spiel sehr viele bietet, vergeben. Skills hingegen müssen allerdings erst durch einen Skill-Tree freigeschaltet werden. Wer also Interesse an einem bestimmten Talent hat, muss sich seinen Weg zu diesem erkaufen.

Abseits der Geschichte findet sich der Raid-Modus, der durch sein erfreulich arcadiges Gameplay auch allein überzeugen kann. Im Raid Modus stehen die unterschiedlichsten Figuren zur Auswahl, von denen jede über ihre eigenen Talente verfügt. Neben den Resident Evil Helden Chris, Jill und Claire gibt es aber auch freischaltbare Figuren wie z. B. Cipher, das Hologramm, das als Platzhalter im Raid-Modus dient, bis eine Figur ausgewählt wurde. Cipher ist zudem die einzige Figur des Raid-Modus die über ein Schwert verfügt. Glücklicherweise kann man aber auch Skills auf andere Figuren übertragen. Durch das Hochleveln der Figuren ist es möglich Skillpunkte in Fertigkeiten zu investieren und zu verbessern. Erreicht man das höchste Level steht es einem nun frei diese Fertigkeit auf andere Figuren zu übertragen. Allein durch das Skill System bietet der Raid-Modus genug Tiefe, um lange zu begeistern, auch wenn damit noch lange nicht Schluss ist. In den zahlreichen, insgesamt ca. 200, Missionen gilt es immer drei Schatzkisten zu finden, die die verschiedensten Waffenmodifikatoren oder Waffen enthalten können. Der Wert des Gegenstands wird dabei von eurem Level und dem Schwierigkeitsgrad der Missionen bestimmt. Welche Gegenstände ihr ergattert habt, bleibt dabei bis zum Abschluss der Mission und der anschließenden Bewertung der Gegenstände unbekannt. Gefällt euch eure Beute nicht, könnt ihr diese verkaufen und so Gold ansammeln, das unter anderem als Eintrittskarte für Missionen aber auch zum Aufwarten einzelner Teile verwendet wird.

Grafische Hochs und Tiefs …

„Resident Evil: Revelations 2“ ist grafisch durchaus hübsch zu bewerten, leistet sich jedoch einige unschöne Patzer, die das Gesamtbild trüben. Der gravierendste Mangel ist die teilweise sehr stark schwankende Framerate des Spiels, die zumeist in wunderbar flüssigen 60 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm flimmert, aber gerne und ohne klar ersichtlichen Grund einbricht und somit dem Spielspaß einen Riegel vorschiebt. Warum es zu den FPS Einbrüchen kommt, ist nicht ersichtlich, da diese sowohl in Szenen auftreten in denen viele Gegner auf dem Bildschirm sind als auch in ruhigen atmosphärischen Passagen.

Ein weiter Abstrich kann bei den Texturen und Modellen gemacht werden, die zwar größtenteils sehr gelungen und hübsch sind, den Spieler aber im nächsten Moment mit PlayStation 2 Standards auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Als Beispiel im Episode 1 Test diente hier ein Leichensack, dessen Polygon Anzahl mit dem bloßen Auge auszumachen sind. Obendrein wurde diese dann noch mit einer sehr unscharfen Textur versehen. Hier die freudige Nachricht: Der Leichensack ist der unangefochtene König des Grafiktiefpunkts. Wer also sich also nicht zu sehr an unscharfen Texturen und mangelnden Modelldetails stört, hat nichts zu befürchten.

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Viel Spiel für kleines Geld

„Resident Evil: Revelations 2“ bietet erstaunlich viel Spiel für wenig Geld, wenn man sich die digitale Version des Spiels vorbestellt. Am meisten für sein Geld geboten bekommt man hier zweifellos, wenn man die komplette Season kauft. Für einen Preis von 24,99 bekommt man alle vier Story Episoden, von denen jede zwei bis drei Stunden veranschlagt, sowie auch die beiden extra Episoden, die jeweils eine weitere Stunde Spielzeit bieten. Wer für einige Stunden gut unterhalten werden möchte, hat somit sein Geld raus. Dann gibt es noch Extras, wie den Speedrun- und Unsichtbare-Gegner-Modus, die die Spielzeit, für Spieler die sich der Herausforderung stellen, noch weiter in die Höhe treiben.

Abschließend haben wir den Raid-Modus, der für einige schon Kaufgrund genug sein dürfte. Hier kann man etliche Stunden damit verbringen seine Figuren hochzuspielen, nach Waffen zu jagen und Highscores auf Online-Leaderboards hochzuladen.

Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom
Release: erhältlich

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TEST: Resident Evil: Revelations 2 – Episode 4
"Resident Evil: Revelations 2" zielt klar und deutlich auf die Fans der Reihe ab, was insbesondere deutlich wird, wenn man sich vor Augen führt, dass viel Hintergrundwissen notwendig ist, um die Geschichte komplett zu verstehen. In technischer Hinsicht kämpft das Spiel mit einigen kleinen bzw. störenden Macken, allen voran die Framerate-Probleme, die immer wieder während des Tests auftraten. Alles in allem ist Revelation 2 ein gelungenes Episoden-Adventure und kann insbesondere langjährige Fans positiv überzeugen.“
7.4