TEST: Robinson – The Journey – Dinos hautnahe erleben

Es ist einer der Titel, den ich persönlich für PlayStation VR am meisten erwartet habe. Crytek´s „Robinson: The Journey“ stand nicht nur schon seit der Ankündigung im Mittelpunkt des Interesses, auch die erste Anspielmöglichkeit auf der diesjährigen gamescom hielt die Erwartungen an das Adventure weiter hoch. Wo sonst kann man derzeit die einstigen Herrscher über unsere Erde – die Dinosaurier so hautnahe erleben? Alleine die Thematik des Spiels zielt auf ein sehr breites Publikum ab, was zum Erfolg sicherlich auch beitragen dürfte.

Der einzige Überlebende auf einem fremden Planeten

Zwar lebten die Dinosaurier ihrerseits auch auf der Erde, in „Robinson:  The Journey“ spielt sich allerdings alles auf einem fremden Planeten namens Tyson III ab. Die Landung darauf war für unseren „Helden“ jedoch alles andere als sanft – unser Schiff stürzt nämlich mitten auf die Oberfläche und wir scheinen der einzige Überlebende zu sein, wenn man mal unseren elektronischen Begleiter, eine intelligente HIGS-Einheit außen vorlässt. Unsere Aufgabe: Versucht Kontakt zu womöglich weiteren überlebenden Crewmitgliedern aufzunehmen und bleibt solange es geht in dieser feindlichen Umgebung am Leben.

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Der Einstieg in dieses Abenteuer beginnt etwas holprig, bei dem man vielleicht etwas zu wenig an die Hand genommen wird. Wir wachen inmitten der Brutstätte eines T-Rex auf und dürfen sogleich das Wunder der Geburt miterleben und dabei zuschauen, wie der spätere König des Urzeit Dschungels aus seinem Ei schlüpft. Ein süßes kleines Dinosaurier Baby, das wir auf den Namen Laika taufen und das wir trotz jeglicher Logik zu unserem „Haustier“ machen. Wenige Monate später haben wir uns schon so etwas wie ein kleines Leben auf dem fremden Planeten aufgebaut – es gibt eine Farm, Versorgungsanlagen, schützende Zäune und natürlich die Hoffnung, diesen Planeten wieder verlassen zu können. Man muss zunächst viel ausprobieren, um Fortschritte zu erlangen. Wir müssen die Stromversorgung wiederherstellen, eine Vogelscheuche reparieren, ein wenig mit Laika spielen, sowie können wir einen atemberaubenden Ausblick über den Planeten samt dem abgestürzten Raumschiff genießen. Zur Hilfe steht euch dabei eine HIGS-Einheit, die ein wenig an Wheatley aus Portal erinnert und krampfhaft versucht auch dessen Humor zu kopieren. Gelingt leider nicht so ganz, tröstet uns allerdings ein wenig über die Einsamkeit hinweg.

Die primäre Aufgabe besteht fortan darin die verschiedenen Gebiete rund um euer Camp zu erkunden, die verbliebenen HIGS Einheiten zu finden und womöglich auch einen Weg nach Hause. Das heißt natürlich viel erkunden, herum klettern, Mini-Spiele spielen, kleinere Rätsel lösen oder sich einfach von der tollen Kulisse beeindrucken zu lassen. Denn die stellt zumindest für mich den größten Reiz in „Robinson: The Journey“ dar.

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Von dichtem Gestrüpp und wilden Raptoren

Tja, die Dinosaurier sind leider schon lange ausgestorben und Filme wie „Jurassic Park“ lassen nur erahnen, wie es sein muss genau vor ihnen zu stehen. Mit VR und „Robinson: The Journey” darf man dieses intensive Gefühl nun tatsächlich einmal erleben und kann sich bis auf wenige Meter an sie nähern. Hat man sich erst mal den Weg durch die Teer Gruben oder den dichten Dschungel gebahnt, tauchen wie aus dem Nichts 30 Meter große Warmblüter vor einem auf und erheben sich zwischen den Blättern, sodass man erst einmal den Kopf nach oben strecken muss, um dieses überwältigende Gefühl und diesen Anblick vollständig erfassen zu können. Selbst das Anfassen ist virtuell nur noch eine Sache von Zentimetern, obgleich man darauf achten sollte, nicht einfach platt getreten zu werden. Aber nicht nur gutgelaunte Bewohner dieser prähistorischen Zeit kreuzen euren Weg, auch hungrige Raptoren gehören dazu, die schnappend und brüllend zu euch hochspringen. Das flößt erst einmal ordentlich Respekt ein!

