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TEST: Daylight – Kurzes, aber gruseliges Survival-Horror

Survival-Horror ist wieder auf dem Vormarsch. Nach „Outlast“ erschien mit „Daylight“ von den Zombies Studios und Atlus jetzt der nächste Vertreter in diesem Genre, dem man auf der PlayStation 4 ein echtes Revival prophezeit.

„Daylight“ zeigt erneut, dass man sich zu den Wurzeln des Survival-Horror zurückbesinnt, auch wenn man dem Spiel nachsagt, dass man sich beim Grundgerüst viel von „Slender: The Arrival“ abgeschaut hätte. Da ich bisher nicht in den Genuss von diesem Spiel gekommen bin, konnte es mir aber auch egal sein und ich mich somit auf einen frischen Horror-Trip freuen.

Der Anfang von „Daylight“ ist absolut unspektakulär, bei dem ihr in der Rolle der Protagonistin Sarah in einem ehemaligen Hospiz auf der abgelegenen Insel New Kipling erwacht, nichtsahnend wie man dorthin gekommen ist oder warum. Das Hospiz weist bereits eine lange und bewegte Vergangenheit auf, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich als Hospiz gegründet, erfuhr es in den Jahren danach einen Umbau zum Gefängnis, einer Anstalt für Geisteskranke und wieder zurück zu einem Hospiz, bevor es in den 50er Jahren endgültig geschlossen wurde. In diesen Jahren fanden hier teils große Tragödien statt, wie die Tuberkulose, ein Schiffsunglück direkt vor der Insel von New Kipling, sowie grausame Experimente an den Patienten der Anstalt. Eine perfekte Hintergrundgeschichte für diesen Survival-Horror.

Eure Aufgabe besteht schlichtweg darin, aus diesem Hospiz zu entkommen, das inzwischen völlig verwahrlost und heruntergekommen ist, aber noch deutlich die Spuren der Vergangenheit zeigt. Es gleicht eher einem Labyrinth, durch das man hindurch irrt, nichts weiter als sein Smartphone in der Hand, das einem einen groben Überblick über den zurückgelegten Weg verschafft. In der anderen Hand haltet ihr wahlweise einen Leuchtstab, der die Umgebung in ein leuchtendes grün taucht oder eine Fackel, um die Schatten abzuwehren. Damit sind auch schon alle „Waffen“ genannt, die euch zur Verfügung stehen und den Anreiz eines echten Survival-Horror Spiels ausmachen. Es geht um´s überleben und nicht um brachiale Waffen-Action.

So erkundet ihr nach und nach die einzelnen Bereiche des Hospizes, sammelt Relikte ein, müsst nicht allzu schwere Rätsel lösen und dann den jeweiligen Ausgang des Bereichs finden. In Sachen Aufgaben lösen war man bei den Zombies Studios nicht wirklich kreativ, die sich jedes Mal wiederholen. Hin und wieder verfolgt euch eine Hexe, die mithilfe der Leuchtfackel abgewehrt werden kann, aber auch das wird irgendwann zur Routine und erfordert zudem wenig Können. Die Relikte, die immer schön leuchtend im Dunkeln hervorgehoben sind, offenbaren die Geschichte des Hospitals. Viel Lesestoff und Fotos, die ihr Zusätzliches zur Atmosphäre beitragen.

Damit kommen wir an den für mich gelungensten Punkt des Spiels. Echtes Grusel-Feeling, das euch hier überall begleitet. So ein altes Hospital bringt natürlich schon seine ganze eigene Atmosphäre mit sich, überall stehen noch Gerätschäften herum, leere Patientenbetten, ein geschlossener Bereich und Überreste des Gefängnisses, einschließlich eines Zellentrakts und sadistisch wirkende Untersuchungsräume. Anders als im Vergleich zu „Outlast“ kann man die Spielwelt in „Daylight“ weitaus mehr genießen, da man hier nicht ausschließlich im Dunkeln umher irrt oder nur ein Nachtsichtfilter zur Verfügung hat. Flackernde Lichter, Schatten, die durch die Gänge irren, Türen die zuschlagen oder Gegenstände, die sich von selbst bewegen. Hinzu kommt eine dichte Soundatmosphäre, oft begleitet von Stimmen, die durch Gemäuer hallen, plötzlich aufheulende Alarmglocken und knarrenden Türen. Hier bedient man sich fast aller klassischen Elemente, die echtes Grusel-Feeling ausmachen; immer an den richtigen Stellen gezündet und mit einigen echten Schreckmomenten.

„Daylight“ setzt dabei auf prozedural generierte Inhalte, so dass ihr selten ein und dieselbe Situation zweimal vorfindet. Stirbt man zum Beispiel, kann sich inzwischen wieder alles verändert haben und erwartete Dinge bleiben einfach aus oder überraschen euch an anderen Stellen. Bei einem zweiten Durchlauf ist der Aufbau des Hospizes sogar komplett verändert. Damit möchte man die wohl doch recht kurze Spielzeit etwas wettmachen, so dass sich auch ein zweiter Durchlauf bedingt als lohnenswert erweist. Nachteilig an dieser Sache ist lediglich, dass man häufig das Gefühl hat, dass sich die Gänge und Räume wiederholen und sehr ähneln. Wie ein Puzzle, das sowohl links wie auch rechtsrum passen muss.

Optisch setzt „Daylight“ als erstes Spiel auf der PS4 auf die Unreal Engine 4, wobei man hier gleich sagen muss, dass es wohl auch jede andere Grafik-Engine getan hätte und wohl auch jede andere Plattform. High-End Grafiken, wie man sie von der Unreal Engine 4 erwartet, gibt es hier ganz sicher nicht zu bestaunen. Eher würde ich es mit dem Look des letzten “Silent Hill“ vergleichen, mit etwas besseren Texturen. Speziell aber die Darstellung der zwei Hände unserer Protagonistin im Vordergrund sehen einfach nur furchtbar aus. Im Gesamten kann sich der Titel trotzdem sehen lassen, bietet allerdings keine besonderen Highlights oder lässt gar Next-Gen Gefühle in einem aufkommen.

Entwickler: Zombie Studios
Publisher: Atlus
Release: erhältlich
Offizielle Homepage: www.playdaylight.com

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TEST: Daylight – Kurzes, aber gruseliges Survival-Horror
„Daylight besinnt sich auf das, was man von einem Survival-Horror erwartet. Eine düstere und gruslige Atmosphäre, der man zunächst hoffnungslos ausgeliefert ist. Auch wenn sich die Aufgaben in jedem Bereich fast identisch wiederholen und keinen besonderen Anspruch haben, hat mich das drum herum gepackt und ich habe mich seit langer Zeit mal wieder richtig gegruselt beim Spielen. Ob sich die arg kurze Spielzeit durch die prozedural generierten Inhalte ausgleicht, muss jeder für sich beurteilen. Das Genre an sich ist zumindest wieder auf dem richtigen Weg, so dass es eigentlich nur noch einer echten Triple-A Produktion in diesem Bereich bedarf.“
7.5
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