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TEST: Yakuza – Dead Souls

Ein ganz normaler Tag in Kamurocho. Die Bürger gehen ihrem Leben nach, manch einer quält seinen Körper beim Baseballtraining, die Yakuza betreibt ihre Geschäfte und eine Horde Zombies greift die Stadt an….

Moment- Zombies? Ja, richtig gelesen! Denn im neuen Teil von Yakuza geht es, wie der Zusatztitel „Dead Souls“ schon ahnen lässt, um den Kampf Mann gegen Zombie. Ein extremer Wandel von einem sonst so durchweg gangsterlastigen Universum hin zu einer zombieapokalyptischen Welt. Der Vergleich zu Spielen, wie etwa Resident Evil, bleibt dabei nicht aus. Wir sagen euch, wie sich das Spiel schlägt, oder ob es in Zukunft auch zu den Untoten unter den Spielen gehören wird.

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Bereits während der Vorinstallation (5 Gigabyte, was bei Besitzern der PlayStation 3-Versionen mit weniger Speicher doch zu Problemen und daraus resultierenden Aufräumarbeiten auf der Festplatte führen könnte) werden wir ein wenig in die Geschichte eingeführt und die wichtigsten Figuren des Spieles werden uns nun schon einmal vorgestellt, welche wir auch im Laufe der Handlung alle einmal selbst steuern dürfen. Neben Shun Akiyama sind noch 3 weitere bekannte Charakter dabei, und zwar der verrückte Goro Majima, der totgeglaubte Ryuji Goda, dessen Prothesenarm sich in eine Gatling Gun verwandelt, und der alt bekannte Kazuma Kiryu, besser bekannt als der „Dragon of Dojima“. Jeder dieser Charaktere besitzt dabei ein eigenes, in sich geschlossenes Kapitel, in welchem der Angriff der Zombies aus der jeweiligen Sicht dargestellt wird.

Das Intro beginnt sehr harmonisch. Man sieht Kazuma’s Waisenhaus, vor dem ein paar Kinder spielen. Kazuma, der sich eigentlich von seiner Vergangenheit distanziert hat, bekommt einen Anruf, der ihn wieder in sein altes Leben zurückwirft. Er erfährt, dass Haruka, die Tochter seiner Jugendliebe, für die er sorgt, entführt wurde. Man sieht sie und ihren Entführer in einem Hochhaus in Kamurocho. Kurz darauf wird die Kamera auf die Straßen gerichtet, welche durch Zerstörug und Verwüstung gezeichnet sind. Auf diesen tummelt sich eine ganze Armee von Untoten, von denen einer plötzlich die Kamera angreift.

Es folgt tiefe Dunkelheit. Der Text „Part 1: Shun Akiyama“ wird eingeblendet. Andere Hauptfigur, anderes Setting. Man befindet sich zwar in Kamurocho, von Zerstörung oder Zombies jedoch keine Spur. Erst nach einiger Zeit begegnen wir unseren ersten infizierten Untoten, welche aus dem Fenster eines Bürogebäudes stürzen. Wir stürmen mit ihnen in eine U-Bahn-Station, die sich als Sackgasse erweist. Somit ist unser erster Kampf mit den Zombies nun unausweichlich- und es wird definitiv nicht bei diesem einen bleiben…

Die geteilte Stadt

Kamurocho ist geteilt. Auf der einen Seite gibt es die normale, bereits bekannte Stadt mit Geschäften und Passanten. Auf der anderen Seite, abgetrennt durch übergroße Stahlwände herrschen der blanke Horror und die Zerstörung. In dieser eingerichteten Quarantänezone geben sich die Zombies die Ehre. Zugang zu diesem Bereich erhält man nur durch geheime Eingänge, wie etwa durch die Kanalisation. Durch diese klare Abtrennung kommt es einem vor, als würde das Spiel in zwei vollkommen verschiedenen Welten spielen. Vorteil des Ganzen ist es, dass man sich im „gesunden“/ sicheren Teil frei bewegen kann, und es so leichter ist, alles zu erkunden.