Aber auch abseits dieser anmutigen Bewohner weiß „Robinson: The Journey“ mit einer dichten Atmosphäre, sowie einer wunderschönen und lebendigen Umgebung zu überzeugen. Eine rege Flora und Fauna umgibt euch, zahlreiche Tierarten gilt es zu erforschen, aber auch heiße Quellen oder dunkle Höhlen. Ein Paradies für prähistorische Hobbyforscher. Obendrauf zählt „Robinson: The Journey“ wohl zu einem der schönsten Titel, die derzeit für PlayStation VR erhältlich sind, wenn man es mal auf die reine Grafikleistung reduziert. Ich würde sogar behaupten, dass man selbst Rocksteady´s „Batman: Arkham VR“ ein wenig übertrifft. Die 3D-Soundkulisse tut wie erwartet ihr Übriges dazu und lässt euch vollständig in die Welt von Robinson eintauchen.

Klettern, Rätsel und oft fallen

Spielerisch gestaltet sich „Robinson:  The Journey“ wie bei fast allen VR-Titeln noch recht simpel. Das schwierigste hierbei ist wohl die Blick- /Handkoordination beim Klettern – insbesondere wenn es abwärts geht, verliert man schon mal schnell den Halt. Durch die Level bewegt man sich stets in langsamem Schritten und in Blickrichtung. Drehen kann man sich in 10 Prozentabstufungen, was dem Motion Sickness entgegenwirken soll, sowie kann man mittels eines Scanners diverse Objekte betrachten, diese kombinieren oder beiseite räumen. Es sind alles eher kleinere Herausforderungen, die nicht sonderlich anspruchsvoll ausfallen, dafür hier und da viel Geschick erfordern. Häufig wirkt die Steuerung etwas unpräzise oder umständlich, geht aber leichter von der Hand als zum Beispiel in „The Assembly“ von ndreams. Interessant wäre die Umsetzung mit PlayStation Move gewesen, die hier durchaus sehr gut gepasst hätte. Momentan fehlt dieses Feature leider jedoch noch.

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Die reine Spielzeit von „Robinson – The Journey“, um die Story zu beenden, scheint zwar recht kurz, man hat allerdings viele Möglichkeiten die Spielwelt und alles was darin lebt ausgiebig zu erkunden. Damit kommt man auf jeden Fall auf weit mehr als nur die 3 bis 5 prophezeiten Stunden. Man sollte das Spiel wirklich genießen, auch mal ein paar Minuten an den Klippen stehen bleiben und den fantastischen Ausblick genießen oder die riesigen Saurier beobachten. Das bietet durchaus einen willkommenen Mehrwert, der die Erfahrung von VR, die man damit hat, ungemein unterstreicht. Strittig ist natürlich der doch recht hohe Preis, den viele als nicht gerechtfertigt ansehen. Dies könnte man bedingt unterstreichen, vor allem mit Blick über den großen Ozean, wo das Spiel deutlich günstiger verkauft wird und auch die User-Meinungen deutlich positiver ausfallen als hierzulande.

 

TEST: Robinson – The Journey – Dinos hautnahe erleben
„Robinson: The Journey ist definitiv einer der Vorzeigetitel für PlayStation VR. Das Spiel sieht nicht nur fantastisch aus und bietet ein wahnsinnig interessantes Setting, auch spielerisch ist es eine äußerst angenehme Erfahrung. Probleme mit Motion Sickness treten nur sehr selten auf, sodass auch Spielsession von einer Stunde am Stück ohne Probleme möglich waren. Inhaltlich gibt es vor allem viel zu sehen und zu entdecken, auch wenn die eigentliche Story doch recht überschaubar ausfällt und am Ende nicht ganz abgeschlossen wirkt. Die Begegnung mit den teils gigantischen Sauriern ist dies aber allemal wert. Dafür, dass Robinson: The Journey zu den Spielen der ersten Generation gehört, liefert man hier eine tolle Erfahrung ab, die man unbedingt mitnehmen sollte. Ob einem der hohe Preis das auch wert ist oder man auf die erste Preissenkung wartet, muss jeder für sich entscheiden.“
8.3
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