TEST: Battlefield 2042 – Ein Anfang ist gemacht

Im Bereich der Shooter gibt es heutzutage einige feste Größen, die sich im Laufe der Zeit etabliert haben. Spätestens seit „Bad Company“ gehört dazu auch die Battlefield-Serie von DICE, die immer wieder versucht mit neuen Ideen und riesigen Schlachten die Fans zu begeistern, sie zu fesseln und sich im besten Falle auch gegen den schärfsten Konkurrenten “Call of Duty” zu behaupten. Mit “Battlefield 2042” haben DICE und EA dazu dieses Mal einen etwas anderen Ansatz gewählt, bei dem man gespannt sein darf, ob dieser wirklich gut ankommen wird.

Die ersten Tage in “Battlefield 2042 waren bereits von viel Kritik und einem möglicherweise zu frühem Start geprägt, obwohl dieser bereits später stattfand, als ursprünglich angedacht. Nun, mehrere Patches später schauen wir, ob sich der Neuanfang für die Serie lohnt.

Im Online-Krieg angekommen

Anders als die Vorgänger oder der Branchenkonkurrent aus dem Hause Activision, verfügt „Battlefield 2042“ nicht mehr über eine storybasierte Kampagne. Diesmal wird der Fokus zu 100 Prozent auf den Online-Modus gelegt, während die Story drumherum in Form eines Kurzfilms namens „Exodus“ erzählt wird und durch weitere Kurzfilme und andere Elemente erweitert wird. Im Kern geht es darum, dass die USA und Russland im Krieg um die letzten Rohstoffe des Planeten stehen. Auf die jeweilige Seite schlagen sich die sogenannten „Non-Patriated“, kurz „No-Pats“, heimatlose Söldner, die für uns die spielbaren Specialists darstellen. Die einzelnen Maps und Einsätze ergänzen die Handlungen insofern, dass wir erfahren, warum wir um dieses Gebiet kämpfen – einen Unterschied für das Gameplay macht das aber nicht aus. Wir finden es tatsächlich ein wenig schade, dass es keine Kampagne im klassischen Sinne mehr gibt, da wir uns hier doch immer sehr unterhalten gefühlt haben, auf der anderen Seite und aus wirtschaftlicher Sicht kann an das aber absolut nachvollziehen. Und für die meisten Spieler war der Online-Modus in der Vergangenheit sowieso das Einzige, was sie interessiert hat.

Battlefield 2042

Krieg der Söldner

Ebenfalls neu sind die bereits erwähnten Specialists. Diese ersetzen ein wenig die bekannten Klassen, da jeder der Söldner über eine eigene Ausstattung und spezielle Fertigkeiten verfügen, die im Kampf einen bedeutenden Unterschied ausmachen können. So verfügt einer der Söldner über ein Automatikgeschütz, während ein anderer mit einem Wingsuit ausgestattet ist. Um die Fertigkeiten herum sind wir relativ flexibel in der Gestaltung und können aus ca. 20 verschiedenen Waffen aller Arten auswählen, sowie dem dazu passenden Zubehör. Allerdings lassen sich viele davon erst im Laufe der Zeit und mit dem entsprechenden Erfolg auf dem Feld freischalten. Was uns sehr gut gefällt: Wir können im laufenden Einsatz auf dem Feld unsere Waffen ein wenig modifizieren, das Visier tauschen oder die Schussfrequenz anpassen. Das ist wirklich ein tolles Feature, da wir uns so auch ohne die gesamte Ausrüstung anzupassen auf die verschiedenen Situationen einstellen können.

Gegen die Massen

Insgesamt bekommen wir es auf der PS5 auf dem Feld mit 127 anderen Soldaten zu tun, also Teams von je 64 Mann, die entweder zu Fuß, im Panzer oder mit Jets und Hubschraubern um den Sieg kämpfen. Die Fahrzeuge lassen sich entweder beim Wiedereinstieg auswählen, oder sofern verfügbar, an Ort und Stelle zum Abwurf anfordern. Gerade bei der Größe der Karten ist das eine große Hilfe, da es sonst viele Situationen gibt, in denen wir mehr oder weniger alleine durchs Schlachtfeld ziehen, bevor wir wieder ins Getümmel kommen. Die 128 Spieler verlieren sich da einfach je nach Größe der Karte zu sehr. Finden wir uns aber an einem Hot Spot der Schlachten wieder, gibt es ein wildes Getümmel, überall zischen Patronen durch die Luft, um uns herum schlagen Granaten ein und Fahrzeuge explodieren. Gerade mit dem richtigen Sound-Setting sind diese Situationen wirklich imposant und lassen einen tief ins Schlachtfeld eintauchen. Atmosphäre pur!