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Die Liebe zum Detail

Eins muss man den Jungs und Mädels von Sega echt positiv anrechnen. Sie lieben es, unglaublich viele Details in ihre Spiele einzuarbeiten. So sind wir auch in diesem Yakuza-Titel wieder in der Lage, in unzählige kleine Geschäfte, Bars, Spielhallen oder Sportarenen hinein zu schnuppern, und uns mit Golf, Baseball oder einer netten Hostess zu beschäftigen. Im Grunde kann man sagen: Yakuza ist eine Ansammlung von Spielen, eingebettet in die Haupthandlung. Zusätzlich gibt es eine Menge an Nebenmissionen und Herausforderungen, in denen wir beispielsweise Personen, die in der Quarantänezone festsitzen, befreien oder einen Bereich von Zombies säubern, um ein Geschäft darin wieder zu eröffnen. Dadurch bot sich uns zum einen eine Menge Abwechslung und zudem sicher auch noch eine Menge Spaß, wenn wir mit der eigentlichen Haupthandlung fertig sind. In der doch überwiegend offenen Spielwelt liegt auch die große Stärke des Spieles, wodurch es sich auch von Spielen wie Resident Evil stark abhebt. Schade ist jedoch, dass die Entwickler dabei hier und da die Optik des Spieles scheinbar vernachlässigt haben, wodurch das ein oder andere Haus oder diese oder jene Straße doch schon ein wenig kantig und verpixelt erscheinen.

Wilde Ballerei

Wo in früheren Teilen noch auf den Einsatz von Fäusten gesetzt wurde, müssen im Kampf gegen Unmengen an Zombies schon schwerere Geschütze aufgefahren werden. So sind wir bereits von Beginn an mit einer Pistole ausgestattet, bei der uns nie die Munition ausgeht. Neben dieser können wir uns natürlich mit Schrotflinten oder anderen alt bewehrten Zombievernichtungswaffen ausrüsten und diese zum Teil auch verbessern. Unterwegs können wir Gegenstände wie Schilder oder Kettensägen, die zufällig in der Gegend rumliegen, als Waffen einsetzen. Diese nutzen sich jedoch nach einiger Zeit ab. Mit diesem Waffenarsenal steht einem sinnlosen Geballere und Gemetzel nichts mehr im Weg, von Serienfans könnte dies jedoch negativ aufgefasst werden.

Die Sache mit der Spannung

Normalerweise erwartet man von einer Zombieapokalypse den ein oder anderen Spannungsmoment. In Yakuza ist dies jedoch eher nicht der Fall. Zwar wird durch Levels, in denen man ohne Taschenlampe wenig sehen würde, oder dem Effekt, dass hier und da ein Zombie vor uns aufspringt oder aus der Decke fällt, versucht, soetwas wie Spannung aufzubauen, jedoch hat man dabei ein wenig versagt. Die Levels laufen immer gleich ab und werden durch die immer gleiche Musik und die stetig wiederkehrenden Situationen nicht wirklich überraschend. Das ist sehr schade, da die Story absolut die Chance dazu geboten hätte. Zudem sind die Gegner, die teilweise stark an ihre Kollegen aus Spielen wie Resident Evil oder Left 4 Dead erinnern, selbst für Zombies nicht gerade intelligent, wodurch uns der Kampf gegen sie sehr leicht gemacht wird. Positiv ist jedoch, dass die original Synchronisation in Japanisch beibehalten und keine deutsche Nachsynchronisierung vorgenommen wurde, wodurch dem Spieler zumindest ein wenige japanische Atmosphäre vermittelt wird.

Offizielle Homepage: www.sega.de/yakuza

TEST: Yakuza – Dead Souls
"Die Idee, Yakuza mit Zombies zu kreuzen, sollte die Serie eigentlich vor dem Tode bewahren. Ob man sich damit jedoch einen Gefallen getan hat, ist eher fragwürdig. Während des Spielens fühlt es sich so an, als würde einfach irgendwas nicht passen. Trotzdem hat „Yakuza:Dead Souls“ eine große Menge an Spaß abseits der Handlung im Angebot und bietet dadurch nicht nur Fans der Serie, sondern auch möglichen Neueinsteigern eine gute Alternative zu dem doch sehr linearen Resident Evil oder ähnlichen Spielen."
7.5
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