Google Stadia zeigt bereits erste typische Probleme wie hohe Latenzzeiten & Artefakt-Darstellung

So toll die Ankündigung von Googles neuer Streaming-Plattform Stadia am gestrigen Abend auch klingen mag, zeigen sich schon jetzt die ersten Probleme damit, die nur allzu typisch für Streaming-Services sind. Eine Gefahr für PlayStation & Co. dürfte Stadia damit wohl nicht werden, zumindest vorerst nicht.

Googles Ziel mit Stadia ist es, mithilfe zahlreicher Datenzentren auf der gesamten Welt und enormer Rechenleistung von über 10 Teraflops ein Spielerlebnis in 4K bei 60fps zu bieten, unabhängig davon, wie man auf Stadia zugreift. Später sollen sogar Spiele in 8K mit bis zu 120fps möglich sein.

Perfektion ist noch weit entfernt

Das Vorzeigebeispiel Assassin´s Creed Odyssey, das direkt zum Launch von Stadia in diesem Jahr verfügbar sein wird, haben sich die Technikexperten von Digital Foundry angeschaut, die zu der Meinung kommen, dass man damit zwar eine solide Performance abliefert, von Perfektion sei man aber noch weit entfernt.

Alleine beim Test mit einer Auflösung von nur 1080p und 30fps, einer WiFi-Verbindung und 200Mbit Leitung ergaben sich schon Latenzzeiten von 166ms beim Button Press, die noch dramatischer ausfielen, je langsamer die Internetleitung ist. Bei aktuellen High-End PCs konnte man am gleichen Beispiel eine Latenzzeit von nur 79ms messen. Hinzu kommen unschöne Artefakt-Darstellungen bei größeren Bildschirmen.

Ob es Google schafft, diese Werte bis zum Launch von Stadia in diesem Jahr noch zu verbessern, wird sich dann zeigen. Allerdings ist Assassin´s Creed Odyssey jetzt auch kein Spiel, das auf eine schnelle Reaktion bei Eingaben angewiesen ist, ganz anders bei Fighting Games oder Multiplayer-Shootern. Hier muss sich Stadia wohl erst noch beweisen, um nicht an den eigenen Ansprüchen zu scheitern. Problematisch könnten dabei die vielen Variablen der einzelnen User werden, was insbesondere die individuellen Internetleitungen betrifft.

Vorerst kann man sich also noch entspannt zurücklehnen und darauf vertrauen, dass eine stationäre Hardware weiterhin die optimalste Lösung sein wird, wenn es um die bestmögliche Grafik und das Spielerlebnis geht. So sieht es auch Ubisofts CEO Yves Guillemot, der Stadia als Ergänzung und als keinen Ersatz für Konsolen sieht. Dafür sei das Internet noch nicht überall gleich gut ausgebaut. Hoffnung legt man allerdings in das kommende 5G Netz, das für Ubisoft nicht schnell genug verfügbar sein kann.