Battlefield 2042  review

Abwechslungsreiche Modi

Battlefield 2042 fährt mit drei übergeordneten Kategorien auf, unter denen sich verschiedenen Spielmodi sammeln. Hier gibt es zunächst den eigentlichen Hauptmodus „All-Out Warfare“ in dem wir mit unserem Team entweder im Szenario „Eroberung“ antreten, in dem wir Flaggen einnehmen um dadurch das gesamte Gebiet einzunehmen. Haben wir die Oberhand, verliert das gegnerische Team Einheiten, bis sie final dezimiert wurden. Der andere Modus hierbei ist „Durchbruch“, in welchem die zwei Seiten um eine Frontlinie kämpfen. Je nach Erfolg verliert das defensive Team seine Stellung und wird zurückgedrängt.

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Die zweite Kategorie ist „Hazard Zone“, ein Modus, in welchem ein Team aus vier Leuten auf dem Feld verstreute Datenlaufwerke aufnehmen und sich gegen rivalisierende Truppen behaupten muss. Je nach Erfolg erhält das Team Coins, die es bei der nächsten Runde für eine bessere Ausstattung einsetzen kann. Zu guter Letzt gibt es noch das „Battlefield Portal“, bei dem die Community klar im Fokus steht. Hier kann man sich im Editor austoben, Szenarien ganz nach seinen Interessen einrichten und dabei sogar auf Features von Vorgängern wie „Battlefield 1942“ oder „Bad Company 2“ zurückgreifen. Neben Events der Community gibt es hier auch regelmäßig Showcases von EA selbst, um die Spieler mit neuen Herausforderungen zu locken.

Battlefield portal

Die drei Modi schaffen es, in ihrem Umfang und ihrer Vielseitigkeit durchaus zu überzeugen und für Abwechslung zu sorgen. Jeder davon überzeugt mit seiner eigenen Art und gerade “Battlefield Portal” wird in Zukunft noch einiges mit sich bringen, auf dessen Entwicklung man schon gespannt sein darf. Immerhin soll uns “Battlefield Portal” nach den Plänen von DICE langfristig begleiten.

Schwer mitzuhalten

In den Kämpfen selbst bekommen wir eine gute Atmosphäre geboten. Da man ohne taktisches Verhalten schnell das zeitliche segnet, versuchen alle Spieler gemeinschaftlich zu agieren und sich gegenseitig zu unterstützen. Daher kommt es auch auf die verschiedenen Fertigkeiten der Specialists an, was hin und wieder etwas unausgewogen erscheint. Gerade die Medics sind halt doch eher etwas unbeliebt, während Solo-Spieler fast chancenlos sind.

Leider fehlt es “Battlefield 2042” derzeit noch an einem ausgefeilten Balancing. Auf der einen Seite werden Casual-Spieler mit Pros zusammengeworfen, was dazu führt, dass Gelegenheitsspieler eher als Kanonenfutter herhalten müssen, anstatt zum Erfolg beizutragen. Auf der anderen Seite ist es etwa in Hazard Zone so, dass das erfolgreiche Team immer stärker wird, während das andere Team auf der Strecke bleibt. Besonders befriedigend ist das nicht. 

Einziger Hoffnungsschimmer: DICE ist sich dieser Probleme bewusst und arbeitet an entsprechenden Updates. Es bleibt dennoch das Gefühl zurück, dass man mal wieder übereilt den Release hinter sich bringen wollte und nun den Unmut der Spieler auf sich ziehen muss.

TEST: Battlefield 2042 – Ein Anfang ist gemacht
“Selten hat uns ein Battlefield innerlich so gespalten wie Battlefield 2042. Auf der einen Seite bekommen wir in puncto Grafik, Sound und Atmosphäre ein absolutes Highlight geboten. Die Levels und Effekte sehen wirklich fantastisch aus und machen Lust auf mehr. Auch die Spielmodi an sich können sich sehen lassen und sind im Groben gut durchdacht. Auf der anderen Seite fehlt es an einem ausgefeilten Balancing, wodurch wir regelmäßig das zeitliche segnen und als Newbie eher selten Erfolge feiern. Auch mit dem ein oder anderen Bug und Problemen hat der Titel weiterhin zu kämpfen. Wenn wir aber tatsächlich mal einen Lauf haben, machen die Kämpfe wirklich Spaß und wir können uns gut in die Situationen einfinden. Nichtsdestotrotz fühlt es sich der Gänze noch unvollständig und nicht ganz rund an, was leider immer mehr zum Standard wird. Battlefield 2042 ist definitiv kein schlechter Shooter, aber es muss noch an so vielen Ecken und Enden gefeilt werden, dass man sich für den Moment zumindest nur wohlwollend daran erfreuen kann. Die Zukunft von Battlefield 2042 kann aber definitiv groß werden!”
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